Olympiasieger Richard Schmidt – Zurück im Revier

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TRIER. Er ist wieder hier, in seinem Revier: Richard Schmitt (25), der bei den Olympischen Spielen von London die Goldmedaille mit dem „Deutschland-Achter“ gewann, wurde am Donnerstag mit einem großen Empfang in seiner Geburtsstadt geehrt. Schmidt ist der erste und bisher einzige Olympiasieger aus Trier. „Ich habe im Stadtarchiv nachgeschaut“, sagte Oberbürgermeister Klaus Jensen bei der Feier auf dem Hauptmarkt. „Selbst in der Antike hatte Trier keinen Olympiasieger.“

Am 1. August wurde Schmidt nach dem Parforceritt über den Dorney Lake mit dem Flaggschiff des Deutschen Ruderverbandes Olympiasieger. Er gehört zu jener Mannschaft, über die Schlagmann-Legende Roland Baar schon unmittelbar nach dem Zieleinlauf ins Schwärmen geriet: „Das ist der beste Achter, den es jemals gab.“ Seither trägt der Trierer die Goldmedaille – praktisch Tag und Nacht.

„Na ja, nicht ganz, aber meistens schon“, sagte der Olympiasieger am Donnerstag auf der Tribüne auf dem Hauptmarkt. Mehr als 25.000 Zuschauer am Dorney Lake sahen den Erfolg der Deutschen. Die meisten von ihnen aber hatten das britische Boot zum Sieg schreien wollen. „Es war sehr hart“, berichtete Schmitt, als das Rennen noch einmal über den Großbildschirm flimmerte. Die Atmosphäre war wie bei einer Live-Übertragung: Als der deutsche Achter die Ziellinie überquerte, brandete der Jubel auf. Die Briten hätten sie schon auf der Rechnung gehabt, so Schmidt. „Aber dann habe ich auf den letzten 500 Metern mal kurz ‚rüber geschaut, und da wusste ich: Jetzt sind sie geschlagen.“

Mehrere seiner Kollegen hätten sich nach dem Zieleinlauf übergeben müssen. „Aber das ist ganz normal, an irgendeinem Punkt will der Körper nicht mehr, und dann geht es nur noch über den Kopf und den Willen.“ Dafür sei die Feier am Abend im deutschen Haus umso schöner gewesen. „Wir waren ganz schnell betrunken, weil wir den Alkohol nach der langen, abstinenten Trainingszeit überhaupt nicht mehr gewohnt waren.“

Schmitt, der in Dortmund studiert und Wirtschafts-Ingenieur werden will, wurde von seinen Eltern Inge Fürst-Schmidt und Jürgen Schmidt begleitet. Sie waren auch in London dabei, als ihr Sohn „Gold“ holte. Es dauerte lange, bis Mutter und Vater Schmidt ihren Goldjungen in die Arme schließen konnten. Der frischgebackene Olympiasieger musste nämlich zur Dopingkontrolle – und das kann nach einer extremen sportlichen Anstrengung durchaus etwas länger dauern.

Am Abend trug sich der Olympiasieger in den Viehmarktthermen ins Goldene Buch der Stadt ein, was normalerweise allein hochrangigen Persönlichkeiten der Zeitgeschichte vorbehalten ist. „Aber ein Goldmedaillengewinner gehört vor allen anderen in das Goldene Buch seiner Heimatstadt“, sagte OB Jensen. „Deswegen habe ich entschieden, dass Richard Schmidt sich dort ebenfalls einträgt.“ (et)

VIDEO des Goldrennens bei der ZDF-Mediathek

1 KOMMENTAR

  1. So geht Marketing ! Kompliment die Damen u Herren der Volksbank, Hier zeigt sich in eindrucksvoller Art u Weise,, dass Intelligenz und nicht Kumpanei zum Erfolg führen . Daran sollten sich auch Andere mal ein Beispiel nehmen.

  2. @schwarzer abt : soll das etwa eine anspielung auf die freundschaftliche sponsoringvergabe der anderen großen bank hier vor ort sein?auch ich wundere mich immer wieder wer bei dieser bank mit sponsoring oder mäzenatentum bedacht wird!!!

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