Viele Blaumeisen nach Infektion gestorben

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Patrick Pleul

TRIER. In Rheinland-Pfalz seien bislang mindestens 1689 Meldungen zu betroffenen Meisen eingegangen, teilte ein Referent des Naturschutzbunds (Nabu) mit. Die meisten Meldungen seien aus den Landkreisen Birkenfeld, Rhein-Hunsrück, Cochem-Zell, Rhein-Lahn, Altenkirchen und aus dem Westerwaldkreis gekommen. Der Nabu empfahl, in diesen Regionen die Fütterung und den Betrieb von Vogeltränken einzustellen, da sich die Krankheit an Orten mit der Begegnung vieler Vögel leichter ausbreiten könne.

Das Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz hat bislang einige der toten Tiere zur Erforschung der Krankheitsursache erhalten. Von diesen hätten drei die beschriebenen Veränderungen wie Lungenentzündungen aufgewiesen, sagte ein Sprecher. Der Vogelkundler Christian Dietzen sagte, bei Meisen könnten alle paar Jahre wieder Krankheiten zu vorübergehenden Bestandseinbrüchen führen, die meist aber schnell wieder ausgeglichen werden könnten.

Beim Nabu gingen bis zum 22. April innerhalb von zwölf Tagen Meldungen zu insgesamt etwa 26 000 toten Blaumeisen aus Deutschland ein. Als Erreger wurde in der zurückliegenden Woche das Bakterium Suttonella ornithocola ermittelt, das erst seit 1996 bekannt ist und damals in Großbritannien flächendeckend auftrat. Erst 2017 sei es erstmals außerhalb von Großbritannien nachgewiesen worden, in Finnland, erklärte der Nabu-Referent. Im April 2018 sei Suttonella ornithocola erstmals in Deutschland bei mehreren Meisen im südlichen Nordrhein-Westfalen nachgewiesen worden.

Der Erreger sei für Menschen und Haustiere ungefährlich, erklärte der Nabu-Referent. Da Vögel aber auch an anderen Krankheiten gestorben sein könnten und grundsätzlich oft mehrere Erreger in sich tragen können, sei beim Umgang mit toten Vögeln immer Vorsicht angebracht

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