Haushaltssperre in Bistum – Polizisten-Party: Schüler kehren zurück

Weltweit ächzt die Wirtschaft unter den Folgen der Corona-Krise. Auch an Rhein und Mosel sind die Auswirkungen spürbar. In Mainz laufen unterdessen die Untersuchungen im Fall von Polizisten weiter, die in einer Altstadt-Kneipe gegen Corona-Regeln verstoßen haben sollen.

0
Foto: dpa-Archiv

MAINZ. Die Corona-Pandemie schlägt weiter sichtbar auf die Konjunktur in Rheinland-Pfalz durch. Die Umsätze der Industrie sind im März klar geschrumpft, Aus- und Einfuhren brachen ein. Und nach dem Bistum Mainz verhängt jetzt auch Speyer eine Haushaltssperre. Die Themen des Tages im Bundesland im Überblick:

INDUSTRIE – Die Umsätze der rheinland-pfälzischen Industrie sind wegen der Corona-Krise im März deutlich zurückgegangen. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes lagen die Umsatzerlöse bei 7,9 Milliarden Euro. Das sind 7,4 Prozent weniger als im Vorjahr, wie die Behörde am Freitag in Bad Ems weiter mitteilte. Damit liegt Rheinland-Pfalz unter dem Bundesschnitt. In Deutschland gingen die Umsätze der Industrie im März um 7,7 Prozent zurück.

HAUSHALTSSPERRE – Aufgrund der wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise hat das Bistum Speyer eine Haushaltssperre sowie ein Bündel von Maßnahmen zur Ausgabenbegrenzung beschlossen. «Wir rechnen mit einem spürbaren Rückgang der Kirchensteuer als Folge der Corona-Krise», sagte Generalvikar Andreas Sturm einer am Freitag veröffentlichten Mitteilung zufolge. Die Einnahmeausfälle, die sich aufgrund der demografischen Entwicklung und der Kirchenaustritte schon seit längerem abzeichneten, würden dadurch verschärft.

AUSSENHANDEL – Die weltweite Corona-Krise drückt kräftig auf den rheinland-pfälzischen Außenhandel. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems vom Freitag belief sich der Wert der Ausfuhren im März auf 4,34 Milliarden Euro. Das waren 9,4 Prozent weniger als im März 2019. Die Einfuhren brachen mit einem Minus von 13 Prozent noch deutlicher ein: Waren im Wert von 3,12 Milliarden Euro wurden im März 2020 importiert. Im gesamten ersten Quartal dieses Jahres sanken die Ausfuhren aus Rheinland-Pfalz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7 Prozent auf 13,2 Milliarden Euro. Die Einfuhren fielen um 10 Prozent auf 9,5 Milliarden Euro.

UNTERSUCHUNG LÄUFT – Den Mainzer Polizisten, die in einer Altstadt-Kneipe länger als erlaubt und ohne den in der Corona-Pandemie verlangten Abstand gefeiert haben, droht ein Bußgeld von einigen hundert Euro. Geprüft werde zudem, ob gegen sie disziplinarrechtlich vorgegangen werde, sagte Ordnungsdezernentin Manuela Matz (CDU) am Freitag. Der Wirt müsse sich auf ein Bußgeld in Höhe von einigen Tausend Euro einstellen. Derzeit werde untersucht, ob und in wieweit er Hygienemaßnahmen unterlassen sowie gegen Zutritts- und Dokumentationspflichten verstoßen habe.

SCHULE – Nach mehr als zwei Monaten Corona-Zwangspause kehren am kommenden Montag bis zu 107 000 weitere Kinder und Jugendliche in Rheinland-Pfalz in den vertrauten Alltag zurück. Damit sind dann seit Beginn der schrittweisen Öffnung der Schulen am 27. April wieder etwas mehr als die Hälfte der Schülerinnen und Schüler an den allgemeinbildenden Schulen wochen- oder phasenweise wieder im Präsenzunterricht dabei – meist im Wechsel mit «Home Schooling», also dem Unterricht vor allem mit digitalen Mitteln.

FUSSBALL – Beim ersten Fußball-Bundesliga-Heimspiel von Mainz 05 ohne Zuschauer rechnet die Polizei am Samstag nicht mit Fanaufläufen vor dem Stadion. «Wir behalten das aber im Blick und schauen uns das genau an», sagte der Mainzer Polizei-Sprecher Rinaldo Roberto am Freitag. Es sei schon möglich, dass einige Fans irgendwo anders zusammen Fußball schauten. Auf die Einhaltung der Abstands- und Versammlungsregeln in Corona-Zeiten werde geachtet.

NEUE ZAHLEN – In Rheinland-Pfalz sind von Donnerstag auf Freitag 14 festgestellte Corona-Infektionen hinzugekommen. Damit werden im Bundesland nun 6576 bestätigte Fälle von Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 gezählt, wie das Gesundheitsministerium in Mainz am Freitag mitteilte. Die Zahl der Todesfälle zum Stand 10.00 Uhr stieg um 2 auf 226. Aktuell als infiziert gelten demnach 381 Menschen, und 5969 sind wieder genesen. Auf die meisten Todesfälle kommt mit 26 die Stadt Mainz, dahinter liegt der Kreis Mainz-Bingen mit 24.

TESTS – «Tatort»-Schauspielerin Lisa Bitter hat sich für Corona-Tests vor Dreharbeiten stark gemacht. «Ich hoffe sehr, dass man sich vor einem Dreh testen kann, damit die Schauspieler wissen, ob sie infiziert sind oder nicht», sagte die Darstellerin der Ludwigshafener TV-Kommissarin Johanna Stern der «Neuen Osnabrücker Zeitung». «Was mit Fußballern geht, sollte auch mit Schauspielern möglich sein.» Die Leute bräuchten Unterhaltung, TV und auch den «Tatort», sagte sie. «Da müssen wir nachliefern und können nicht nur spazieren gehen.»

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.