Verschwunden – so viele junge Menschen werden aktuell bei uns vermisst

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142 Kinder und Jugendliche in Rheinland-Pfalz gelten derzeit als vermisst. Darunter sind 100 Jungen und 42 Mädchen, wie das Landeskriminalamt der Deutschen Presse-Agentur in Mainz berichtete.

Einige von ihnen seien inzwischen schon im Erwachsenenalter. 40 der 142 Kinder und Jugendlichen waren bei ihrem Verschwinden 16 Jahre alt. Vor einem Jahr wurden noch 154 Kinder und Jugendliche vermisst, vor zwei Jahren 203. Am 25. Mai ist der Tag der vermissten Kinder.

Etwa 99 Prozent der vermissten Kinder und Jugendliche kämen zwar schnell zurück. «Aber für die anderen ist das natürlich dramatisch», sagt die Bundesgeschäftsführerin des Weißen Rings, Bianca Biwer. «Das ist mit die schwerste Situation, die man aushalten muss.» Die Eltern bräuchten lange eine Begleitung und psychologische Unterstützung, mit der Situation umzugehen. Denn dazu komme bei vielen «eine immer wiederkehrende vernichtende Enttäuschung», wenn sie hoffen, ihr Kind ruft an oder steht vor der Tür. Diese Menschen müssten «stabilisiert werden, trotz der Situation noch ein eigenes Leben leben zu können. Das ist schwierig für die Betroffenen.»

Der Zeitfaktor spiele eine große Rolle, wenn ein Kind verschwinde, betonte Biwer. Es sei wichtig, früh und schnell eine breite Öffentlichkeit einzubinden. Hinter dem Verschwinden stecke allerdings selten eine Straftat, etwa eine Sexualstraftat. Gerade bei Kindern habe das Verschwinden aber oft einen ganz ernsten Hintergrund, etwa eine Gewalterfahrung, vor der sie weggelaufen seien, sagte Biwer. Dies könne häusliche Gewalt oder Vernachlässigung sein. «Es muss aber nicht im familiären Kontext liegen.» Es könne auch eine ganz andere Gewalterfahrung sein, von der die Eltern gar nichts wüssten.

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