Sozialdienste in der Corona-Krise zunehmend unter Druck in RLP

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MAINZ. Soziale Dienste geraten in der Corona-Krise nach Einschätzung des Dachverbands der Freien Wohlfahrtspflege zunehmend unter Druck. Viele seien seit Jahren unterfinanziert, sagte der Vorsitzende der Liga der Freien Wohlfahrtspflege Rheinland-Pfalz, Andreas Zels. «Wir haben die Sorge, dass sie still und leise verschwinden.» Besonders betroffen seien freie Initiativen ohne staatliche Förderung wie Kleiderkammern, Armutsprojekte oder Selbsthilfevereine. «Ihnen brechen in diesen Zeiten die Helfer und Spenden weg.»

Zwar hat der Bund einen Rettungsschirm für die sozialen Dienstleister aufgespannt, das Sozialdienstleister-Einsatzgesetz (SodEG). Allerdings sollen damit nur Betriebsausgaben bis zu 75 Prozent abgesichert werden. Das sei für die nicht gewinnorientierten Dienste völlig unzureichend, kritisierte Zels. Schließlich sei der Eigenmittelanteil vieler sozialer Träger mittlerweile auf 30 bis 50 Prozent gestiegen. Auch fehle bislang noch die nötige Landesverordnung zur Umsetzung des Bundesgesetzes. Diese werde zurzeit vorbereitet, teilte eine Sprecherin des Sozialministeriums mit.

«Die Corona-Krise deckt in aller Schonungslosigkeit die Lücken unserer sozialen Systeme auf», kritisierte Zels. Eine Konsequenz für die politische Arbeit nach der Krise sei es, die Bemühungen um die Einführung einer Kindergrundsicherung zu forcieren und die gesetzlichen Bestimmungen zur Grundsicherung zu überprüfen.

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