Bauern klagen an: Immer höhere Auflagen und Kosten bei der Tierhaltung

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MAINZ. Politische Vorgaben steigern laut einem Branchenverband die Kosten von Landwirten bei ihrer Tierhaltung in Rheinland-Pfalz – und die Zahl etwa von Schweinen und Kühen sinkt. Die Debatte über mehr Abstände für Sauen in Ställen und das Verbot der betäubungslosen Kastration von Ferkeln von 2021 an zum Beispiel zwängen Bauern zu neuen Investitionen, sagte der Sprecher des Bauern- und Winzerverbands Rheinland-Pfalz Süd, Andreas Köhr, der Deutschen Presse-Agentur.

«Wir haben hier im Bundesvergleich eine sehr kleinstrukturierte Landwirtschaft. Von Verbrauchern und Politik wird das verlangt, es wird den Landwirten aber zum Verhängnis», erklärte der Sprecher. «Je kleiner der Betrieb, desto weniger Möglichkeiten hat er zu Investitionen.»

Die Bauern seien zwar einverstanden mit mehr Tierwohl. «Aber die Kosten der Umsetzung werden nicht ausgeglichen.» Beispielsweise sei der Lebensmittelhandel so mächtig, dass keine höheren Milchpreise durchzusetzen seien. Derzeit bekommt ein Bauer in Rheinland-Pfalz laut dem Verbandssprecher durchschnittlich um die 33 Cent pro Kilo Rohmilch. Zugleich müsse er in den inzwischen häufigeren Trockenphasen Futter zukaufen.

Die Zahl der Rinder fiel in Rheinland-Pfalz im Mai 2020 auf den niedrigsten bisher registrierten Stand. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems hielten Bauernhöfe insgesamt rund 320 900 Rinder – drei Prozent weniger als im Mai 2019. Im Vergleich zu 2011 nahm der Rinderbestand um fast 13 Prozent ab. Die Zahl der Schweine auf Bauernhöfen mit mindestens 50 dieser Nutztiere oder zehn Zuchtsauen fiel seit 2011 um 38 Prozent auf 147 600.

Die Tendenz geht im Zuge des Strukturwandels der Landwirtschaft auch in Rheinland-Pfalz zu größeren Bauernhöfen. Laut dem Statistischen Landesamt wurden im Mai 2020 zum Beispiel 65 Prozent der Schweine in Betrieben mit mehr als 1000 Tieren gehalten. Das waren acht Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Zugleich gaben etliche kleine Betriebe ihre Schweinehaltung auf.

Von diesem Sonntag bis Dienstag (30. August bis 1. September) kommen die EU-Agrarminister nach Rheinland-Pfalz, um sich mit landwirtschaftlichen Themen zu befassen – bei einem informellen Treffen in Koblenz. Derzeit hat Deutschland die Ratspräsidentschaft inne. (dpa)

4 KOMMENTARE

  1. Und wieder jammern die Bauern, würden gerne ihr Gift weiter spritzen, den Boden überdüngen und weiter mehr produzieren als in der EU gebraucht wird. Mit Subventionen aus Brüssel wird dann nach Asien verkauft. Das ganze System ist eine einzige Katastrophe, es gibt keinen Markt mit Angebot und Nachfrage und deswegen keinen fairen Preis. Jedes Sterben eines Hofes ist gut für die Marktwirtschaft und wie Peter schrieb:“ Der Bauer muss ja nicht Bauer sein.“

  2. Niemand muss die aktuellen Parteien wählen! – Aber man kann sie wählen, dann darf man sich aber auch später nicht beklagen!

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