Klimaschutz in Corona-Zeiten: Höfken warnt vor Stillstand

6
Andreas Arnold

Was haben Klimaschutz, Erhaltung der Artenvielfalt und Kampf gegen die Corona-Pandemie miteinander zu tun? Die rheinland-pfälzische Umweltministerin sieht Zusammenhänge und warnt vor «kontraproduktiven Entwicklungen».

Die Corona-Krise darf aus Sicht der rheinland-pfälzischen Umweltministerin Ulrike Höfken die notwendigen Bemühungen für den Klimaschutz nicht in den Hintergrund drängen. «Es darf kein verlorenes Jahr bei der Krisenbewältigung im Klimawandel geben», sagte die Grünen-Politikerin. Sie befürchte, dass es in der Klimaschutzpolitik jetzt zu großen Rückschritten, zu einem «Rollback» komme, was schwerwiegende Folgen für den Schutz der Lebensgrundlagen auf der Erde haben werde. «Anders als bei Corona wird es gegen den Klimawandel nie einen Impfstoff geben.»

Auf der Tagesordnung stünden nach Ansicht Höfkens jetzt Maßnahmen und Projekte, um den Klimaschutz endlich wirksamer voranzubringen. Als Beispiel nannte sie die Neufassung des Gesetzes für Erneuerbare Energien (EEG-Gesetz), die Entwicklung von Klimaschutzkriterien in der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union oder die Umsetzung des Green Deals der EU mit dem Ziel der Klimaneutralität in Europa bis 2050.

Höfken warf Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) vor, «all diese notwendigen Verbesserungen nach hinten zu stellen» und fügte hinzu: «Das finde ich unverzeihlich.» Große Unternehmen seien inzwischen weiter als der Bundesminister und setzten etwa auf die Eigenstromnutzung, um klimaneutral in die Zukunft zu gehen. Sie befürchte, dass stattdessen «unter dem Deckmantel der Corona-Bekämpfung kontraproduktive Entwicklungen» forciert würden. «Neue Konjunkturprogramme wie eine Abwrackprämie für Autos drohen den Klimawandel zu verschlimmern.»

Die aktuellen Herausforderungen im Klimaschutz, in der Erhaltung der Artenvielfalt und in der Bewältigung der Corona-Pandemie stünden in einem Zusammenhang, sagte Höfken im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. «Sie haben alle etwas mit unserem Lebensstil zu tun.»

So könne etwa die Zerstörung der Lebensgrundlagen von Arten auch dazu beitragen, dass bestimmte Krankheiten die Artengrenzen übersteigen und von Tieren auf Menschen übertragen werden könnten. Bei der Ebola-Epidemie in Afrika hätten Armut und Lebensmittelknappheit dazu geführt, dass Menschen immer tiefer in Wälder vordrangen und dort mit infizierten Tieren in Kontakt gerieten. «Es gibt sehr viele Menschen, die sagen: So geht es nicht weiter», sagte Höfken. «All diese Krisen können nur im Zusammenhang bewältigt werden.»

In der zweiten Jahreshälfte will das Umwelt- und Energieministerium dem Ministerrat ein neues Landesklimaschutzkonzept vorlegen. Zur Fortschreibung des 2015 erstmals aufgelegten Konzepts gingen im vergangenen Jahr mehr als 4000 Beiträge in einem Online-Dialog ein. Die dabei vorgeschlagenen Maßnahmen werden jetzt noch mit den anderen Ressorts wie dem Verkehrsministerium abgestimmt.

6 KOMMENTARE

  1. Großer Beitrag zum Klimaschutz und Schutz des in Rheinland- Pfalz mit viel Geld eingerichteten Nationalpark Hunsrück und des Naturparks Saar- Hunsrück mit seinen Talsperren zur Trinkwasserversorgung, wäre den militärischen Übungsflugbetrieb in der Tra Lauter drastisch einzuschränken, oder besser ganz einzustellen.
    Keine Tanker der US Air Force mehr über uns.

  2. Diese ‚ Aktivisten “ sollten erstmal nachdenken, dann nochmal denken, und dann erst die Prioritäten abwägen. Dann erst können sie über ihre Forderungen urteilen.

  3. Es wäre natürlich eine Katastrophe wenn der Klimaschutz in Vergessenheit geraten würde und die damit verbundenen Abschöpfquellen versiegen würden . Ich hätte mal gerne eine Erklärung dafür warum die Stickstoff und Feinstaubmesswerte an vielen Messstationen , trotz deutlichem Verkehrsrückgang während der Coronakrise , teils stark gestiegen sind ? Stattdessen redet man den Menschen lieber weiter ein schlechtes Gewissen ein und kassiert weiter Steuergelder um viele unnütze Personen und Aktivitäten zu finanzieren .

    • Na, Sie sind mir einer! Wagen es doch glatt, mit Vernunft, Verstand und Fakten an eine Sache ranzugehn, anstatt Angst und Panik zu verbreiten, weil das Klima uns alle bald töten wird! Ein bisschen weniger sachlich und nüchtern bitte den armen, grünlinken Moralaposteln gegenüber, die den nahen Tod vor aufgerissenen Augen haben!

  4. @hans b.
    Hätten sie Vernunft und Verstand und würden die Sache mit Fakten kommentieren, würde man sie auch ernst nehmen!

    • Die Fakten passen den Panikmachern zurzeit ja so gar nicht….
      Aber selbst ein Einfaltspinsel wie der Alleswisser könnte ihrer fündig werden – klar, nicht in den Staatsmedien um 20.15 Uhr, aber vielleicht kennen Sie jemanden, der noch selbst denken und Ihnen helfen kann?
      Wünsche Ihnen viel Glück, sofern Sie aus Ihrer Blase wollen!

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.