Starker Auftritt für „die Leitbranche des Landes“

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BITBURG. Mehr als 15 000 Betriebe arbeiten in Rheinland-Pfalz im Gastgewerbe, rund 5000 Mitglieder zählt hier der Branchenverband Dehoga. Da waren mehr als 1100 Besucher bei der Jubiläums-Feier zum 60-jährigen Bestehen ein echter Rekord.

Eine Show mit Jürgen Drews und der Köstritzer Jazzband hat für die Bierstadt Bitburg wohl allein schon einen gewissen Nachrichtenwert. Doch die eigentliche Botschaft, die selbst für den veranstaltenden Dehoga eine nie erwartet große Gästeschar aus ganz Rheinland-Pfalz in die Südeifel lockte, ist eher nüchternen Zahlen als beschwingtem Partygeplauder zu entnehmen: „Im Land hat der Tourismus mehr als 200 000 Erwerbstätige, etwa 20 Prozent der hiesigen Familien hängen von dieser Branche mehr oder weniger ab. Wir erwirtschaften 7,6 Milliarden Euro pro Jahr und damit 8 Prozent des landeseigenen Bruttoinlandsproduktes“, erläutert Dehoga-Landespräsident Gereon Haumann. „Mit anderen Worten, wir sind nicht eine von vielen wichtigen Branchen, sondern die Leitbranche im Land.“

Das Selbstbewusstsein kann allerdings auch die Probleme nicht verbergen. Der grassierende Fachkräftemangel trifft auf die Tatsache, dass in den nächsten Jahren rund 60 Prozent aller Betriebe zur Übergabe an die nächste Generation anstehen. Doch nur in 30 Prozent dieser Unternehmen steht eine familieninterne Nachfolge bereit, und wiederum nur in der Hälfte davon sind die potenziellen Übernehmer auch bereit für die Aufgabe. „Wir brauchen eine bundesweite Vermittlungsbörse und staatlich geförderte Begleitprogramme für Existenzgründer, maßgeschneidert auf unsere Branche“, fordert Haumann. Um diese und andere Forderungen nun schlagkräftiger zu vertreten, ist der Dehoga nun besser gerüstet, wie auch Werner Klöckner, Aufsichtsratsvorsitzender der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH und VG-Bürgermeister in Daun/Vulkaneifel, betont: „Wir haben nun die Ressourcen gebündelt und können mit einer Zunge sprechen, obwohl die Struktur der Betriebe in unserem Verband sehr heterogen ist.“

Der Grund für seine Zuversicht liegt auf der Hand. In Bitburg wurde beschlossen, die bisherigen beiden Regionalverbände des Dehoga in Rheinland-Pfalz mit dem Landesverband zu verschmelzen – aus Drei mach Eins. Die Lobbyarbeit für die vielen Tausend überwiegend kleinen Gastgewerbeunternehmen wird nun mehr Schubkraft erhalten. „Ich habe jetzt alle diese Lobeshymnen aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung gehört“, sagte auch Ernst Fischer, Präsident des Dehoga-Bundesverbandes in Richtung der anwesenden Politiker wie etwa Wirtschaftsministerin Eveline Lemke, „deshalb sage ich: Setzen Sie endlich alles um, was sie uns versprechen oder in Aussicht stellen!“ (ak)

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