Waldbrände, Überschwemmungen: Feuerwehren sollen besser ausgestattet werden

Wälder und Wiesen brennen häufiger, Häuser und Hänge werden öfter überschwemmt: Die Feuerwehr in Rheinland-Pfalz soll für solche Einsätze besser ausgestattet werden.

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MAINZ. Die Feuerwehr in Remagen rückt an einem Tag 80 Mal wegen Starkregens aus, zugleich löschen 120 Feuerwehrleute einen Waldbrand im Rhein-Hunsrück-Kreis. Die Zunahme von Feuern und Überschwemmungen stelle die Feuerwehr vor neue Herausforderungen, sagte Innenminister Roger Lewentz am Montag in Mainz.

Mehr Trockenheit und Starkregenereignisse

Drei Sommer mit Trockenheit und Hitze hintereinander sowie mehr Starkregenereignisse ließen eine Verstetigung des Klimawandels und solcher Einsätze erwarten. Ein neues Einsatzkonzept sei seit 2018 entwickelt worden, für die notwendige Ausrüstung sollten im nächsten Landeshaushalt rund 6,5 Millionen Euro eingestellt werden, sagte der SPD-Politiker. Eine weitere halbe Million Euro können die Gemeinden bereits abrufen.

6,5 Millionen für Ausrüstung

Von den 6,5 Millionen Euro sollen vor allem acht neue geländegängige Tanklöschfahrzeuge gekauft werden. Sie fassen jeweils 3000 Liter Wasser und können – je nach Einsatz – mit bestimmten Modulen ausgestattet werden, in denen bis zu 2000 Sandsäcke pro Stunde befüllt werden können. Jede der acht Leitstellen im Land, auch die Leitstelle Trier, soll ein solches Fahrzeug bekommen sowie einen sogenannten Abrollbehälter. Außerdem sollen acht Behälter für Starkregenereignisse mit Spezialpumpen und Wathosen angeschafft werden. Dazu kommt das mit 500 000 Euro ausgestattete Förderprogramm des Landes für die Kommunen mit Material für Einsätze bei Starkregen.

Das Einsatzkonzept besteht aus drei Stufen: Zunächst übernehmen die Feuerwehren auf Ebene der 158 Gemeinden und helfen sich auch gegenseitig. In Stufe 2 unterstützen die 36 Landkreise und kreisfreien Städte mit ihren Fahrzeugen und ihrer Ausrüstung einen Einsatz. «Spezialfahrzeuge und Ausrüstung werden künftig verstärkt durch das Land gefördert», kündigte Lewentz an. Speziell ausgerüstete, geländegängige Tanklöschfahrzeuge für Waldbrände und «Außenlastbehälter» für Polizeihubschrauber zur Brandbekämpfung aus der Luft nannte er als Beispiele.

Tanklöschfahrzeuge für 8 Leitstellen

Die neuen Tanklöschfahrzeuge sollen dann in Stufe 3 zum Einsatz kommen. Sie könnten je nach Schwere des Brandes aus dem gesamten Land zusammengezogen werden auch durch unwegsames Gelände zum Einsatzort gelangen. Verteilt sind sie auf die Leitstellen in Montabaur, Koblenz, Trier, Bad Kreuznach, Mainz, Kaiserslautern, Ludwigshafen und Landau.

«Mit den Zuschüssen des Landes, der Beschaffung von weiteren Fahrzeugen und neuer Ausrüstung unterstützen wir die Gemeinden und Landkreise, ihre Aufgaben bei der Bekämpfung von Wald- und Vegetationsbränden, aber auch im Umgang mit Starkregenereignissen bestmöglich zu erfüllen», sagte Lewentz. Davon sollten vor allem auch die rund 51 000 ehrenamtlichen Feuerwehrangehörige profitieren, die einen großen Teil ihrer Freizeit der Allgemeinheit zur Verfügung stellten. «Eine gute Ausrüstung ist die Grundlage ihrer so wichtigen Arbeit.»

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