Datenpanne bei Gästelisten in Restaurants: Trier auch betroffen

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Das Unternehmen räumte ein, dass das System anfällig gewesen sei. (Symbolbild) Bild: DPA | Jean-Marc Loos/MAXPPP

TRIER/MAINZ. Von der bundesweiten Datenpanne bei Gästelisten ist nach Einschätzung des Landesdatenschutzbeauftragten Dieter Kugelmann auch Rheinland-Pfalz betroffen. «Erste Gastronomie-Betriebe aus Trier und Landau haben sich als von der Datenpanne betroffen gemeldet», sagte Kugelmann am Montag in Mainz. «Ich gehe davon aus, dass weitere Restaurants hinzukommen.» Seine Behörde stehe mit der für den Bremer Dienstleister zuständigen Aufsichtsbehörde in der Hansestadt in Kontakt. Kugelmann rät Betrieben, die Kunden des Dienstleisters waren, zu prüfen, ob es eine Datenpanne gab, um Sanktionen wegen unterbliebener Meldepflichten zu vermeiden.

Mehrere Millionen Daten von Restaurantgästen waren in Internet-Speichern des Softwaredienstleisters kaum geschützt zugänglich. Die Sicherheitslücke betraf auch die elektronische Erfassung von Besuchern in der Corona-Pandemie, wie der Chaos Computer Club (CCC) am Freitag mitgeteilt hatte. Das Bremer Unternehmen Gastronovi hatte den Vorfall bestätigt. Die Sicherheitslücke sei zwei Stunden nach den Hinweisen des Chaos Computer Clubs geschlossen worden, teilte die Firma mit. «Zum Zeitpunkt des Hackerangriffs hatte der CCC potenziell Zugriff auf über vier Millionen Datensätze», hieß es. Außer den Aktivisten habe aber kein Außenstehender einen Zugriff auf die Daten gehabt oder versucht.

Kugelmann betonte: «Kontaktdaten, die in Zeiten der Corona-Pandemie zur Nachverfolgung von Covid-19-Infektionen erfasst und gespeichert werden, sind sensible Daten: Aus ihnen geht unter Umständen hervor, wer sich mit wem an welchem Ort zu welcher Uhrzeit getroffen hat.» Das Datenschutz-Niveau dürfe auch in der Corona-Krise nicht gesenkt werden.

9 KOMMENTARE

  1. Na und? Kann sich noch jemand an die gelben Telefonbücher erinnern? Die lagen öffentlich in jeder Telefonzelle, für jedermann einsehbar. Heute wird aus allem ein Riesendrama gemacht. Die Welt ist komplett irre und es wird immer schlimmer.

    • Ja, die werden ja wohl nicht ihre Bankverbindung mit Geheimzahl hinterlegt haben. Bei Facebook machen sie kein so Geschiss.

  2. Kann vielleicht daran liegen dass es eine ganz andere Generation war. Früher wurde das nicht so eng mit Datenschutz gesehen. Heute jedoch lassen sich nur noch die älteren Person bzw Betriebe in diesen schrottbüchern eintragen

  3. Also Zugriff auf Corona-Gästelisten nur bei Mord und Totschlag, hahaha.
    Hey, unsere Regierung (bzw. die Firma McKinsey) will jetzt die Steuer-ID als Bürgernummer verwenden. „Registermodernisierungsgesetz“. Die Nummer hat ne Prüfziffer drin, kannste dich im Restaurant nicht mehr mit falschem Namen einschreiben.

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