Kaum Corona-Verstöße – Schulen und Friseurbetriebe treffen letzte Vorbereitungen

Ordnungskräfte in Rheinland-Pfalz überwachen die Einhaltung des Kontaktverbots sogar per Hubschrauber. Viel zu tun haben sie am Wochenende nicht. Unterdessen laufen in den Friseurbetrieben und Schulen die Vorbereitungen für Wiedereröffnungen.

0
Foto: dpa-Archiv

MAINZ. Trotz des schönen Ausflugwetters haben sich die Menschen in Rheinland-Pfalz am Sonntag weitgehend an die Beschränkungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie gehalten. «Die Bevölkerung nimmt die Regeln nach wie vor an», sagte ein Sprecher der Polizei Trier. Auch aus Mainz, Kaiserslautern, Ludwigshafen und Koblenz hieß es: «Alles ruhig.» Die Polizei setzte zur Überwachung der Einhaltung der Abstandsregeln sogar einen Hubschrauber ein.

Bereits am Sonntag gab es erste Lockerungen in Rheinland-Pfalz und im Saarland, die ab Montag in beiden Bundesländern ausgeweitet werden. «Es kommt jetzt umso mehr auf die Eigenverantwortung eines jeden Einzelnen an», sagte der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU).

GOTTESDIENSTE BEGINNEN

Erstmals seit mehr als sieben Wochen öffneten einige Kirchen am Sonntag wieder ihre Pforten für einen öffentlichen Gottesdienst. In Trier kamen rund 60 Gläubige in den Dom zur etwa einstündigen Messe unter Leitung von Dompropst Werner Rössel. Alle Anwesenden mussten eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen und einen Mindestabstand einhalten. Wegen der strengen Hygienemaßnahmen fiel die Kollekte ebenso aus wie das Händeschütteln beim Friedensgruß. Die Besucher konnten ihre Spende aber in kleinen Körbchen am Ein- und Ausgang des Trierer Doms hinterlegen. Vollzogen wurde die heilige Kommunion. Auch im Speyerer Dom gab es einen öffentlichen Gottesdienst.

SCHULEN WEITEN UNTERRICHT AUS

Vor dem Beginn des Schulalltags für 130 000 Schülerinnen und Schüler in Rheinland-Pfalz an diesem Montag wurden 145 000 wiederverwendbare und waschbare Alltagsmasken an die Schulen verteilt. Helferinnen und Helfer des Roten Kreuzes (DRK) brachten die persönliche Schutzausrüstung am Sonntag von Mainz aus in alle Landesteile. Geladen hatten die DRK-Fahrzeuge auch 150 000 Notmasken für die Schülerbeförderung in Bussen und Bahnen. Detlef Placzek, Präsident des für die Verteilungsaktion zuständigen Landesamtes für Soziales, Jugend und Versorgung, kündigte zudem an, dass auch die rund 35 000 Schülerinnen und Schüler, die bereits vorzeitig in der vergangenen Woche erstmals wieder die Schule besucht hatten, und alle, die einen späteren Schulstart haben, ebenfalls eine Alltagsmaske vom Land erhalten sollen.

FRISEURE BEREITEN SICH VOR

Unter strengen Auflagen dürfen Friseursalons in Rheinland-Pfalz und im Saarland ab Montag wieder öffnen. Bis dahin müssen die Inhaber ihre Läden vorbereiten und Mitarbeiter schulen. Es gilt, einen von der Branche entwickelten Arbeitsschutzstandard zu beachten. Friseure werden einen Nasen-Mund-Schutz tragen sowie Handschuhe, die Kunden ebenfalls Masken. Ein Haarschnitt ohne Waschen ist vorerst tabu. Im Saarland dürfen darüber hinaus auch Kosmetiker sowie Nagel-, Tattoo- und Piercingstudios wieder Kunden empfangen.

EINZELHANDEL OHNE EINSCHRÄNKUNGEN

Unabhängig von Sortiment und Verkaufsfläche können alle Geschäfte des Einzelhandels am Montag wieder komplett ihre Türen öffnen. Sowohl in Rheinland-Pfalz als auch im Saarland gelten aber die Maskenpflicht und eine Begrenzung der Menschen pro Quadratmeter. In diesem Zusammenhang forderte Christian Baldauf, Spitzenkandidat und Landtagsfraktionschef der CDU in Rheinland-Pfalz, die Landesregierung dazu auf, «verbindliche Hygienepläne für alle Bereiche des öffentlichen Lebens aufzustellen». Insbesondere die Gastronomie benötige «eine klare Perspektive».

INFEKTIONSZAHLEN

Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen in Rheinland-Pfalz erhöhte sich am Sonntag (Stand 10.00 Uhr) nur leicht. Die Behörden registrierten einen Anstieg um 17 auf 6147 Fälle, wie das Gesundheitsministerium in Mainz mitteilte. Die Zahl der Todesfälle liegt nun bei 177 (Vortag: 176). Im Saarland gab es bis zum Samstagabend (Stand 18.00 Uhr) 2596 bestätigte Corona-Infektionen und 139 Todesfälle.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.