Arbeitslosigkeit auch im Saarland weiter gestiegen

Die Corona-Krise hinterlässt weiter Spuren auf dem Saar-Arbeitsmarkt. Auf dem Ausbildungsmarkt sind noch über 2000 Stellen zu haben, insgesamt wurden aber weniger gemeldet als im Jahr zuvor.

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SAARBRÜCKEN. In der Corona-Pandemie ist die Arbeitslosigkeit im Saarland weiter gestiegen. Insgesamt waren im Juli 41 500 Menschen ohne Job, wie die Regionaldirektion der Agentur für Arbeit in Saarbrücken am Donnerstag mitteilte. Das waren 2,9 Prozent mehr als im Vormonat Juni und 21,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote stieg von 7,6 Prozent im Juni auf nun 7,8 Prozent. Zwölf Monate vorher hatte sie nur 6,4 Prozent betragen.

Die Leiterin der Regionaldirektion, Heidrun Schulz, sagte, damit seien zwar deutlich mehr Menschen arbeitslos als vor einem Jahr. «Allerdings steigt die Arbeitslosigkeit nicht mehr stark an wie in den letzten Monaten.»

Arbeitslos meldeten sich der Agentur zufolge im Juli 3200 Saarländer – über 42 Prozent mehr als vier Wochen zuvor. Aus der Arbeitslosigkeit zurück in die Erwerbstätigkeit ging es für 2100 Personen, das waren wiederum knapp 18 Prozent mehr als im Vormonat. Seit Jahresbeginn kamen 21 100 neue Arbeitslose dazu, 13 600 nahmen seitdem wieder eine Erwerbstätigkeit auf. Offene Stellen waren im Juli 7000 gemeldet, ein Viertel weniger als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres.

Kurzarbeit angezeigt haben in der Krise bisher 11 500 Saar-Betriebe für 156 700 Beschäftigte – die meisten davon aus der Kfz-Branche, der Metallerzeugung und -bearbeitung, dem Einzelhandel, der Gastronomie und dem Maschinenbau. Doch eine Anzeige bedeutet nicht automatisch, dass Kurzarbeit auch realisiert wird. Die aktuellste Hochrechnung für das Saarland bezieht sich auf den März, demnach wurde Kurzarbeit in 4900 Betrieben für 35 700 Mitarbeiter umgesetzt.

Auf dem Ausbildungsmarkt bieten sich jungen Saarländern noch Chancen – wenn auch insgesamt weniger Azubiplätze zur Verfügung stehen. 2100 Stellen sind nach Angaben der Arbeitsagentur noch unbesetzt, im Vorjahr waren es zu dem Zeitpunkt aber rund zwölf Prozent mehr. Besonders viele Stellen sind unter anderem noch frei für Ausbildungen zum Kaufmann oder zur Kauffrau im Einzelhandel, zum Verkäufer, Handelsfachwirt, zu Kaufleuten für Büromanagement, zu Fachverkäufern im Lebensmittelhandwerk – sowohl in Fleischereien als auch Bäckereien -, oder auch zum Koch oder zur Köchin.

Auf der anderen Seite haben 1400 junge Menschen noch keinen Azubiplatz gefunden – 2,2 Prozent weniger als zwölf Monate zuvor. Insgesamt wurden der Arbeitsagentur sowie den Jobcentern im Saarland von Oktober 2019 bis Juli dieses Jahres 6200 Ausbildungsstellen gemeldet. Das wiederum waren 12,6 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Knapp ein Viertel der gemeldeten Ausbildungsstellen gab es im Handel sowie der Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen, knapp dahinter lag das verarbeitende Gewerbe mit einem Anteil von 22 Prozent.

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