Wittlich: Mit Drogenscanner in Gefängnissen bereits 181 Treffer

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Harald Tittel/ dpa-Archiv

WITTLICH. Ein bundesweit einmaliger Drogenscanner hat in rheinland-pfälzischen Gefängnissen bereits 181 Treffer gelandet: Bei dem Einsatz des Detektors seien vor allem neue psychoaktive Stoffe wie synthetische Cannabinoide aufgespürt worden, sagte der Leiter der Justizvollzugsanstalt (JVA) Wittlich, Jörn Patzak, der Deutschen Presse-Agentur. Auch klassische Drogen, zum Beispiel Amphetamine, seien dabei gewesen. Die Drogen kämen meist per Post, seien auf Papier geträufelt und fürs bloße Auge kaum sichtbar.

Der Scanner ist seit Sommer 2018 im landesweit größten Gefängnis in Wittlich mit knapp 500 Gefangenen stationiert. Dort habe man seitdem 51 Schmuggelversuche stoppen können. «Wir haben mittlerweile ein ziemlich gutes Bild von der Drogenszene gewonnen. Wir wissen, welche Substanzen bei uns reinkommen. Und man muss sagen: Die Sachen sind wirklich gefährlich», sagte Patzak. Klar sei, man könne nicht alle Drogen verhindern. Aber man könne das Ausmaß minimieren. Bislang habe es landesweit noch keinen Drogentoten im Justizvollzug gegeben.

Im November 2018 wurde das Scanner-Projekt ausgeweitet auf die JVAs in Diez und in Zweibrücken. Und seit September 2019 übernehmen die Wittlicher Tests für alle Gefängnisse in Rheinland-Pfalz. Das Gerät sei transportabel: Ein spezialisierter Mitarbeiter fahre in die Anstalten und mache die Untersuchungen vor Ort, sagte Patzak. Derzeit werde geprüft, ob weitere Geräte für andere Anstalten angeschafft werden sollten.

Kooperationen gibt es zudem mit dem Saarland: Die JVAs in Ottweiler und in Saarbrücken schickten Proben für Tests nach Wittlich, sagte der Gefängnisleiter. Zudem sei eine Zusammenarbeit mit Luxemburg geplant. Es sei anvisiert, dann für Tests ins Großherzogtum zu fahren.

Es gebe vor allem zwei Wege, wie Drogen ins Gefängnis gelangten: Per Post oder über Körperschmuggel. Ziel sei es, das Leben für Gefangene schwerer zu machen, die im Gefängnis Drogengeschäfte machen wollten. Gleichzeitig gehe es aber auch darum, Mitarbeiter zu schützen. «Die Stoffe können eine große Aggressivität verursachen.»

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