Extra-Semester: Landesregierung plant Erhöhung der Regelstudienzeit wegen Corona

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Foto: Universität Trier

MAINZ. Die Regierungsfraktionen im rheinland-pfälzischen Landtag wollen die Regelstudienzeit wegen der Corona-Pandemie um ein Semester verlängern. Das teilten SPD, FDP und Grüne am Mittwoch in Mainz im Anschluss an ein Gespräch zur Novelle des Hochschulgesetzes mit.

«Gemeinsam mit Wissenschaftsminister Konrad Wolf (SPD) sind sich die Koalitionsfraktionen einig, dass durch die besondere Ausnahmesituation im Sommersemester 2020 keine weiteren Nachteile für Studierende entstehen dürfen», heißt es in einer Erklärung der hochschulpolitischen Sprecher der Fraktionen Johannes Klomann (SPD), Thomas Roth (FDP) sowie Katharina Binz (Grüne).

Es dürfe nicht sein, dass Studierende ihren BAföG-Anspruch verlören, weil sie die Regelstudienzeit überschritten. «Um gleiche Studienbedingungen für alle Studentinnen und Studenten zu schaffen, setzen wir uns auf Bundesebene dafür ein, dass eine vergleichbare Lösung auch für die Staatsexamensstudiengänge Medizin und Rechtswissenschaften im Regelungsbereich des Bundes getroffen wird», betonten die Fraktionssprecher.

«Das Corona-Sommersemester war für viele Studierende mit besonderen Herausforderungen und individuellen Härten verbunden.» Zwar habe es weitestgehend digital ablaufen können, wegen der zwischenzeitlichen Schließung der Hochschulen, Bibliotheken und Mensen könne es jedoch zu individuellen Verzögerungen kommen. «Im Zuge der Verabschiedung des neuen Hochschulgesetzes streben die Ampelfraktionen daher eine Verlängerung der Regelstudienzeit an.» Den Änderungsantrag zum neuen Hochschulgesetz wollen die Fraktionen in der Plenarsitzung im September einbringen.

Erfolg für Studierendenschaften

„Die Erhöhung der Regelstudienzeit ist auch eine Folge des andauernden Engagements von Studierendenvertretungen“, betont Nora-Moirin Löffler, Koordinierendes Mitglied des AStA der Universität Trier. „Es waren die studentischen Senatsmitglieder, die betreffende Anträge in den Standorten in Rheinland-Pfalz eingebracht und oft gegen Widerstand durchgesetzt hatten. Ebenso waren es die Studierendenschaften und Landesstudierendenvertretungen anderer Bundesländer, die bundesweit auf den Regelungsbedarf aufmerksam gemacht und die Umsetzung erstritten hatten. An vielen Standorten sind Studierendenvertretungen allerdings mit ihren Anliegen gescheitet. Vor dem Hintergrund der Novellierung des Hochschulgesetzes zeigt dies nochmal deutlich, dass es wichtig wäre die universitätsinterne Mitbestimmung der größten Statusgruppe zu stärken, beispielsweise durch eine paritätische Besetzung des Senates.“

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