Pfarreienreform: Bischof Ackermann wünscht sich mehr Verständnis in Rom

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Bischof Stephan Ackermann. Foto: Arne Dedert/ dpa-Archiv

TRIER. Nach dem Vorstoß des Vatikans zur Anpassung der Pfarreien an veränderte Bedingungen hat der Trierer Bischof Stephan Ackermann den Wunsch nach mehr Verständnis seitens der Kurie zum Ausdruck gebracht.

An einigen Stellen der Instruktion aus Rom habe er sich «schon gefragt, was von unseren Realitäten und unseren Schwierigkeiten, die wir in Rom vorgetragen haben, verstanden wurde», erklärte Ackermann in einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) und der Trierer Bistumszeitung «Paulinus», das am Freitag vom Bistum verbreitet wurde.

Zwar werde in dem Papier von Kreativität für die Weiterentwicklung des Lebens in den Pfarreien gesprochen. Die Möglichkeiten für Veränderungen würden aber stark eingeschränkt. Zur Aussage der Instruktion, dass die Kirche durch den Fortschritt des gesellschaftlichen Lebens bereichert werde, erklärte Bischof Ackermann: «Da gehören für mich unsere demokratische Kultur und auch die Stellung der Frau dazu.»

Irritiert zeigte sich Ackermann davon, dass die Instruktion mit keinem Wort auf das Thema Missbrauch und Prävention eingehe. Es werde kein Problembewusstsein dafür gezeigt, «dass Pfarreien Orte von sexueller Gewalt waren und sein können».

Am Donnerstag hatte sich auch der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf gegen «den Eingriff in meine bischöfliche Hirtensorge» gewandt. Bereits am Dienstag hatte der Generalvikar des Bistums Speyer, Andreas Sturm, von Enttäuschung gesprochen und erklärt: «Das Modell der Leitung im Team ist keine Bedrohung, sondern eine Chance für die Gemeinden und auch für die Priester.»

Die Kleruskongregation des Vatikans verbietet in der am Montag vorgelegten Instruktion «Die pastorale Umkehr der Pfarrgemeinde im Dienst an der missionarischen Sendung der Kirche» die Leitung von Pfarrgemeinden durch ein gleichberechtigtes Team von Priestern und Nicht-Klerikern. Außerdem wird die Zusammenlegung von Gemeinden abgesehen von begründeten Ausnahmefällen untersagt.

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