Rheinland-Pfalz: Ökolandbau auf dem Weg zum 20-Prozent-Ziel

0
Symbolbild // dpa

REGION. Die ökologisch bewirtschaftete Fläche hat sich seit 2010 mehr als verdoppelt. «Wir haben einen kontinuierlichen Aufwuchs», sagt Umweltministerin Höfken zu den vorläufigen Daten für 2019.

Mehr als jedes zehnte Feld in Rheinland-Pfalz wird nach ökologischen Grundsätzen beackert. Der Anteil ökologisch bewirtschafteter Flächen an der gesamten landwirtschaftlichen Fläche in Rheinland-Pfalz stieg nach vorläufigen Daten des Umweltministeriums im vergangenen Jahr von 10,5 auf 11,2 Prozent. «Wir haben in Rheinland-Pfalz einen kontinuierlichen Aufwuchs im Ökolandbau», sagte Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) der Deutschen Presse-Agentur.

Ziel ist ein Anteil von 20 Prozent. Die Bundesregierung hat dafür das Jahr 2030 genannt, Rheinland-Pfalz will das Ziel «mittelfristig» erreichen. Bundesweit liegt der Anteil nach letzten Daten bei 9,1 Prozent. Neue aktuelle Zahlen der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) werden im Juni oder Juli erwartet.

Die Zahl der ökologisch wirtschaftenden Agrarbetriebe in Rheinland-Pfalz stieg nach Angaben des Umweltministeriums in Mainz im vergangenen Jahr um 6,2 Prozent auf 1.669. Die ökologisch bewirtschaftete Fläche nahm nach diesen vorläufigen Daten um 8,0 Prozent auf 79 976 Hektar zu. Damit hat sich die Ökolandbau-Fläche in Rheinland-Pfalz seit 2010 mehr als verdoppelt.

«Die ökologische Landwirtschaft hat nur Vorteile», sagte Höfken und nannte Artenschutz, Klima, Bodenerhaltung und Wasserwirtschaft. Zur Nitratbelastung des Grundwassers werde die Landesregierung demnächst ein öffentliches Nitrat-Meldeportal im Internet einrichten. Dort könnten Landwirte Fragen zu den «roten Gebieten» mit besonders hoher Belastung stellen und Anmerkungen machen. Auf einer Karte werden Daten der Messstellen zu den Nitratgehalten des Grundwassers bis zurück ins Jahr 2007 aufbereitet.

«Der Klimawandel macht immer mehr Flächen unbewirtschaftbar und bedroht die landwirtschaftliche Erzeugung», warnte Höfken. Im Weinbau sei die Umstellung auf ökologische Bewirtschaftung auch sehr stark von Qualitätsgründen getrieben. In der Tierhaltung seien die Anforderungen zur Verwendung ökologisch erzeugter Futtermittel und tiergerechter Haltung bereits in Rheinland-Pfalz bereits weitgehend umgesetzt.

Die Aufgabenteilung mit dem Wirtschaftsministerium habe sich bewährt, sagte Höfken. Das von Volker Wissing (FDP) geführte Ministerium ist für die Landwirtschaftspolitik insgesamt zuständig, das von den Grünen geführte Umweltministerium für die ökologische Landwirtschaft. «Das hat sich eingespielt, wir kommen gut miteinander zurecht», sagte Höfken. Will sie die Entwicklung im Ökolandbau auch nach der Landtagswahl im März 2021 als Umweltministerin begleiten? «Das hängt vom Wahlergebnis ab», antwortete die Politikerin.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.