Aufregung in Mainz und anderen Städten: Bomben-Drohungen legen Ministerien lahm

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Foto: Patrick Seeger/dpaArchiv

Aufregung im Mainzer Justiz- und Regierungsviertel: Nach einer Bombendrohung wird das Gerichtsgebäude geräumt und durchsucht. Gefunden wird nichts. Unklar ist, ob das Ganze im Zusammenhang mit ähnlichen Vorfällen in anderen Städten steht.

Eine Bombendrohung gegen das Land- und Amtsgericht in Mainz hat am Dienstag einen größeren Einsatz im Justiz- und Regierungsviertel ausgelöst. Die Drohung war gegen 7.30 Uhr schriftlich beim Amtsgericht eingegangen und richtete sich gegen dieses Gebäude, wie ein Sprecher der Polizei berichtete. Der Komplex wurde geräumt und durchsucht, umliegende Straßen waren abgesperrt.

Vorsorgehalber verließen auch die Mitarbeiter mehrerer nahe gelegener Ministerien und der Landtagsverwaltung ihre Gebäude – darunter waren das Abgeordnetenhaus, das Umwelt- und Finanz- sowie das Integrationsministerium. Dies sei freiwillig geschehen, betonte eine Polizeisprecherin. Gefunden wurde im Gericht nichts Verdächtiges, beendet war der Einsatz gegen 10.30 Uhr.

Nun ermittelt die Mainzer Kriminalpolizei. In anderen Städten wie Lübeck, Erfurt und Chemnitz waren ebenfalls Drohungen gegen Gerichtsgebäude eingegangen. Während in Erfurt Sprengstoffhunde im Einsatz waren, wurde das Amtsgericht Chemnitz nicht evakuiert. In Nordrhein-Westfalen waren die Landgerichte in Essen und Bochum von Bombendrohungen betroffen. Hier habe die Polizei die Gefahr als gering eingestuft und relativ schnell Entwarnung geben können, nachdem nichts gefunden worden sei, sagte eine Sprecherin des Justizministeriums in Düsseldorf.

Im hessischen Hanau wurde – ebenfalls nach einer Bombendrohung – das Gebäude der Bundesagentur für Arbeit evakuiert. Betroffen waren hier lediglich Mitarbeiter, Publikumsverkehr gab es zu dem Zeitpunkt am Morgen noch nicht, wie ein Polizeisprecher berichtete. Der Vorfall stehe nach den bisherigen Ermittlungen nicht im Zusammenhang mit ebenfalls am Dienstag eingegangenen Bombendrohungen gegen Gerichte.

Der Mainzer Polizeisprecher sagte, weil es im Bundesgebiet ähnliche Drohungen gegeben habe, seien die Ermittler untereinander in Kontakt und prüften, ob es eine Verbindung geben könnte. Noch lasse sich aber weder dazu noch zu möglichen Tätern etwas sagen.

Solche – in der Regel leeren – Drohungen gegen Behörden kommen immer wieder vor. Bei Justizbehörden gingen in der Vergangenheit außerdem häufiger Briefsendungen mit dubiosem Pulver ein. Dies hat zwar regelmäßig größere Feuerwehreinsätze zur Folge, die Pulver erwiesen sich bisher nach Laborprüfungen jedoch als harmlos.

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