Fachkräftemangel wird zur Gefahr für Baubranche in Trier

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Symbolbild

Handwerker gesucht: Der Mangel an Fachkräften könnte für Baufirmen in Trier in den nächsten Jahren zu einem ernsten Problem werden. Davor warnt die IG Bauen-Agrar- Umwelt (IG BAU) und verweist auf eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit.

Danach gibt es in den Bauberufen immer größere Schwierigkeiten, Personal für offene Stellen zu finden. Im vergangenen Jahr blieben in Trier 15 Stellen in der Branche länger als 90 Tage unbesetzt.

„Ob es um den Bau von Wohnungen und Straßen oder die Sanierung von Brücken geht – viele Firmen arbeiten wegen der anziehenden Nachfrage längst am Limit. Und das sogar in Zeiten von Corona. Um die Aufträge zu bewältigen, müssen sie jetzt in die Fachleute von morgen investieren“, sagt Marc Steilen, Bezirksvorsitzender der

IG BAU Saar-Trier. Die Branche müsse jedoch deutlich attraktiver werden. Das fange bei einer besseren Bezahlung an, so Steilen. In der laufenden Tarifrunde für das Bauhauptgewerbe fordert die Gewerkschaft ein kräftiges Lohn-Plus. Außerdem soll die lange, bislang meist unbezahlte Fahrerei zur Baustelle entschädigt werden.

„Aktuell erleben wir einen regelrechten Facharbeiter-Schwund. Drei Jahre nach der Ausbildung haben im Schnitt zwei von drei Bauarbeitern ihre Branche verlassen. Der Trend muss unbedingt gestoppt werden“, betont Steilen. Neben höheren Löhnen und besseren Arbeitsbedingungen komme es dabei auch auf ein gesundes Betriebsklima an. Beschäftigte vermissten häufig Respekt und Anerkennung für ihre Leistung. „Kein Wunder, dass sich mancher da nach einem anderen Beruf umschaut“, so Steilen.

Wie sehr der Fachkräftebedarf in Zukunft anwachsen könnte, zeigt eine Studie der Sozialkassen des Baugewerbes (SOKA-BAU). Danach dürften in den nächsten zehn Jahren bundesweit 150.000 Bau-Beschäftigte in Rente gehen. Das ist jeder sechste Arbeitnehmer in der Branche.

10 KOMMENTARE

  1. Ja ich mache das seit 40 Jahren, 30 Jahre Polier und das im Osten. Von Apriel bis November für ein Hungerlohn.und ab Dezember bis März kurzarbeit 67 %. Warum soll da jemand Nachkommen? Für die Arbeit ist ein lohn von 1300Euro Netto nichts.

    • Ich weiß nicht in welchem Unternehmen Sie arbeiten, aber: 1300€ (netto) sind definitiv nicht der Tariflohn eines Poliers. Auch ein Facharbeiter im Bauhauptgewerbe hat mehr. Das kann jeder jederzeit im Tarifvertrag nachlesen.

      Wobei „netto“ grundsätzlich eine schlechte Vergleichsgröße ist, da von vielen individuellen Faktoren abhängig.

      PS: Ich arbeite in einem Bauunternehmen

      • @ Manuel: Haben Sie schon einmal daran gedacht dass es viele Firmen gibt, die keinem Tarifverbund angehören? Somit sind, für diese Region, € 1.300 sehr realistisch.

  2. Dumm dass unsere Neubürger allesamt qualifizierte Atomphysiker und Informatiker sind, sonst könnte man vielleicht den einen oder anderen für die Baubranche begeistern.

    • Was, wenn Sie die Lossprechungen der letzten 2-3 Jahre verfolgt hätten zweifelsohne passiert ist.
      Man ist auch derzeit massiv dabei Interessenten, derer es viele gibt, fit zu machen für das Deutsche duale System.

  3. Ich bin seid Januar aus meiner Ausbildung(Stahlbetonbauer) und aus meinem Lehrjahr sind rund die Hälfte schon in anderen Branchen gegangen. Der erste wirkliche Grund ist das man sehr viel unbezahlte Freizeit investieren muss. Ich bin in der Branche geblieben, habe aber direkt den Betrieb gewechselt,weil ich bei meinen Ausbildungsbetrieb nicht genug gefördert worden bin. Ich bekomme 18,20€ Stundenlohn, das ist gutes Geld für einem im ersten Gesellenjahr aber wen angenommen die Fahrtzeit mitgerechnet wird bekomm ich knapp 15€. Das ist für die harte Arbeit Viel zu wenig Geld. Dabei deprimiert es einen einfach das man jeden Tag 1-2 h umsonst im Bulli sitzt.(fehlende Wertschätzung) Man könnte hier noch einige Gründe dafür schildern warum die Branche so unattraktiv ist und anscheinend auch bleibt(Siehe momentane Tarifverhandlung)

  4. @Jannes

    Wie siehst Du denn die Tatsache, dass Du den Grossteil Deines sauer verdienten Geldes abgezogen bekommst und diese Kohle dann vor allem für Neubürger und faule Politiker ausgegeben wird?

    Beispiel: für einen unbegleiteten jungendlichen Flüchtling (gerne auch älter dank fehlender Altersfeststellung, die von rotgrün als unzumutbar angesehen wird) werden hier fast 10 000.-EURO ausgegeben. Das sind Kosten für Markenklamotten, kostenloses WLAN, diverse Dienstleistungen der Asylindustrie (Sozialarbeiter, Psychologen, etc).

    Deutsche Rentner bekommen das natürlich nicht, und die arbeitende Bevölkerung in der freien Wirtschaft wird gnadenlos abgezockt. Im Grunde genommen würde ich darüber nachdenken, ob man das Arbeiten nicht einfach einstellen sollte. Es lohnt sich einfach nicht mehr.

    • Irgendwie geht das Neubürger-Gelaber gerade meilenweit am Thema vorbei.
      Wieso wird so ein Beitrag überhaupt veröffentlicht?

    • @Der Beobachter: Im Bauhandwerk ist Mathematik das A&O. Und von daher wird Jannes sich schon selber ausrechnen können das Ihr „Problem“ Pillepalle ist. Er wird von den Berufsschulen (Saarburg und Wittlich?) aber viele junge Flüchtlinge gesehen haben die wollen und können.

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