Biotech-Branche hofft auf Durchbruch bei Corona-Forschungen

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Foto: dpa-Archiv

Die deutsche Biotech-Branche hofft auf Erfolge bei Forschungen an Mitteln gegen das Coronavirus.

«Viele deutsche Biotech-Unternehmen arbeiten mit Hochdruck an Diagnostika, Impfstoffen und Therapien gegen das neuartige Coronavirus», sagte Oliver Schacht, Präsident des Branchenverbands BIO Deutschland, am Montag. Sollte einem deutschen Unternehmen der Durchbruch gelingen, würde das zu einer höheren internationalen Sichtbarkeit führen und könnte der Branche einen Wachstumsschub bringen.

Biotech-Firmen tüfteln etwa mithilfe von Zellkulturen an komplizierten Wirkstoffen und Therapien. Das gilt als teuer und aufwendig – weshalb die Unternehmen auf viel Geld von Investoren angewiesen sind. Die Branche hierzulande wächst zwar stark, steht aber in Sachen Wagniskapital und Börsengängen weit hinter den USA zurück. Auch mangelt es in der deutschen Biotech-Branche an Gründern.

Zuletzt hatte das Mainzer Unternehmen Biontech für Aufsehen gesorgt, da es deutschlandweit zum ersten Mal einen Impfstoff-Kandidaten gegen das Coronavirus an Menschen testen darf. Auch die Tübinger Biotech-Firma Curevac forscht an einem Corona-Impfstoff und könnte laut Miteigner und SAP-Gründer Dietmar Hopp bei positivem Verlauf im Frühsommer mit klinischen Tests anfangen.

2019 wuchs der Umsatz der deutschen Biotech-Branche um 10 Prozent auf 4,87 Milliarden Euro, hieß es in einer aktuellen Studie der Beratungsgesellschaft EY. Die Branche, die fast 34 000 Menschen beschäftigt, steigerte ihre Ausgaben für Forschung und Entwicklung um 21 Prozent auf fast 1,8 Milliarden Euro. Getragen wurde der Aufwärtstrend indes von wenigen börsennotierten Firmen wie Biontech sowie Qiagen und Evotec. Auch das Risikokapital für Biotech-Firmen legte dank des Börsengangs von Biontech in den USA kräftig zu.

«Wieder einmal zeigt sich das alte Problem, dass Kapital vor allem einzelnen Leuchttürmen zu Gute kommt», sagte EY-Biotech-Experte Siegfried Bialojan. Für den Rest der Branche bleibe nur wenig. Er forderte mehr Unterstützung, etwa durch Plattformen, die Forscher mit Geldgebern zusammenbringen könnten.

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