KEINE RETTUNGS-GASSE: Einsatzkräfte wehren sich mit Recht!

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RUCHHEIM. Am Samstag, den 08.08.2020 gegen 12:00 Uhr wurde den Beamten der Polizeiautobahnstation Ruchheim ein brennender Personenkraftwagen zwischen dem Autobahnparkplatz „Auf dem Hischen“ und dem Autobahnkreuz Ludwigshafen der Bundesautobahn 61 in Fahrtrichtung Speyer mitgeteilt (wir berichteten).

Auch bei solchen Einsätzen zählt für die Rettungsdienste jede Sekunde. Daher muss die Einsatzörtlichkeit sowohl durch die alarmierten Rettungskräfte von Polizei und Feuerwehr, als auch durch die dringend benötigten Fahrzeuge der Abschlepp-/Bergungsdienste schnell durch die sogenannte Rettungsgasse erreicht werden. Leider sah die Realität bei der gestrigen Einsatzbewältigung anders aus. Die Autobahnpolizeibeamten stellten fest, dass durch einen überwiegenden Teil der Verkehrsteilnehmer keine Rettungsgasse gebildet wurde. Offensichtlich erst nachdem das Martinshorn akustisch wahrgenommen werden konnte, versuchten die verantwortlichen Fahrzeugführer hektisch eine Gasse zu bilden. Oft blieb dies jedoch ohne Erfolgt, da bereits bei der Entstehung des Staus dicht auf das vorausfahrende Fahrzeug aufgefahren wurde und diese sich somit bei dem Rangieren verkeilten.

Doch nicht nur durch die fehlende Rettungsgasse wurden die Rettungskräfte ausgebremst. Bedingt durch die sommerlichen Temperaturen dürften viele Verkehrsteilnehmer ihre Fahrzeuge verlassen haben. Diese hielten sich schließlich fußläufig auf der Fahrbahn auf. Die Arbeiten von Polizei und Feuerwehr wurden durch einige Personen für derart interessant gefunden, dass sie mehrere hundert Meter zur Einsatzörtlichkeit gelaufen kamen um ihre Neugier zu stillen. Zeitgleich gingen bei der hiesigen Dienststelle mehrere Notrufe ein, wonach mehrere Personen die Mittelschutzplanke überstiegen und schließlich fußläufig die Richtungsfahrbahn Koblenz überquert haben dürften, um wegen einer offensichtlich Überfüllung der Toilettenanlage des Autobahnparkplatzes „Auf dem Hirschen“ die Anlage des gegenüberliegenden Parkplatzes „Auf dem Hahnen“ zu nutzen. Durch ein solches Verhalten werden gefährliche Situationen herbeigeführt, welche regelmäßig in tödlichen Verkehrsunfällen enden. Die Autobahnpolizeibeamten wissen um die anstrengende Situation bei hohen Außentemperaturen mit einem Fahrzeug im Stau zu stehen. Es wird jedoch ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Fahrbahn auch bei Stau grundsätzlich nicht betreten werden darf.

Die Beamten der Polizeiautobahnstation Ruchheim möchten diesen Einsatz zum Anlass nehmen, einen Appell an alle Verkehrsteilnehmer zu richten: Jeder Mensch kann plötzlich und unverschuldet in eine Notsituation geraten. Tragen auch Sie durch ein umsichtiges Verhalten dazu bei, schnelle Hilfe zu ermöglichen. Gehen Sie als gutes Beispiel voran, treten Sie für Ihre Mitmenschen ein und machen Sie den Weg frei. Helfen Sie uns, damit wir helfen können. Zudem empfiehlt die Polizei auch Verkehrsmeldungen aus dem Rundfunk als Informationsquelle zu nutzen um bereits frühzeitig eine Verkehrsstörung umfahren zu können. Diese werden durchgehend von den Beamten aktualisiert.

2 KOMMENTARE

  1. Da wir im digitalen Zeitalter leben sollten die Hersteller der Navigationssysteme sowie Smartphones in die Pflicht genommen werden um bei gemeldeten Unfällen direkt den Fahrer eine Umleitung zur Verfügung zu stellen sowie einen Hinweis zur bildung der Rettungsgasse.

    Dies wäre eine Win Win Situation sowohl für Autfahrer als auch für die Einsatzkräfte!

    An dem Verstand zu appelieren war noch nie eine gute idee….aber dafür ist Deutschlands Politik noch weit entfernt. 🙁

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