Selbstversorger: Parkhaus Ostallee in Trier ab sofort energieneutral

Dank eines neuen Batteriespeichers deckt das Parkhaus am Alleencenter den jährlichen Strombedarf künftig selbst.

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PV-Anlage auf dem Parkhaus Ostallee. Foto: SWT Trier

TRIER. Mit einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach, einer effizienten LED-Beleuchtung im Gebäude und einer Speicherbatterie im Keller haben die Stadtwerke Trier (SWT) im ersten Halbjahr 2020 das Parkhaus Ostallee modernisiert. Ziel der Maßnahmen ist es, den Energiebedarf mit dem selbst erzeugten Sonnenstrom vor Ort zu decken.

Aber von vorne: Zum Projektstart hat das Parkhaus Ostallee im Jahr rund 200.000 Kilowattstunden (kWh) Strom benötigt. Rund 85 Prozent darauf entfielen auf die Beleuchtung, die aus herkömmlichen Leuchtstoffröhren bestand. „Durch die Umrüstung auf LED-Lampen haben wir den Energiebedarf um rund 50.000 kWh pro Jahr reduziert“, erklärt SWT-Projektleiter Nicolas Wiedemeyer. Ein weiterer positiver Aspekt: Den Einbau der neuen Technik haben die technischen Auszubildenden der SWT in Eigenregie übernommen. „Wir legen großen Wert darauf unseren Azubis nicht nur Fachwissen mitzugeben, sondern auch möglichst viel Praxiserfahrung. Dazu gehören selbstständiges Arbeiten, Flexibilität und Teamgeist“, begründet Ausbildungsleiter Wolfgang Sander die Projektarbeit. Rund 300 Leuchtstoffröhren haben die angehenden Elektroniker für Betriebstechnik gegen LED-Lampen ausgetauscht. Statt 42 Watt benötigt eine Leuchte künftig nur noch 25 Watt. „Bei besserer Ausleuchtung des Gebäudes und kleinerem Wartungsaufwand“, betont Wiedemeyer. In Summe sparen die SWT dank dieser Maßnahme rund 25 Prozent des Strombedarfs ein, so dass das Parkhaus künftig nur noch rund 150.000 kWh pro Jahr verbraucht.

Um diesen Strom umweltschonend und vor Ort zu erzeugen, haben die SWT auf dem Dach des Parkhauses eine Photovoltaik-Anlage gebaut. Seit Ende Juni sind die 636 Module in Betrieb und werden pro Jahr 186.000 Kilowattstunden produzieren.

„Produziert die PV-Anlage einmal mehr Strom als wir zeitgleich brauchen, speichern wir die Energie in der Batterie und können sie bei Bedarf flexibel zur Verfügung stellen“, erklärt Wiedemeyer. Der Stromspeicher verfügt über eine Leistung von 50 Kilowatt und eine Speicherkapazität von 75 Kilowattstunden bei einen Gesamtwirkungsgrad von über 90 Prozent. Über eine intelligente Steuerung optimieren die SWT mithilfe des Speichers den Verbrauch. Das heißt: Er kommt genau dann zum Einsatz, wenn der tatsächliche Strombedarf kurzfristig überdurchschnittlich steigt, zum Beispiel wenn E-Autos an Ladesäulen „tanken“.

Das Projekt hat Pilotcharakter. Es dient als Vorbild für andere SWT-Liegenschaften. So haben die SWT bereits im Bad an den Kaiserthermen einen weiteren Stromspeicher installiert. Ein dritter ist für das Wasserwerk Irsch in Planung. Für diesen Ansatz gibt es einen guten Grund, wie SWT-Vorstand Arndt Müller abschließend erklärt: „Egal, ob Parkhaus, Trinkwasserversorgung oder Abwasserreinigung: Wir untersuchen alle unsere Geschäftsfelder auf Potentiale für Energieeffizienz, erneuerbare Energieerzeugung und Speichermöglichkeiten. Zum Schutz unserer Umwelt, aber auch um defizitäre Dienstleistungen, wie den Personennahverkehr oder das einzige öffentliche Hallenbad der Stadt auch in Zukunft vollumfänglich finanzieren zu können.“

(Quelle: SWT Trier)

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