Lewentz: Spangdahlem von US-Teilabzug betroffen

Tausende US-Soldaten sollen aus Deutschland abgezogen werden. Das trifft auch Rheinland-Pfalz - und hier im Besonderen den Air-Force-Stützpunkt in Spangdahlem in der Eifel. Innenminister Lewentz spricht von einem «schweren Schlag».

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Foto: dpa-Archiv

MAINZ/SPANGDAHLEM. Der geplante Teilabzug der US-Armee trifft in Rheinland-Pfalz den Stützpunkt in Spangdahlem in der Eifel. Dort gehe es um rund 5000 Personen, darunter nicht nur Soldaten, sagte der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) am Mittwoch in Mainz. Das sei ein schwerer Schlag für die Eifelregion, betonte der Minister – sowohl in wirtschaftlicher Hinsicht, als auch mit Blick auf die in Jahrzehnten aufgebauten freundschaftlichen Beziehungen zwischen Rheinland-Pfälzern und Amerikanern. «Leider müssen wir uns auch auf den Verlust von deutschen Arbeitsplätzen durch diese Entscheidung der US-Administration einrichten», sagte Lewentz.

Er habe aber nicht gehört, dass Spangdahlem komplett aufgelöst werde, sagte Lewentz weiter. Es sei wichtig als Ausweichstandort zur US-Airbase im pfälzischen Ramstein. Er gehe davon aus, dass Ramstein, Kaiserslautern, Landstuhl-Weilerbach und Baumholder nicht vom Abzug betroffen seien.

In Ramstein wollte man nicht von Erleichterung sprechen. «Ich fühle mit meinen Kollegen vor Ort», sagte der Bürgermeister von Ramstein-Miesenbach, Ralf Hechler (CDU). Es gebe keinen Grund zu irgendeiner Freude. «Man muss halt wissen, dass Spangdahlem ein Stück weit zu Ramstein gehört und grundsätzlich auch eine Funktion als Backup hat. Im Umkehrschluss kann das bedeuten, dass die Flugbewegungen in Ramstein deutlich zunehmen werden», sagte Hechler.

Alles in allem sind in Rheinland-Pfalz nach Angaben des Innenministeriums rund 18 500 US-Soldaten stationiert. Hinzu kommen 12 000 US-Zivilbeschäftigte – etwa 1000 mehr als im vergangenen Jahr – und 25 000 Familienangehörige. Außerdem werden 7200 deutsche Zivilangestellte von den US-Streitkräften beschäftigt.

In Spangdahlem sitzt das 52. Jagdgeschwader. Es umfasst eine F-16 Kampfjet-Staffel mit gut 20 Flugzeugen. Das Geschwader unterstützt weltweit Einsätze der US-Air Force und der Nato, vom Irak über Bosnien bis Afghanistan. Zur Air Base gehören rund 4000 US-Soldaten. Die Angehörigen eingerechnet leben und arbeiten fast 11 000 Menschen auf dem Stützpunkt. Der Flugplatz ist Arbeitgeber für weit mehr als 800 Deutsche. Laut aktueller Angabe des US-Standorts Spangdahlem umfasst das dortige militärische Personal derzeit rund 5000 Personen. Der Standort ist zudem Arbeitgeber für rund 670 deutsche Zivilbeschäftigte.

Insgesamt wollen die Vereinigten Staaten die Zahl ihrer Soldaten in Deutschland um fast 12 000 verringern – deutlich stärker als bislang bekannt. Das gab US-Verteidigungsminister Mark Esper in Washington bekannt. Vor Bekanntgabe der heutigen Zahlen hatte die US-Regierung von einem Abzug von rund 10 000 der etwa 36 000 Soldaten deutschlandweit gesprochen. Derzeit ist Deutschland immer noch der zweitwichtigste Truppenstandort der USA weltweit nach Japan. Angekündigt hatte US-Präsident Donald Trump den Teilabzug der US-Truppen aus Deutschland im Juni und ihn mit den aus seiner Sicht zu geringen Verteidigungsausgaben Deutschlands begründet.

Zur Umsetzung des geplanten Teilabzugs könnte aber noch nicht das letzte Wort gesprochen sein. Im US-Kongress hat sich bereits bei Trumps Republikanern und den Demokraten Widerstand formiert. Der Plan wird dort vor allem kritisch gesehen, weil er das Verteidigungsbündnis Nato schwächen und Russland in die Hände spielen könnte.

Nichtsdestotrotz betonte US-Verteidigungsminister Esper am Mittwoch, der Teilabzug aus Deutschland solle «so schnell wie möglich» kommen. Einige Aspekte könnten innerhalb von Wochen umgesetzt werden, für andere Veränderungen sei mehr Zeit nötig. Einen exakten Zeitplan legte Esper zunächst nicht vor. Ein Teil der Soldaten soll zurück in die USA geholt werden, ein Teil in andere Nato-Länder verlegt werden.

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