Hebammen-Verband: Interesse an Hausgeburten steigt in Krise

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Eine Hebamme untersucht eine schwangere Frau. Foto: Fredrik von Erichsen/Archiv

Der Hebammen-Landesverband Rheinland-Pfalz verzeichnet wegen der Corona-Krise eine verstärkte Nachfrage nach Hausgeburten. «Die Zahl der Anfragen hat im März und im April deutlich zugenommen, wir erklären uns das mit der allgemeinen Verunsicherung wegen der Pandemie», sagte die Vizevorsitzende Christiane Rübenach der Deutschen Presse-Agentur. Kurzfristig sei eine Hausgeburt aber nicht zu leisten. «Viele haben die Vorstellung, dass eine Hebamme jederzeit außerklinisch Geburten machen kann und darf. Doch ohne Ausstattung und Versicherung ist das nicht erlaubt.»

Zu einer Hausgeburt sei unter anderem eine Spezialversicherung nötig, die für freiberufliche Hebammen mit Geburtshilfe rund 9100 Euro jährlich koste. «Das lohnt sich nur, wenn man das oft macht. Ab einer bestimmten Zahl von Geburten gibt es als Ausgleich den sogenannten Sicherstellungszuschlag. Es gibt in Rheinland-Pfalz aber nur eine begrenzte Anzahl von Hebammen für Hausgeburten», sagte Rübenach.

Die zuletzt überdurchschnittliche Zahl von Anfragen sei auch deswegen verständlich, weil Väter im Krankenhaus wegen der Corona-Pandemie nicht bei der Geburt dabei sein dürfen. «Mittlerweile dürfen Väter das aber wieder, und es gibt durch die eingeschränkten Besuchsregeln auch frühere Entlassungen der Mütter.» Nachdem die Regelungen in den Kreißsälen gelockert worden seien, gehe die Nachfrage etwas zurück.

Die Corona-Krise habe auch erneut ein grelles Schlaglicht auf die mangelnde Ausstattung in der Pflege geworfen, sagte Rübenach, die eine Hebammenpraxis in Alflen (Kreis Cochem-Zell) betreibt. «Für Hebammen gibt es viel zu wenig Schutzausrüstung.» (dpa)

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