Imkern für Anfänger – ist das einfach so möglich?

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Symbolbild // pixabay

Bienen sind nachweislich wesentlich älter als die Menschen. Da sie sich ausschließlich von Honig und Pollen ernähren, gehen Wissenschaftler davon aus, dass sie bereits vor 90 Millionen Jahren, in der mittleren Kreidezeit entstanden sein könnten. Funde von in Bernstein eingefassten Bienen lassen sich auf 50 Millionen Jahre vor unserer Zeit zurückdatieren. Als sich der Mensch dann vor etwa 5 Millionen Jahren entwickelte, fand er bereits Honigbienenvölker vor. Bei den damaligen Jägern und Sammlern dürfte der Honig eine begehrte Beute gewesen sein. Man kann also sagen, dass Bienen im Prinzip so etwas wie das älteste Nutztier des Menschen angesehen werden kann.

Trend zum Hobbyimkern

Die Imkerei dürfte angesichts der eingangs erwähnten zeitgeschichtlichen Abläufe schon sehr alt sein. Im Laufe der Zeit hat sich die Technik dabei immer weiter verbessert, seit einiger Zeit ist zudem ein regelrechter Trend zum Hobbyimkern zu beobachten. Nicht nur das Bienensterben, auch das wachsende Interesse am Imkern spielt hier eine Rolle. Was sollte man über das Imkern wissen und was sollte man unbedingt beachten, wenn es um die Haltung von Bienen geht?

Prinzipiell hat in Deutschland jeder das Recht, auf dem eigenen Grundstück Bienen zu halten und somit eine kleine Imkerei zu betreiben. Dazu muss nicht einmal eine entsprechende Ausbildung absolviert werden, auch eine Eignungsprüfung fällt weg. Wie also soll man denn überhaupt wissen, ob man (unabhängig vom generellen Interesse) überhaupt für das Imkern geeignet ist?

Verantwortung für Lebewesen

Wer sich für Imkern als Hobby interessiert, sollte selbstverständlich gewisse Voraussetzungen erfüllen können, um dieses Hobby auch gewissenhaft und ordnungsgemäß zu betreiben. Die Haltung von Bienen ist durchaus mit einigem Aufwand verbunden und über das komplette Bienenjahr müssen zahlreiche Arbeiten stetig wiederholt werden. Bei einem unsachgemäßen Umgang mit den Bienen oder einer falschen oder unzureichenden Ausführung der Routinearbeiten kann schnell das ganze Bienenvolk in Gefahr geraten und im schlimmsten Fall sterben.

Darüber hinaus sollten alle die sich für die Imkerei interessieren wissen, dass Bienenvölker mit anderen Bienenvölkern in einem Gebiet von bis zu 50 Quadratmetern im Austausch stehen. Bei Krankheit oder Verwahrlosung der Bienen können sie im schlimmsten Fall gar von einem anderen Volk ausgeraubt werden. Auch Krankheiten oder Parasiten können sich so von Volk zu Volk übertragen.

Ausrüstung und Imkereibedarf

Wer Imkern zu seinem Hobby machen möchte, kommt um eine gewisse Grundausstattung nicht herum. Spezialisierte Onlineshops, etwa imkereibedarf-muhr.de führen alles, was der Hobby- oder Profiimker benötigt. Für die Grundausstattung sollten angehende Imker etwa 1.500 bis 2.000 Euro einplanen. Für die Haltung der Bienen fallen darüber hinaus weitere laufende Kosten an, welche in der Regel aber durch den Ertrag des Honigs wieder kompensiert werden. Im Schnitt kann man bei einem Bienenvolk mit etwa 30 Kilo Honig pro Jahr rechnen.

Zu der passenden Ausrüstung gehört neben dem obligatorischen Imker-Anzug und entsprechendem Zubehör vor allem auch die Behausung der Bienen, die sogenannte Beute. Gerade für Einsteiger in die Welt des Imkerns ist es oft nicht ersichtlich, welche Variante die beste Option ist. Den Bienen selber ist es prinzipiell recht egal welche Behausung man ihnen anbietet.

Neben den verschiedenen Entscheidungen die angehende Imker in Bezug auf die Ausrüstung fällen müssen, müssen sie sich auch für eine Bienenrasse entscheiden. Entsprechende Beuten sollten ausreichend Schutz und Platz bieten, zudem sollte der Imker jederzeit in der Lage sein das Innere der Beute zu kontrollieren. Daher ist es vor allem eine Geschmacksfrage, für welche Bienenbehausung sich ein Imker entscheidet. Alle Varianten haben dabei ihre ganz eigenen Vor- und Nachteile.

Anfängerkurse bieten einen idealen Einstieg

Wer sich ernsthaft für das Hobby Imkern interessiert, sollte sich weiterführend informieren und diesem Interesse hinterhergehen. Wer keinen Garten zur Verfügung hat, kann Bienen sogar auf dem Balkon oder der Terrasse halten. Es ist jedoch unbedingt zu empfehlen, einen Anfängerkurs zu besuchen, bevor man das Unternehmen Imkern tatsächlich angeht. Deutschlandweit gibt es Imker-Vereine, die in regelmäßigen Abständen Anfängerkurse anbieten. Diese Gelegenheit sollten angehende Imker in jedem Fall wahrnehmen, da hier neben dem reinen Informationscharakter einer solchen Veranstaltung auch persönliche Rückfragen gestellt und Kontakte geknüpft werden können. Gerade in der Anfangsphase des Imkerns ist es ein enormer Vorteil, einen erfahrenen Imker an der Seite zu haben.

Gibt es irgendwelche Auflagen?

Wer sich schlussendlich für die Haltung von Bienen entscheidet, muss dies lediglich dem zuständigen Veterinäramt mitteilen. Grund dafür ist die sogenannte Bienenseuchenverordnung. Das Amt registriert die Anzahl der Bienenvölker sowie den jeweiligen Standort. Daraufhin erhält der Imker eine Registriernummer. Das Amt verpflichtet den Imker im Zuge dessen darauf, bestimmte Krankheiten bei den Bienen unverzüglich zu melden. Abhängig vom jeweiligen Bundesland kann es darüber hinaus notwendig sein, sich als Imker bei der Tierseuchenkasse anzumelden.

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