Nachhaltigkeit und fairer Handel – Trier erneut als Fairtrade-Stadt ausgezeichnet

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OB Wolfram Leibe freut sich gemeinsam mit Toni Loosen-Bach, Ansprechpartner für die Fairtrade-Stadt Trier, über die erneute Auszeichnung // Foto: Presseamt Trier

TRIER. Als erste Stadt in Rheinland-Pfalz wurde Trier im Mai 2010 mit dem Titel „Fairtrade-Stadt“ ausgezeichnet. Jetzt wurde der Titel erneut vom Verein TransFair für die nächsten beiden Jahre verliehen.

Mittlerweile gibt es rund 690 Fairtrade-Städte in Deutschland. Die Auszeichnung würdigt den Einsatz von Initiativen, Einzelhändlern, Gastronomen und des Rathauses für den Verkauf von Produkten, die den Produzenten in Ländern des globalen Südens gerechte Preise und soziale Arbeitsbedingungen ermöglichen. Als Fairtrade-Town steht Trier in einer Reihe mit Metropolen wie London, Rom und San Francisco.

Wer sich Fairtrade-Stadt nennen möchte, muss verschiedene Kriterien erfüllen, die das kommunale Engagement für den fairen Handel widerspiegeln: Neben einem offiziellen Ratsbeschluss ist eine Steuerungsgruppe notwendig, die Aktivitäten vor Ort koordiniert. Als Stadt mit mehr als 100.000 Einwohnern müssen in Trier mindestens 21 Geschäfte des lokalen Einzelhandels sowie elf Cafés und Restaurants wenigstens zwei Produkte aus fairem Handel anbieten. Auch in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Vereinen und Kirchen sollen Produkte aus fairem Handel verwendet und der Gedanke des fairen Handels verankert werden. Zusätzlich sollen die Städte Bildungsaktivitäten zum Thema fairer Handel sowie medienwirksame Aktionen umsetzen.

Im Rathaus wird deshalb beispielsweise auf faire Bewirtung gesetzt. Bei allen offiziellen Anlässen und Sitzungen werden fairer Kaffee und fairer Tee serviert. Darüber hinaus hat die Stadt im März 2019 den „Aktionsplan Entwicklungspolitik“ zur kommunalen Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele veröffentlicht. Der Aktionsplan umfasst insgesamt 193 Maßnahmen und dient in den kommenden fünf Jahren als Fahrplan für mehr Nachhaltigkeit und fairen Handel in der Stadt.

OB Wolfram Leibe freut sich über die Auszeichnung und betont, dass die Stadt Trier durch ihr Engagement für den fairen Handel eine Vorreiterrolle einnehme: „Das kann nur funktionieren, wenn sich Akteure und Akteurinnen aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Politik gemeinsam lokal für den fairen Handel stark machen. Das Engagement der vielen Menschen hier in Trier zeigt, dass eine Veränderung möglich ist, und dass jede und jeder etwas bewirken kann.“

11 KOMMENTARE

  1. Donnerwetter! London, San Francisco, Rom, Trier! Und auch: Hillesheim, Bitburg, Adenau, Eppelborn, Merzig u.v.a.m. Nutzen? Wohl ähnlich groß wie die „Mayors for Peace“. Wohlfühlsymbolik ohne Wert, die den Menschen im Grünen Ortsverband Mitte-Gartenfeld eventuell noch minder wichtig ist, den Bewohnern der Mangnerichstraße aber wohl eher an der Lebensrealität vorbeigeht.

  2. Ich freue mich auch über die Auszeichnung , bin so glücklich darüber dass ich jetzt einen fair getradeten Kaffe in Trier trinken darf . Die Welt ist gerettet …..hoffentlich bleibt der Preis auch fair .
    TRIER ist und bleibt der Nabel der Welt

  3. Was für ein Abgrund gnadenlosen Unsinns. Nur weil in 21 Betrieben mindestens 2 Produkte aus „fairem“ Handel kommen, ist eine Stadt noch lange nicht nachhaltig.
    Nachhaltig wäre:
    Ein funktionierender Nahverkehr, incl 10EUR-10Fahrten-Ticket: Gibts nicht
    Eine städtische Finanzierung ohne immer neue Schulden: Gibts nicht
    Öffentliche Grünflächen, die nur einmal pro Jahr gemäht werden: Gibts nicht
    Die Anpflanzung ausschliesslich einheimischer Bäume und Sträucher: Ist nicht
    Ein Wettbewerb, der einmal pro Jahr den naturnahesten (nicht spiessigsten) Garten auslobt: Gibts nicht
    usw.
    usw.

  4. Ein paar Hanserl kaufen in 21 Geschäften Fair Trade, sollen sie machen. Für mich ist das kein Thema, solche Geschäfte habe ich noch nie betreten. Trier gesellt sich nun zu Städten wie…..Spargelstadt Beelitz in Brandenburg, Beelitz oder Simmern. Ich platze vor Stolz auf meine Stadt

  5. Kürzlich war der Bericht vom Rautenstrauchplatz, hier vor unser aller Haustür. Ich frage mich sollten wir nicht mal hier anfangen, Gutes zu tun? Hier sitzt in der Maarstr. immer ein Obdachloser, ein älterer Herr, ich winke immer beim Vorbeifahren und grüsse Ihn. Er freut sich immer und er hat ein wenig Akzeptanz, fühlt sich dadurch wahrgenommen. Das sich ein OB ablichten lässt für 21 Läden mit jeweils mind. 2 fair gehandelten Produkten, das hat, für mich, echten Provinzmief. Meine Meinung ist, dass Studentchen immer mehr hier in Trier die Macht ergreifen, gute sozialdemokratische, liberale und auch konservative Politik hier gar nicht mehr möglich ist, leider. Wie schön war es unter Josef Harnisch, Felix Zimmermann oder Helmut Schröer? Die Stadt wird fremd regiert, fremde Studentchen, oft organisiert über die Grünen sind an der Macht, ausstudiert hauen sie ab in die Welt. Danke an die Zweitwohnsteuer welche denen ein Wahlrecht in Trier, als Fremde ermöglichen. Danke

  6. Das Engagement für fairen Handel ersetzt ja nicht die lokale Politik. Beides soll Verbesserungen mit sich bringen. Viele kleine Schritte führen letztlich auch zum Erfolg.

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