++ Arbeitsmarkt in der Region – Blick in die einzelnen Landkreise ++

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Foto: dpa-Archiv

Im Juni verzeichnet die Arbeitsmarkt-Statistik erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie einen Rückgang der Arbeitslosigkeit in der Region Trier. Die Zahl der Arbeitslosen sank gegenüber dem Vormonat um 114 auf 12.653. Die Arbeitslosenquote im Bezirk der Agentur für Arbeit Trier liegt aktuell bei 4,3 Prozent und damit 0,1 Prozentpunkte niedriger als im Vormonat. Sie übersteigt jedoch den Wert des Vorjahresmonats um 1,2 Prozent. Im Juni 2019 betrug die Arbeitslosenquote 3,1 Prozent. Damals waren 9.129 Menschen in der Region arbeitslos.

Im Juni wurden 452 weniger neue Arbeitslosenmeldungen registriert als noch im Mai und sogar 833 weniger als im Juni 2019. Besonders die Zahl derer die direkt aus einer Erwerbstätigkeit heraus arbeitslos wurden, also aktuell ihren Job verloren, sank gegenüber dem Vormonat deutlich. Sie ging um 267 auf 1.003 Personen zurück und liegt damit jetzt auf dem üblichen Niveau der Vorjahre.

Auch fanden wieder deutlich mehr Menschen aus der Arbeitslosigkeit heraus. 1.052 Arbeitssuchende konnten eine Erwerbstätigkeit aufnehmen, 334 mehr als noch im Vormonat und 114 mehr als im Juni 2019. Die Einstellungen erfolgten unter anderem im Segment der Lebensmittel- und Gastberufe.

Im Juni wurden der Agentur für Arbeit zudem mehr neue Arbeitsstellen gemeldet. 748 Angebote gingen ein, 97 mehr als im Vormonat. Vor allem im Gastgewerbe war ein deutliches Plus zu verzeichnen. Hier wurden 48 neue Stellen gemeldet. Vergleichsweise starke Zuwächse bei den Jobofferten gibt es auch im Verarbeitenden Gewerbe mit 91 neuen Stellen, im Handel mit 83 Angeboten und im Baugewerbe mit 64 neuen Stellen.

„Die Lockerungen nach dem Corona bedingten Lock-Down zeigen erste Wirkung“, sagt Heribert Wilhelmi, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Trier. „Eine klare Sprache sprechen die Neueinstellungen und die neuen Jobofferten im Gastgewerbe. Restaurants durften Mitte Mai wieder öffnen und haben sich besonders in den Ferienregionen an der Mosel auf den auflebenden Tourismus an Feiertagswochenenden und zu Beginn der Reisesaison eingestellt“. Die Lockerungen wirkten sich auch auf das Verarbeitende Gewerbe aus. Durch den Abbau von Lieferengpässen könnten nun wieder Aufträge bearbeitet werden.

Da die meisten Unternehmen schon zu Beginn der Krise entschieden haben, wie viel Personal sie halten und in Kurzarbeit schicken oder freisetzen, geht der Arbeitsmarktexperte unter den aktuell günstigen saisonalen Bedingungen zunächst von einer Stabilisierung des Arbeitsmarktes aus. „Wie stark sich die Entspannung und der Aufwärtstrend fortsetzen können, hängt aber maßgeblich von der Entwicklung des Pandemie-Geschehens ab und davon, wie lang der Atem der Unternehmen in der Kurzarbeit ist“, erklärt Heribert Wilhelmi. In jedem Fall rät der Chef der Trierer Arbeitsagentur den Betrieben der Region, die Zeit der Krise und insbesondere der Kurzarbeit für Qualifizierung und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter*innen zu nutzen. „Denn Fachkräftesicherung ist das Fundament dafür, am Markt bestehen und auf Zukunftskurs gehen zu können. Die Agentur für Arbeit unterstützt Unternehmen dabei mit Beratung und passenden Angeboten.“

Der Ausbildungsmarkt in der Region Trier
Auf dem Ausbildungsmarkt zeigt sich nach wie vor eine hohe Einstellungsbereitschaft der Unternehmen für neue Auszubildende. Die Unternehmen der Region haben der Agentur für Arbeit Trier bis Juni 4.007 Berufsausbildungsstellen gemeldet. Das sind 102 Ausbildungsstellen mehr als im Vormonat, aber 362 weniger als zum gleichen Vorjahres-Zeitpunkt. Für interessierte Jugendliche stehen davon noch 1.944 freie Ausbildungsplätze zur Verfügung. Die meisten Angebote gibt es im Bereich der Rohstoffgewinnung, Produktion und Fertigung, beispielsweise für Berufe der Energietechnik oder des Metallbaus. Auch für Berufe im kaufmännischen Bereich, dem Handel, Vertrieb oder Tourismus gibt es ein großes Ausbildungsangebot. Insgesamt 2.473 Ausbildungsplatzsuchende verzeichnet die Statistik, davon sind noch 984 unversorgt. Die meisten davon interessieren sich, äquivalent zu den angebotenen Ausbildungsstellen, für Produktions- und Fertigungsberufe sowie Berufe in den kaufmännischen Dienstleistungen und dem Handel. Heribert Wilhelmi rät den Ausbildungsinteressierten, Kontakt zur Berufsberatung der Agentur für Arbeit Trier aufzunehmen: „Dort können der passende Ausbildungsberuf und die passende Stelle ermittelt werden“.

Personengruppen – jugendliche und ältere Arbeitslose, Frauen und Männer, Ausländer und Langzeitarbeitslose
7.020 der Arbeitslosen im Agenturbezirk sind Männer, 5.632 Frauen. Unter den insgesamt 12.653 Arbeitslosen befinden sich 1.597 Jüngere unter 25 Jahren, 2.804 Ältere ab 55 Jahren sowie 3.107 Ausländer und 2.619 Langzeitarbeitslose. Außer in der Personengruppe der Langzeitarbeitslosen reduzierte sich die Arbeitslosigkeit aller Personengruppen gegenüber dem Mai.

Stellenangebote
Bei der Agentur für Arbeit Trier sind derzeit 3.652 Stellen-Angebote gemeldet. Der Bestand an Arbeitsstellen hat sich seit Mai um 4,9 Prozent reduziert. Im Vergleich zum Juni 2019 ist die Zahl der gemeldeten Arbeitsstellen um 31,7 Prozent gesunken. Die meisten Stellenausschreibungen gibt es in der Zeitarbeit mit 965 Angeboten, im Verarbeitenden Gewerbe mit 477 freien Jobs und im Handel mit 430 Angeboten.

Kurzarbeit
Im Juni lagen bei der Agentur für Arbeit Trier 85 neue Anzeigen auf Kurzarbeit für 778 Personen vor. Damit stieg die Gesamtzahl der Anzeigen seit März auf 5.591 und die der darin bezifferten Beschäftigten auf 57.375. Wie viele Menschen tatsächlich von Kurzarbeit betroffen sind, wird sich erst im Juli zeigen. Dann liegen erste Daten vor, wie viele Betriebe tatsächlich Kurzarbeit abgerechnet haben.

Blick in die einzelnen Regionen

Stadt Trier
Vom positiven Trend des Agenturbezirks ist die Stadt Trier ausgenommen. Dort ist die Arbeitslosigkeit im Juni erneut angestiegen. 4.351 Menschen sind arbeitslos, 103 mehr als im Mai und 1.403 mehr als im Juni 2019. Die Arbeitslosenquote hat sich um 0,2 Prozentpunkte gegenüber dem Vormonat auf 7,1 Prozent erhöht. Nach wie vor spielt eine Rolle, dass sich viele Geflüchtete nach dem Wegfall der Wohnsitzauflage im Oberzentrum Trier angesiedelt haben. Ausländer stellen in Trier mit 1.297 Personen fast ein Drittel der Arbeitslosen. Auch spiegeln sich die Folgen der Corona-Maßnahmen für städtische Branchen in den von Arbeitslosigkeit am stärksten betroffenen Berufsgruppen: Allein in den Bereichen Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit sind 1.356 Trierer arbeitslos. 695 Menschen aus den Bereichen Handel, Vertrieb und Tourismus sind ohne Job, ebenso 474 Personen aus dem Metier Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung. In der Stadt Trier sind 2.497 der Arbeitslosen männlich, 1.854 weiblich, 634 Jüngere unter 25 Jahren und 711 Ältere über 55 Jahren. Im Juni meldeten sich 615 Personen neu arbeitslos, 520 konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden.
37 Trierer Unternehmen haben im Mai für 268 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt. Damit stieg die Gesamtzahl der Anzeigen aus der Stadt Trier seit März auf 1.472 und die der darin bezifferten Beschäftigten auf 16.598.

Landkreis Bernkastel-Wittlich
Im Kreis Bernkastel-Wittlich hat sich die Arbeitslosigkeit im Juni erneut verringert. Mit 2.402 Menschen waren 185 Personen bzw. 7,2 Prozent weniger arbeitslos als noch im Mai. Im Vergleich zum Juni 2019 ist die Zahl jedoch um 683 Menschen bzw. 39,7 Prozent gestiegen. Die Arbeitslosenquote liegt bei 3,8 Prozent und damit um 0,3 Prozentpunkte niedriger als im Mai. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Quote um 1,1 Prozentpunkte.
In den letzten vier Wochen mussten sich 387 Bürgerinnen und Bürger des Landkreises Bernkastel-Wittlich arbeitslos melden, 575 Personen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden. 1.286 der insgesamt 2.402 Arbeitslosen sind Männer, 1.116 sind Frauen. Darunter befinden sich 263 Jüngere zwischen 15 und 24 Jahren, 620 Arbeitslose, die älter als 55 Jahre sind, 554 Ausländer und 441 Langzeitarbeitslose.

15 Unternehmen aus dem Kreis Bernkastel-Wittlich haben im Juni Anzeigen auf Kurzarbeit für 85 Beschäftigte gestellt. Seit März sind damit insgesamt 1.334 Anzeigen für 13.995 Personen eingegangen.

Eifelkreis Bitburg-Prüm
Im Eifelkreis Bitburg-Prüm ist die Zahl der arbeitslosen Menschen von Mai auf Juni um 15 auf 1.710 Personen leicht gestiegen. Die Arbeitslosenquote liegt unverändert bei 3,2 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr sind 495 Personen mehr arbeitslos. Dies ist eine Steigerung um 40,7 Prozent.

Unter den aktuell 956 arbeitslosen Männern und 753 arbeitslosen Frauen befinden sich 199 Jüngere zwischen 15 und 24 Jahren, 439 Ältere ab 55 Jahren, 454 Ausländer und 332 Langzeitarbeitslose. 324 Menschen konnten im Juni ihre Arbeitslosigkeit beenden, 345 Personen meldeten sich erstmals oder erneut arbeitslos.
10 neue Anzeigen auf Kurzarbeit für 51 Beschäftigte sind im Juni im Eifelkreis gestellt worden. Seit März liegt damit die Gesamtzahl der Betriebe, die auf das Instrument Kurzarbeit setzen, bei 959 und die der insgesamt betroffenen Personen bei 8.305.

Kreis Vulkaneifel
Die Arbeitslosigkeit in der Vulkaneifel ist im Monat Juni um 14 auf 1.451 Personen gesunken, das entspricht einem Rückgang um 1,0 Prozent. Gegenüber dem Vorjahresmonat liegt die Zahl der Arbeitslosen um 256 oder 21,4 Prozent höher. Die Arbeitslosenquote bleibt unverändert auf 4,3 Prozent und damit 0,8 Prozentpunkte über Vorjahresniveau.
Im Juni haben sich 209 Menschen arbeitslos gemeldet, 220 konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden. Von den 1.451 Arbeitslosen sind 779 Männer und 672 Frauen. Darunter befinden sich 166 Jüngere unter 25 Jahren, 363 Ältere ab 55 Jahren, 224 Ausländer und 397 Langzeitarbeitslose.

Im Juni haben 6 Unternehmen im Vulkaneifelkreis Kurzarbeit für 164 Beschäftigte angezeigt. Die Summe seit März liegt somit bei 625 Anzeigen für 5.994 Beschäftigte.

Landkreis Trier-Saarburg
Im Landkreis Trier-Saarburg sank die Zahl der Arbeitslosen im Laufe des Juni um 33 auf 2.739 Personen, das entspricht einem Rückgang von 1,2 Prozent. Im Vergleich zum Juni 2019 hat sich die Arbeitslosigkeit um 33,5 Prozent bzw. 687 Personen erhöht. Die Arbeitslosenquote bleibt wie im Mai auf 3,4 Prozent und liegt damit um 0,9 Prozentpunkte höher als im Juni 2019.

Unter den 1.502 arbeitslosen Männern und 1.237 arbeitslosen Frauen sind 335 Jüngere unter 25 Jahren, 671 Ältere ab 55 Jahren, 578 Ausländer und 585 Langzeitarbeitslose. 439 Menschen meldeten sich im Juni arbeitslos, 466 Personen haben ihre Arbeitslosigkeit beendet.

Auch hier haben weitere Unternehmen Kurzarbeit angemeldet. 17 neue Anzeigen für 210 Beschäftigte gingen bei der Agentur für Arbeit ein. Seit März sind damit insgesamt 1.201 Anzeigen für 12.483 Beschäftigte gestellt worden.

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