Kommentar: „No-Go-Area“ Rautenstrauch Park – Wenn Politik und Ordnungskräfte einfach wegschauen!

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TRIER. Sogenannte „No-Go-Areas“ kennt der Otto-Normal-Vebraucher eigentlich nur vom „Hörensagen“ oder aus dem TV – doch das, was sich derzeit im Trierer Rautenstrauch-Park abspielt, ist direkt vor der Haustüre – mitten in der Innenstadt. Eine Situation, bei welcher Ordnungskräfte wegschauen und die Politik nicht handelt!

Uns schöner Trier. (Offener Brief zur Situation im Rautenstrauch-Park, Trier Innenstadt).

Sehr geehrter Herr OB Leibe,
sehr geehrte Herren Dezernenten,
sehr geehrte Fraktions-Abgeordnete,
liebe Mitbürger*innen,

Trier ist eine beliebte Stadt und ein gerne gewähltes Urlaubs- und Ausflugsziel, auch in der momentanen, gesundheitlich schwierigen Zeit.

Umso mehr beschämt es mich, dass viele Besucher*innen, die uns die Ehre erweisen, oftmals als ersten Eindruck nach dem Parkhaus am Rautenstrauch-Park vorbeikommen, in dem sich Gruppen von durchweg alkoholisierten und anderweitig zugedröhnten Menschen breit gemacht haben.

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch – diese Menschen sind sicher arm dran – sie haben dort einen Rückzugsort gefunden und somit zum sozialen Brennpunkt gemacht, was aber leider vielerlei Probleme mit sich bringt:

Bürger*innen trauen sich nicht mehr, den Park zu durchqueren. Geht man hindurch, wird man als Frau, Mann oder andere Identität mit komischen Sprüchen, sowie sexuellen Anspielungen bedacht, gleichzeitig angebettelt und/oder bedroht.

Das durch die Gruppen täglich entfachte Feuer zum grillen stellt eine Gefahr für die Öffentlichkeit dar – gerade in den Sommermonaten. Leider reagiert der Kommunale Vollzug nur zögernd – Die Damen und Herren kommen zwar vorbei, schauen sich die Situation aber anscheinend nur an und ziehen dann wieder ab.

Ruft man an und macht auf die Gefahr des Feuers aufmerksam, wird mitunter bereits am Telefon gesagt, dass „der Grill der Gruppe bekannt sei und mit der Gefahrenverordnung der Stadt Trier konform geht“.

Dass ein Entfachen von öffentlichen Feuern im Innenstadtbereich nicht mit der Gefahrenverordnung der Stadt Trier konform geht und viele Gefahren mit sich bringt, interessiert anscheinend nicht. Ist ja nur der Rautenstrauch-Park und nicht der Palastgarten! Da wird dann nur reagiert wenn ein Baum umfällt…

In den späten Abend- und Nachtstunden wird dort laute Musik gespielt, sodass Anwohner*innen ihre Fenster nicht offen lassen können. Kommen der kommunale Vollzug oder die Polizei, ist für 10 Minuten Ruhe, bevor es von Vorne losgeht. Dazu wird gegrölt, geschrien und sich geprügelt bis mal wieder der Krankenwagen kommen muss – auch das ist fast täglich der Fall.

Was aber das Schlimmste ist:
Direkt im Park befindet sich ein Spielplatz, der gerne von Familien genutzt wird. Bereits mehrmals kam es vor, dass Menschen aus der Gruppe sich dort vor spielenden Kleinkindern entblößt und ihr Geschäft verrichtet haben.
Dass diese Eindrücke aus Trier in die Welt getragen werden, finde ich einfach nur schlimm.

Es gibt städtische Einrichtungen zur Versorgung von Obdachlosen und sozial schwachen Menschen. Natürlich kann man diese nicht dazu zwingen, auch dort zu verweilen. Aber in den Parks der Innenstadt geht das auf diese Weise auch nicht.
Die Ordnungskräfte argumentieren damit, dass „diese Menschen halt so sind“ bzw. „man nicht viel machen kann“.

Das ist nicht genug.

Ich fordere Sie auf, dagegen etwas zu unternehmen.
Denjenigen unter Ihnen, die jetzt mit Mitleid, Verständnis oder sozialpädagogischen Ansätzen für die Situation der Menschen argumentieren, lege ich anheim, einfach mal einen Tag im Rautenstrauch-Park zu verbringen.

Oder noch besser: Besuchen Sie doch einfach mal mit Ihrer Familie, den Kindern oder Enkeln den schönen Spielplatz. Am besten wenn er gerade als Toilette benutzt wird – also eigentlich immer.

Mit freundlichen Grüßen,
Ein besorgter Bürger

19 KOMMENTARE

  1. Das Verhalten des Ordnungsamtes ist natürlich rechtswidrig, aber anscheinend im Rahmen der Deeskalationsstrategie, die von unserer Landesmutti propagiert wird, offensichtlich gewollt. Wofür zahlen wir denn Steuern? Die sollen gefälligst ihre Arbeit machen, für die sie von uns bezahlt werden.

    Mein Rat: Strafanzeige gegen das Ordnungsamt stellen, z.B. wegen des Anfangsverdachtes der Vorteilsnahme im Amt.

    • Opportunitätsprinzip.
      Dem Ordnungsamt fehlt schlicht und einfach das Personal. Trier krebst da mit Jahrelang mit 10 Mann (jetzt 14) rum währen Städte wie Lautern und Koblenz dafür 50-70 Leute haben (und sich auch noch beschweren es sei zu wenig.
      Wenn, dann muss der Stadtrat hier Rede und Antwort stehen.

  2. Sehr geehrter „besorgter Börger“
    ich möchte mich bei Ihnen bedanken. Endlich hat jemand die Situation am Rautenstrauch-Park angesprochen.
    Mir macht das alkoholisierte und sexistische, oft agressive Verhalten dieser Menschen Angst. Ich meide den Weg an diesem Park wenn es irgendwie geht.
    Ich verstehe das Verhalten des Bürgermeisters als oberste Stelle, der zuständigen Behörden und Ämter, überhaupt nicht. Denn wie beschrieben, lebt eine Stadt wie Trier, auch von ihren Touristen.
    Es kann doch nicht sein, das ALLE wegschauen!!
    Vllcht sollte man diesen Menschen einen Platz auf dem Hauptmarkt oder vor dem Dom anbieten. Dann wären mit Sicherheit die zuständigen Stellen schnell vor Ort.

  3. Wenn jemand mit „Besorgter Bürger“ unterschreibt und nicht die Eier hat seinen Namen zu nennen, dann ist das Denunziation und verdient nicht ernst genommen zu werden. Leute, wenn schon beschweren, ungeachtet des Sachverhalts, dann bitte mit Namen…. Soviel Mumm sollte man haben!

    • @Hirschfeld:Was ändert der Klarname an der Situation? Zweifeln Sie die beschriebene Situation etwa an? Selten dämliche Argumentation! Haben Sie Langeweile, weil keiner Ihre grottenschlechten Musikdarbietungen hören will? Zumindest bleibt der Gesellschaft das erspart!

  4. Auch wir möchten uns bedanken es ist unerträglich hier zu wohnen. Man wird blöd angemacht und angebettelt Wenn ein gewisser Alkoholspiegel erreicht ist wird es immer lauter. Schreiereien Prügeleien jede Nacht. ES Ordnungsamt oder Polizei kommen vorbei. Es passiert NICHTS ausser das kein Mensch mehr schlafen kann und wir müssen arbeiten weil diese Menschen müssen natürlich versorgt werden was dann auch leider zu meinem Beruf gehört wenn sie ins Krankenhaus gebracht werden

  5. Da hängt nur Pack rum! Und zwar so mies, das die „normalen Obdachlosen“ sich nit mehr hin trauen. Wird gesoffen, gespritzt, eingeschmissen, gedealt…
    In anderen Zeiten wär sowas schnell heil gemacht worden!

  6. So, hier sind also die Saubermacher unterwegs in Trier, selbst in Trier ….ach gibt es das! Niemals, darf es das geben. Übrigens in Zürich ( so ziemlich reichste Stadt der Welt) auch. Im Dorf in der Eifel eher nicht. Das ist urbanes Leben, leider In aller Welt, aber in gibt es das Trier doch nicccccccccccccccht, oder darf es nicht geben? Selbst in Kleinstädten gibt es diese Leute wie Wittlich, Konz. Hier gilt eher die Frage, denn trinken werden sie immer, wie sozialisiert man sie ein wenig? Trier ist doch neuerlich bunt oder? Ob schawül oder disvers, ob mannig oder freulich, Nigra oder ……….Weissbrot? Diese Menschen bedürfen Hilfe. Angebote.

  7. Ich möchte mich hier ebenfalls für den offenen Brief bedanken und kann mich wirklich nur jedem Wort anschließen.
    Mein Mann und ich wohnen nun seit gut 17 Jahren in unmittelbarer Nähe des Rautenstrauch-Parks und die Situation dort hat mittlerweile wirklich extreme Ausmaße angenommen.
    Dass Obdachlose, Suchtkranke und andere sozial Abgehängte sich in Parks aufhalten muss man als Bewohner einer Großstadt sicher bis zu einem gewissen Grad hinnehmen und akzeptieren, auch diese Menschen gehören dazu. Das war auch im Rautenstrauch-Park nie anders und ist für mich an sich auch kein Problem, wenn man denn in Ruhe gelassen wird. Leider konnten wir zunehmend beobachten, wie sich die Situation in den letzten Jahren, besonders in den letzten Monaten, sukzessive verschärft hat. Insbesondere seit eine größere Gruppe im hinteren Bereich hier eine Art Lager aufgeschlagen hat und jede Bank quasi dauerhaft von aggressiven Säufern besetzt wird, macht man lieber einen großen Bogen um den Park. Es wird gepöbelt, herumgeschrieen, sich geprügelt, alles mit Müll übersät, laute Musik zu den unmöglichsten Zeiten, große Hunde laufen ohne Leine herum, während sich die Besitzer im Delirium befinden…die Liste lässt sich ewig verlängern. Es ist so schade, denn es könnte eigentlich eine nette, kleine grüne Oase in der Stadt sein. Wie gerne würde ich oft am späten Abend noch eine kleine Runde mit meinem Hund durch den Park drehen. Im Moment ist da aus reinem Selbstschutz nicht dran zu denken und es gibt bei gutem Wetter praktisch kein Zeitfenster mehr, wo dort nicht der Punk abgeht. Es wundert mich nicht, dass der angrenzende Spielplatz kaum noch von spielenden Kindern genutzt wird. Ich würde dort auch nicht mit meinem Kind hingehen.
    Man hat wirklich das Gefühl, dass hier weggesehen und man als Anwohner der Innenstadt mit solchen Problemen alleine gelassen wird. Es wäre wirklich wünschenswert, wenn das Thema mal Gehör findet.

  8. Hier schreiben wir über ein Problem, was wie Prostituition nicht regelbar sein wird. Und beileibe, es könnte jeden treffen, der da mal landet. Vom Professor ( in Paris gibt es das oft) bis zum asozialen, es braucht nur die Ehe kaputt sein danach Jobverlust dann saufen usw. usw uns so weiter. Niemals darf man auf diese Menschen mit dem Finger zeigen, das ist meine Meinung.Fasst Euch alle mal an die Nase, wenn morgen alles wegbricht!!!!!!!!!!!!!

    • Lieber Anti-Denunziant,
      Sie haben das Problem leider nicht erfasst, was vermutlich daran liegt, dass Sie die Situation nicht richtig einschätzen können. Statt dessen unterstellen Sie hier den Kritikern Arroganz und mangelndes Verständnis für Menschen in Not. Ich finde das schon ein bisschen unverschämt, denn wie die Lebensrealität der Menschen aussieht, die traurig und verärgert sind über den Zustand des Parks, können Sie kein Stück beurteilen.
      Es geht hier nicht darum irgendwem den reinen Aufenthalt im Park zu verbieten, sondern um die Zustände und das Verhalten der betreffenden Gruppen. Armut, sozialer Abstieg und Suchterkrankungen sind Erklärungen, aber sicher kein Freibrief für alles.
      Ansonsten, wenn Sie das so sehen, dann können Sie ja gerne mit gutem Beispiel vorangehen. Gehen Sie mal vorbei und bieten Sie eine Schulter zum Ausweinen an oder noch besser, laden Sie doch ein paar zu sich nach Hause ein. Wird sicher eine spannende Erfahrung.
      Bis dahin können Sie ihre Vorwürfe und Unterstellung gegenüber den Anwohnern einfach mal stecken lassen. Danke.

  9. “ dass der Grill der Gruppe bekannt sei und mit der Gefahrenverordnung der Stadt Trier konform geht“.

    Na prima, dann können wir ja jetzt auch lustig im Nells Park, und im Palastgarten grillen! – Danke liebe Stadt!

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