Auch in Rheinland-Pfalz: Bundespolizei testet Elektroschockwaffen

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Foto: dpa-Archiv

KAISERSLAUTERN/FRANKFURT/BERLIN. Elektroschock statt Pistolenschuss: Die Bundespolizei startet ein Pilotprojekt mit sogenannten Tasern. Noch im August werde das Bundesinnenministerium die Bundespolizei-Inspektionen Berlin-Ostbahnhof, Kaiserslautern und Frankfurt/Main-Hauptbahnhof damit beauftragen, teilte ein Ministeriumssprecher in Berlin am Montag mit. Insgesamt etwa 30 Elektroschockwaffen sollen probeweise ein Jahr lang zum Einsatz kommen.

Falls sie sich bewährten, könnte die Bundespolizei deutschlandweit damit ausgerüstet werden. Zuvor hatte der «Spiegel» darüber berichtet.

«In den jeweiligen Bundesländern Berlin, Rheinland-Pfalz und Hessen werden Distanzelektroimpulsgeräte durch die jeweiligen Landespolizeien bereits eingesetzt», erklärte der Ministeriumssprecher. Taser könnten für bedrohte Polizisten eine gute Möglichkeit sein, «einen Schusswaffengebrauch zu minimieren oder zu vermeiden» und dennoch Angreifer auf Distanz zu halten.

Vorgeschrieben sei, erst eine Warnung auszusprechen. Polizeibeamte dürften mit Tasern nur auf den unteren Oberkörper und bei Flüchtenden lediglich auf den Rücken zielen. «Hals, Kopf, Nacken und Genitalien sind zu vermeiden», sagte der Sprecher. Der Einsatz müsse lückenlos dokumentiert werden – falls vorhanden, auch mit Körperkameras (Bodycams) von Polizisten. In deren Fahrzeugen müssten sich für den Notfall Defibrillatoren finden.

Bei einem Taser schießt ein Polizist aus einer Distanz von zwei bis fünf Metern mit Draht verbundene Pfeile ab. Der Pfeil dringt einen Zentimeter in die Haut und gibt einen Stromimpuls ab. Der Strom wirkt sich auf Nerven und Muskeln aus, was für die Dauer von Sekunden völlige Handlungsunfähigkeit bewirkt. Befürworter betonen, dass sich eine deeskalierende Wirkung bereits in den überwiegenden Fällen mit der Androhung des Einsatzes von Distanzelektroimpulsgeräten einstellt. Kritiker weisen auf Todesfälle in den USA und Kanada bei Einsätzen hin. Auch gebe es die Gefahr, dass die Hemmschwelle für einen Einsatz der Waffe herabgesetzt werde.

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