Freibäder in Zeiten von Corona: Mit Konzept ans Werk

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Ein Mann springt im Freibad von einem Zehn-Meter-Turm.

Bildquelle: Foto: Sebastian Gollnow – dpa

RLP. Kurz vor dem Start der Freibadsaison herrscht noch Unsicherheit in Rheinland-Pfalz. Wann können die ersten Bäder wieder öffnen? Und unter welchen Umständen? Manch ein Betreiber hat das Konzept schon in der Schublade, andere warten ab.

Bis zum 6. Mai bleiben sie definitiv geschlossen – die Frei- und Schwimmbäder in Rheinland-Pfalz. So lange gilt die aktuelle Coronabekämpfungsverordnung. Aber was kommt danach, etwa in den Sommerferien?

Üblicherweise beginnen viele Bäder bei schönem Wetter ihre Saison Mitte Mai. «Wenn die Bäder geschlossen bleiben und es sehr heiß wird, dann sehnen sich die Leute nach Abkühlung. Es kann durchaus vorkommen, dass sie dann vermehrt an Seen und Flüsse gehen», sagt Marco Vogt, Pressesprecher vom DLRG Landesverband Rheinland-Pfalz. Infolgedessen könne es dort auch vermehrt zu Badeunfällen kommen. Es sei aber insgesamt nicht mit einem Anstieg der Zahl der Badetoten im Land zu rechnen.

In Mainz und Koblenz muss man sich gerade noch keine Gedanken um die Freibad-Saison machen. Das Freibad des Mainzer Taubertsbergbads soll nach Angaben des Stadtwerke-Sprechers Michael Theurer ohnehin erst Mitte oder Ende Juni wieder Besucher begrüßen, da derzeit noch der Umbau des großen Beckens im Freibad läuft. Dies habe mit Corona nichts zu tun, sondern sei so geplant gewesen. Auch in Koblenz wird derzeit noch saniert.

In Kaiserslautern dagegen ruhen gerade die Wartungs- und Sanierungsarbeiten, wie Sprecherin Nadin Robarge erklärt, da diese Arbeiten sehr kostenintensiv seien. Zunächst müssten die Regelungen der Landesregierung abgewartet werden, um zu entscheiden, ob die Bäder überhaupt und auch welche Bäder geöffnet werden.

Dirk Osterhoff hat die Badesaison noch nicht abgeschrieben, im Gegenteil. Der Geschäftsführer der «Rheinwelle» in Gau-Algesheim führt im Kreis Mainz-Bingen außerdem ein Freibad in Ingelheim und ein Naturerlebnisbad in Bingen. Zwar musste auch Osterhoff Kurzarbeit für Mitarbeiter beantragen, dennoch bereitet er sich akribisch auf eine Öffnung vor, um nach einer Entscheidung der Politik innerhalb weniger Tage dabei sein zu können. Dass diese schon Anfang Mai kommen wird, hält er aber für unwahrscheinlich. «Ich rechne eher mit Mitte Mai.»

«Wir betreiben momentan ein Geisterbad», schildert Osterhoff. Es fänden Wartungsarbeiten statt, die Wassertemperatur sei etwas gesenkt worden, um Kosten zu sparen, aber ansonsten laufe alles weiter – nur eben ohne Gäste. Für die Zeit, wenn diese wieder kommen dürfen, hat Osterhoff schon ein Konzept in der Schublade. Für ihn ist die Zahl der zeitgleich anwesenden Gäste entscheidend. «Eine pauschale maximale Besucherzahl pro Tag wäre für uns nicht gut.»

Also hat Osterhoff für jedes Bad genau errechnet, wie sich die Abstandsregeln auf den Liegeflächen, aber auch in den Umkleidekabinen oder eben den Schwimmbahnen und dem Saunabereich seiner Bäder umsetzen ließe. Heißt in der Umsetzung: Bei den Liegeflächen kommt etwa jede zweite Liege weg, in Saunen gibt es Zugangsbeschränkungen, am Eingang sorgt eine Wegeführung für Abstand. Türklinken werden noch öfter geputzt, überhaupt alles häufiger gereinigt als ohnehin schon. «Die Gäste müssen natürlich auch vernünftig sein und sich an die Regeln halten», meint Osterhoff.

Auch in Ludwigshafen stehen die Verantwortlichen schon in den Startlöchern. Hier würden Becken entleert und gereinigt, die Riesenrutsche sowie sämtliche Anlagen innen wie außen gesäubert, informiert Sprecherin Sandra Hartmann. Jetzt heißt es warten, denn die Entscheidung, wann eröffnet werden kann, treffen in diesem Jahr andere.

Die Stadt Trier erarbeitet laut Pressesprecher Michael Schmitz derzeit noch kein Hygienekonzept für die Freibäder. Wann die Bäder öffnen, «hängt davon ab, was das Land entscheidet», sagt Schmitz. Das größte Bad der Stadt, das Freibad Süd, habe an guten Tagen 4000 bis 5000 Besucher. «Das ist ja eigentlich schon eine Großveranstaltung. Man kann sich kaum vorstellen, dass das bald wieder aufmachen darf.» In der Praxis sei es schwierig bis unmöglich, Kontaktverbote im Schwimmbad aufrechtzuerhalten.

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