Streit ums Düngen: Dutzende Bauern haben Meldeportal genutzt

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Boris Roessler

Dutzende Landwirte in Rheinland-Pfalz haben bereits das neue Meldeportal für Nitratmessstellen genutzt, das nach Protesten gegen die neue Düngeverordnung eingeführt worden war. Demnach haben bislang rund 80 der rund 18 000 Agrarbetriebe im Land mehr als 110 Eingaben gemacht, wie Landwirtschaftsminister Volker Wissing (FDP) der Deutschen Presse-Agentur in Mainz sagte. Darunter seien Anmerkungen wie etwa «zu dicht an einer Tierweide» oder «zu dicht an einer Kotstelle».

Das Meldeportal sei am 4. Mai eingeführt worden und habe zu großer Transparenz beigetragen, sagte Wissing. Das vom Landesamt für Umwelt betriebene Meldeportal ermöglicht Meldungen mit zehn Vorgaben zu jeder einzelnen Messstelle. Es war nach heftigen Bauernprotesten gegen die neue Düngeverordnung und Kritik an Nitrat-Messungen eingerichtet worden. Zu jeder Grundwasser-Messstelle im Land können Landwirte Anmerkungen anbringen, aus welchen Gründen sie dort eine Nitrat-Messung für fehlerhaft halten.

Die neue Düngeverordnung soll dafür sorgen, dass Oberflächengewässer und Grundwasser den EU-Grenzwert von 50 Milligramm (mg) Nitrat je Liter nicht länger übersteigen. Vor allem in der Vorderpfalz mit intensivem Gemüse-Anbau, aber auch in anderen Regionen wurden so Gebiete mit besonders hohen Nitratbelastungen im Grundwasser, auch «rote Gebiete» genannt, ausgewiesen. Bei Demonstrationen der bäuerlichen Protestbewegung «Land schafft Verbindung» wurde immer wieder Kritik an dem Netz dieser mehr als 700 Messstellen in Rheinland-Pfalz laut.

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