Schlag gegen Rauschgiftkriminalität im Rockermilieu

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TRIER. Nach monatelangen Ermittlungen haben Staatsanwaltschaft Trier und Beamte der Kriminaldirektion Trier in der zweiten Julihälfte fünf Kilogramm Amphetamin, rund 20.000 Euro Bargeld aus Drogengeschäften sowie eine Vielzahl von Schlagwaffen beschlagnahmt. Acht Tatverdächtige, von denen vier Mitglieder des Motorrad-Clubs Lobo Chapter Saarburg sind, wurden festgenommen. Das gaben Polizei und Staatsanwaltschaft am Montag in einer gemeinsame Pressemitteilung bekannt.

Im Fokus der langwierigen Ermittlungen des Fachkommissariates für Organisierte Kriminalität war zunächst ein 45-jähriger Mann aus Trier. Er stand im Verdacht, einen schwunghaften Handel mit Betäubungsmitteln zu betreiben, die er aus dem benachbarten Nordrhein-Westfalen bezog. Just in dem Moment, als er eine Lieferung von fünf Kilogramm Amphetamin in seiner Wohnung in Empfang genommen hatte, wurde der 45-Jährige am 23. Juli in Trier festgenommen und das Rauschgift – zum Teil schon portioniert – beschlagnahmt.

Die beiden Lieferanten, zwei 36 und 37 Jahre alte Männer aus Köln beziehnungsweise Bonn, wurden ebenfalls festgenommen. Insgesamt wurden bei den drei Männern knapp 20.000 Euro aufgefunden und – da sie aus Drogengeschäften stammen dürften – auch sichergestellt. Alle drei Beschuldigten sitzen seither in Untersuchungshaft.

Die weiteren Ermittlungen konzentrierten sich nun auf die Abnehmer des mutmaßlichen Trierer Drogenhändlers. Es handelt sich überwiegend um Mitglieder der Rockergruppe MC Lobo aus dem Landkreis Trier-Saarburg. Mit fünf Haftbefehlen ausgestattet, suchten die Ermittler der Kriminaldirektion Trier und vier Staatsanwälte der zuständigen Staatsanwaltschaft Trier in einer groß angelegten Aktion die Tatverdächtigen am 31. Juli in deren Wohnungen und Arbeitsstätten auf. Fünf Personen wurden fast zeitgleich festgenommen und ihre Wohnungen sowie das Clubhaus des MC Lobo durchsucht.

Im Clubhaus fanden die Beamten neben geringen Mengen Betäubungsmitteln und diversen Konsumutensilien auch eine Vielzahl von Schlagwerkzeugen, wie Baseballschläger, Teleskopschlagstöcke und Stahlruten vor. Den fünf Beschuldigten im Alter zwischen 18 und 53 Jahren – alle aus dem Landkreis Trier-Saarburg – wurden die Haftbefehle verkündet. Ein Haftbefehl wurde inzwischen gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt.

In einer dritten Aktion wurden am 2. August dann 20 Durchsuchungsbeschlüsse gegen mutmaßlich Abnehmer der Rockergruppe vollstreckt. Hier wurden überwiegend geringe Mengen Betäubungsmittel und Konsumutensilien gefunden. In einer Wohnung stellten die Ermittler 150 Gramm Marihuana und zehn Gramm Amphetamin sicher. Um die Ermittlungen nicht zu gefährden, wurde bisher von einer Veröffentlichung abgesehen.

Die Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Polizei dauern an. Die Hauptbeschuldigten werden sich vor Gericht wegen Verdachts des Handels mit Betäubungsmitteln als Mitglied einer Bande, wegen Verdachts des gewerbsmäßigen Handels mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge und wegen Verdachts des Verstoßes gegen das Waffengesetz verantworten müssen. (red/et)

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