Mund-Nasen-Masken für Schüler – Uneinigkeit bei allgemeiner Maskenpflicht

Die Zahl genesener Corona-Patienten in Rheinland-Pfalz steigt derzeit schneller als die der Neuinfektionen. Die Einschränkungen wegen der Lungenkrankheit betreffen indes auch den Fastenmonat Ramadan.

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Foto: dpa-Archiv

MAINZ/TRIER. Für die gestaffelte Schulöffnung in Rheinland-Pfalz will die Landesregierung allen Schülern eine Mund-Nasen-Maske zur Verfügung stellen. «Das ist ein wichtiger Beitrag für mehr Hygienesicherheit in der Schule», sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) am Dienstag in Mainz. Die Schulen wurden am 16. März geschlossen, um der Ausbreitung der Corona-Pandemie entgegenzuwirken. Die Themen des Tages im Überblick:

ENTWICKLUNG DER PANDEMIE – Die Zahl der genesenen Corona-Patienten in Rheinland-Pfalz steigt schneller als die der Neuinfektionen. Zwei Drittel der Menschen, bei denen eine Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2 bestätigt wurde, sind bisher nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Dienstag wieder genesen – 3699 von 5553 Menschen. Seit dem 15. April stieg die Zahl der Neuinfektionen um 10,4 Prozent, die der Genesenen um 32,6 Prozent. Binnen 24 Stunden nahm die Zahl bestätigter Corona-Infektionen im Land um 0,8 Prozent auf 5553 zu. Ende März waren die Zuwachsraten noch zweistellig gewesen. Seit dem ersten Auftreten der Corona-Pandemie Ende Februar sind in Rheinland-Pfalz 117 infizierte Menschen gestorben.

MASKENPFLICHT – Zu einer möglichen Maskenpflicht im Land bestehen unterschiedliche Meinungen auch innerhalb des Ampel-Lagers. Die Grünen-Fraktion sprach sich für eine Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in bestimmten öffentlichen Räumen etwa im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen aus. Das könne dazu beitragen, dass die Zahl der Neuinfektionen trotz der neuerlichen Lockerungen nicht wieder steige. Die rot-gelb-grüne Landesregierung hat es bisher dabei belassen, in Läden und im öffentlichen Nahverkehr Mund-Nasen-Masken zu empfehlen.

AUFLAGEN FÜR SENIORENHEIME – Zunächst bis 1. Juni gelten für Alten- und Pflegeheime im Land und ihre Bewohner in der Corona-Krise strenge Auflagen. Um Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 dort zu vermeiden, müssen die Einrichtungen beispielsweise Isolations- und Quarantänebereiche planen, die Bewegungsfreiheit für Bewohner ist deutlich eingeschränkt. Gesundheitsministerin Bätzing-Lichtenthäler hält das für alternativlos.

SOFORTHILFEN – Kleinere Unternehmen und Freiberufler in Rheinland-Pfalz haben nach Angaben des Wirtschaftsministeriums bislang nahezu 300 Millionen Euro zur Existenzsicherung in der Corona-Krise erhalten. Alle 72 000 eingegangenen Anträge bei der landeseigenen Investitions- und Strukturbank (ISB) seien bearbeitet worden, teilte Wirtschaftsminister Volker Wissing (FDP) mit. Jetzt gehe es darum, die bewilligten Mittel schnellstmöglich zur Auszahlung zu bringen. Mit der Soforthilfe des Bundes sei es gelungen, mittelständischen Betrieben zu helfen und damit die rheinland-pfälzische Wirtschaft zu stabilisieren.

RAMADAN – Für die Moscheegemeinden in Rheinland-Pfalz beginnt der Fastenmonat Ramadan am kommenden Freitag mit den Einschränkungen der Corona-Pandemie. Die Landesverordnungen untersagen religiöse Versammlungen, so dass das abendliche Fastenbrechen nicht wie sonst in größerer Gemeinschaft stattfinden kann. Er werde auch diesmal wie gewohnt fasten, da er gesund sei, sagte der Vorsitzende der Schura Rheinland-Pfalz, Akif Ünal. Traurig stimme aber der Gedanke, «ein Ramadan ohne Moschee, ohne Gemeinschaft erleben zu müssen». Die vier islamischen Verbände in Rheinland-Pfalz gingen mit der Situation «sehr verantwortungsvoll und gut informiert» um, sagte der Integrationsbeauftragte der Landesregierung, Miguel Vicente.

ASYLBEWERBER – Die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Bewohner einer Asylbewerberunterkunft in Ludwigshafen ist auf insgesamt 82 gestiegen. Das teilte das Gesundheitsamt des Rhein-Pfalz-Kreises mit. Am 15. April hatte ein Sprecher der Behörde noch 59 infizierte Bewohner genannt. Seit Anfang April steht die Sammelunterkunft im Stadtteil Oggersheim unter Quarantäne – im Normalbetrieb leben dort rund 170 Männer. Infizierte Bewohner wurden in andere städtische Räume umquartiert.

VERTEILUNG VON SCHUTZAUSRÜSTUNG – Die Verteilung sogenannter Persönlicher Schutzausrüstung und von Desinfektionsmitteln durch das Land an Kliniken und andere Einrichtungen des Gesundheitsdienstes ist in dieser Woche gestartet, wie Gesundheitsministerin Bätzing-Lichtenthäler bei einem Besuch in Mainz mitteilte. Dort befindet sich ein Bestandslager für Schutzausrüstung. Die Verteilung erfolgt laut Gesundheitsministerium nach Quoten und auf Grundlage von Bedarfsmeldungen etwa von Krankenhäusern, Rettungsdiensten, Pflegeeinrichtungen und Gesundheitsämtern.

AGRAR-MÄRKTE – Auch die Märkte für landwirtschaftliche Produkte leiden laut dem Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau unter der Corona-Pandemie. Ursache dafür seien etwa Einschränkungen im Warenverkehr und Schließungen von Restaurants, teilte Verbandspräsident Michael Horper mit. Beispielsweise werde weniger Milch außer Haus konsumiert und exportiert. Er empfahl beispielsweise eine verstärkte Zusammenarbeit der Molkereien bei einer zeitlich begrenzten Umlenkung der Milchverarbeitung in Bereiche mit gestiegener Nachfrage oder mit besserer Lagerfähigkeit wie zum Beispiel H-Milch, Käse und Butter.

MILITÄR NÄHT MASKEN – US-Amerikaner auf dem Militärflugplatz in Spangdahlem in der Eifel nähen Masken zum Schutz vor dem Coronavirus für Rheinland-Pfälzer in der Region: Bereits mehrere hundert Stück seien in den vergangenen Wochen von Militärangehörigen, Familienmitgliedern und Zivilbeschäftigten auf der Air Base gefertigt worden, um sie bereitzustellen, teilte der US-Flugplatz mit. Am Dienstag übergab eine Gruppe von US-Angehörigen 500 selbst genähte Gesichtsmasken an das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Bitburg.

ESSEN FÜR WOHNSITZLOSE – Obdachlose haben es in der Corona-Krise besonders schwer – mancherorts bekommen sie nun eine neue Art von Essen auf Rädern. In Koblenz fährt der sogenannte Kältebus, der im Winter Wohnungslose mit Schlafsäcken, Kleidung und warmer Suppe versorgt, weiterhin für sie als «Coronabus» mit Lebensmitteln durch die Straßen, wie der Sozialarbeiter Erich Weber vom Verein Die Schachtel sagte. In Mainz bietet das Arztmobil, eine rollende Praxis des Vereins Armut und Gesundheit in Deutschland für Obdachlose auch Lunchpakete an, wie der erste Vorsitzende Gerhard Trabert mitteilte.

2 KOMMENTARE

  1. Sich noch lange Gedanken zu machen über einen Ramadan oder Mund Nasenschutz ist langsam lächerlich.

    Sofort alles zumachen und für mindestens 3 Wochen nur ausgewählte Lebensmittel Geschäfte öffnen unter strenger Beobachtung das Notwendigste zu kaufen.
    Strikte Ausgangssperre das würde VIELLEICHT ich betone VIELLEICHT CORONA VERLANGSAMEN!
    Ich kann mir nicht vorstellen nur noch 4 Wochen zu Leben nach einer Ansteckung aus Leichtsinn.

  2. Ab Montag ist Maskenpflicht. Das finde ich gut. Damit bin ich vor dem einen Infizierten der in Trier rumläuft geschützt und muß nicht alle unter Generalverdacht stellen.

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