Trockenheit – «Die Lage ist dramatisch»: Kabinett beschäftigt sich mit dem Wald

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DANNENFELS. Angesichts der andauernden Trockenheit ist der rheinland-pfälzische Wald nach Einschätzung des Umweltministeriums in seiner Existenz bedroht. «Jedem Quadratmeter Waldboden fehlen im Schnitt 210 Liter Wasser», sagte Ministerin Ulrike Höfken (Grüne) am Dienstag nach einer auswärtigen Sitzung des Kabinetts in Dannenfels im Donnersbergkreis, bei der es ausschließlich um die Situation des Waldes ging. Mit dabei waren unter anderem auch Vertreter der Waldbesitzer sowie von Umweltverbänden. «Unser Wald ist in höchstem Maße bedroht. Es geht längst um die Frage, wie wir die Existenz unserer Wälder in unserem Land retten können», betonte Höfken.

«Die Auswirkungen sind im ganzen Land unübersehbar, mittlerweile sterben nicht nur die Fichten ab, sondern auch Laubbäume, die bislang noch besser mit Trockenheit zurechtgekommen sind», sagte Höfken. «Die Lage im Wald ist dramatisch, je länger die Dürre andauert, desto größer die Schäden.» Wirtschaftsminister Volker Wissing (FDP) sagte: «Wald und Rheinland-Pfalz – das gehört zusammen. Wir müssen gemeinsam daran arbeiten, die grüne Lunge unseres Bundeslandes zu bewahren.» Der Wald habe eine wichtige ökologische Funktion, sei ein Naherholungsgebiet für die Bürger und ein touristisches Ziel.

Laut Umweltministerium mussten bis Ende Juni 5000 Hektar Waldfläche wiederbewaldet werden. Die Wiederaufforstung in Rheinland-Pfalz habe dieses Jahr bereits rund 25 Millionen Euro gekostet. Die Landesvorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND), Sabine Yacoub, sagte, bisherige Untersuchungen hätten ergeben, dass geschlossene Laubwaldbestände die höchste Widerstandskraft gegenüber dem Klimawandel hätten. «Bei der Wiederbestockung von Flächen sollte auf das genetische Potenzial der heimischen Arten gesetzt werden, statt neue Baumarten zu pflanzen, bei denen wir nicht wissen, wie sie sich verhalten und welche Einflüsse sie auf das Ökosystem haben.»

Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) versicherte: «Wir brauchen den Wald, deshalb werden wir die Waldbesitzenden weiter dabei unterstützen den Wald zu erhalten.» Im Nachtragshaushalt seien im März 46,2 Millionen Euro für den Landesbetrieb Landesforsten zur Verfügung gestellt worden. Die Landesregierung will den Angaben zufolge auch das Soforthilfeprogramm Borkenkäferschäden erweitern.

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