«Cyberbunker» in Traben-Trarbach: Prozess stellt Gericht vor Herausforderungen

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Polizisten sichern das Gelände eines ehemaligen Bundeswehr-Bunkers. Foto: Thomas Frey / dpa-Archiv

TRIER. Der Prozess um den Darknet-«Cyberbunker» an der Mosel mit acht Angeklagten stellt das Trierer Landgericht unter Corona-Bedingungen vor neue Herausforderungen. «Das Verfahren weist einen Umfang auf, der für das Landgericht Trier nicht alltäglich ist», teilte der Sprecher des Landgerichts auf dpa-Anfrage mit. «Die sich hieraus ergebenden Herausforderungen sind neu, jedoch gut zu bewältigen.» Man werde sämtliche notwendigen hygienischen Maßnahmen mit den zuständigen Behörden erarbeiten und einhalten. «Es ist nicht angedacht, an einen anderen Ort auszuweichen», teilte er mit.

Der Prozess gegen die Betreiber-Bande des großen Rechenzentrums in einem ehemaligen Bunker im Moselort Traben-Trarbach soll am 19. Oktober starten. Die acht Tatverdächtigen – vier Niederländer, drei Deutsche und ein Bulgare – sollen in der unterirdischen Anlage auf Servern Webseiten gehostet haben, über die Kriminelle aus aller Welt millionenschwere illegale Geschäfte abwickelten. Sie sind unter anderem wegen Beihilfe angeklagt.

Hauptakteur soll ein Niederländer sein, der den «Cyberbunker» Ende 2013 erworben und aufgebaut hatte. Er hatte angegeben, nichts von den Inhalten auf den Servern gewusst zu haben. Die Hunderttausenden Deals, die über die Server gelaufen sein sollen, reichten laut Anklage vom Drogenhandel über das Verschicken von Kinderpornos und Falschgeldgeschäfte bis zu Datenhehlerei, Mordaufträgen und Cyberangriffen. Das Rechenzentrum war Ende September 2019 in einer großen Aktion ausgehoben worden. 403 Server wurden sichergestellt.

In der Hauptverhandlung vor dem Landgericht sind vom 19. Oktober an in der Regel zweimal wöchentlich bis Ende 2021 Termine vorgesehen.

Am Darknet-Cyberbunker in Traben-Trarbach grasen jetzt friedlich Ziegen. Foto: K.S. (privat)

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