Kaum Regelverstöße: „Hohes Ausflugaufkommen“ in Trier

Schönes Wetter, offene Zoos und mehr Shoppingmöglichkeiten: Die Lockerungen in der Corona-Krise sind auch in Rheinland-Pfalz und dem Saarland zu spüren. Auf den Straßen ist wesentlich mehr los.

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Foto: dpa-Archiv

MAINZ/REGION TRIER. Trotz des schönen Wetters und vieler offener Geschäfte haben Polizeidienststellen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland am Wochenende nur wenige Verstöße gegen die Beschränkungen in der Corona-Krise registriert. Das Fazit der Präsidien fiel am Sonntagnachmittag überwiegend positiv aus. «Es füllt sich wieder, es sind mehr Leute unterwegs, aber es gibt keine großen Verstöße», sagte ein Polizeisprecher in Koblenz.

Von einem «hohen Ausflugaufkommen» sprach auch die Polizei in Trier. Doch die Lage war dort entspannt, ebenso wie in Kaiserslautern und Mainz. Wenn es zu Verstößen komme, dann gegen die Abstandsregeln, erklärte ein Sprecher in Ludwigshafen. Auch im Saarland blieb es ruhig.

Bereits am Vortag hatten sich die Menschen laut Polizei «vernünftig» verhalten. Zum ersten Mal nach der coronabedingten Zwangspause waren an einem Samstag Geschäfte wieder geöffnet. Zugleich war es das erste Wochenende, an dem bestimmte Sportarten unter Auflagen wieder erlaubt waren sowie Zoos und Tierparks geöffnet hatten. «Es läuft», sagte eine Sprecherin des Eifel-Zoos. Schlangen hätten sich allerdings nicht gebildet. «Besucher können zu jeder Zeit rein, weil sich das alles über den ganzen Tag verteilt.»

MINISTERPRÄSIDENTIN WARNT

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat Erwartungen an weitere Lockerungen in der Corona-Krise nach der Schalte mit ihren Länderkollegen und der Bundeskanzlerin am kommenden Donnerstag (30. April) gedämpft. «Wir haben wahnsinnig viel erreicht, das haben wir auch der großen Disziplin unserer Bevölkerung zu verdanken, das dürfen wir nicht verspielen», sagte Dreyer.

BALDAUF FORDERT HYGIENEPLAN

Der Vorsitzende der CDU-Fraktion in Rheinland-Pfalz, Christian Baldauf, forderte die Erstellung eines detaillierten Hygieneplans für die Gastronomie. Die Landesregierung sei in der Pflicht, damit die Grundlage für eine schrittweise Öffnung der Gaststätten zu schaffen, sagte er am Sonntag. Bislang fehle der Branche in der Corona-Krise jede Perspektive. «Die Gastronomie braucht aber zumindest das klare Signal, dass eine Öffnung so schnell wie möglich, vielleicht sogar schon bis Mitte Mai, angestrebt wird, natürlich immer unter der Maßgabe, dass das gesundheitlich vertretbar ist.»

SCHUTZAUSRÜSTUNG

Seit Beginn der Corona-Krise hat Rheinland-Pfalz millionenfach Handschuhe und Masken ausgegeben. Wie das Sozialministerium am Samstag auflistete, wurden inzwischen knapp eine halbe Million FFP2-Spezialmasken und zweieinhalb Millionen Mund-Nasen-Schutzmasken verteilt, dazu rund vier Millionen Einmal-Handschuhe und über 28 000 Liter Desinfektionsmittel. Die Ausrüstung ging vor allem an Krankenhäuser und andere Einrichtungen des Gesundheitsdienstes. Arztpraxen und Zahnärzte würden direkt vom Bund beliefert. Gezählt wurden alle Waren, die das für die Beschaffung und Verteilung solcher Güter verantwortliche Landesamt seit dem 18. März verteilt hat.

KOSTENLOSE MASKEN

Das Saarland hat vor dem Start der Maskenpflicht ab Montag (27. April) alle Städte und Gemeinden mit kostenlosen Alltagsmasken ausgestattet. Am Sonntagmittag ist den Angaben zufolge der letzte Lkw mit Mund-Nasen-Schutzmasken abgefahren. «Damit sind dann alle 52 Städte und Gemeinden im Saarland mit Masken ausgestattet», sagte Verbraucherschutzminister Reinhold Jost (SPD) in Saarbrücken. Man habe nun mehr als fünf Millionen Masken – genug für alle Saarländer. Die Kommunen sollen den kostenlosen Mund-Nasen-Schutz soll laut Landesregierung in Eigenverantwortung verteilen; etwa per Einwurf in den Briefkasten oder Abgabe über Ausgabestellen.

TANKSTELLEN

Nach Warnungen vor einer Insolvenzwelle bei Tankstellen durch die Corona-Pandemie hat sich die Lage vorerst entspannt. Die existenzbedrohende Krise der Pächter sei durch ein Rettungspaket der Gesellschaften abgewendet worden, sagte Herbert Rabl, Sprecher des Tankstellen-Interessenverbands (TIV) in Neustadt an der Weinstraße (Rheinland-Pfalz). Mineralölunternehmen verzichteten teilweise oder komplett auf Pachtzahlungen. Der TIV vertritt die Interessen der Betreiber von 200 Tankstellen in Hessen, 150 in Rheinland-Pfalz und 50 im Saarland.

HEIRAT OFT VERSCHOBEN

Mai und Juni gehören zu den beliebtesten Hochzeitsmonaten. Eigentlich. Doch in Zeiten von Corona verschieben in diesem Jahr etliche Brautpaare ihre Heiratstermine. Es seien bereits «grob die Hälfte» der Eheschließungen vor allem im April und Mai abgesagt worden, sagte der Standesbeamte Rainer Adamy in Koblenz. Bei den Ausweichterminen hätten manche Paare ihre Termine vorgezogen, andere hätten sie in den Herbst gelegt, vereinzelt auch bis ins nächste Jahr verschoben, sagte er.

HANS FÜR ANDERE LADEN-REGEL

Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans wirbt für eine Korrektur der zwischen Bund und Ländern vereinbarten Regel, dass nur Geschäfte mit einer Verkaufsfläche unter 800 Quadratmetern wieder öffnen dürfen. In der «Rheinischen Post» (Samstag) sprach sich der CDU-Politiker stattdessen dafür aus, dass ein Kunde pro 20 Quadratmeter in ein Geschäft gelassen werde.

INFEKTIONSZAHLEN

Die Zahl der bestätigten Covid-19-Fälle in Rheinland-Pfalz liegt nun bei 5873. Damit stieg die Zahl der nachweislich durch das Virus Sars-CoV-2 Infizierten um 42, wie aus Angaben des Sozialministeriums in Mainz vom Sonntag hervorgeht (Stand 10 Uhr). Die Gesamtzahl der Todesfälle stieg ebenfalls nur leicht auf 149, am Vortag waren es 146 gewesen. Die Zahl der bereits genesenen Patienten konnte laut Ministerium wegen einer Systemumstellung am Sonntag nicht ermittelt werden. Sie lag am Samstag bei 4385.

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