Reben treiben zwei Wochen früher aus als gewöhnlich

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Deutsches Weininstitut

REION. In den Weinbergen hat fast überall der Austrieb der Reben begonnen. «Wir sind zwei Wochen früher durch als im langjährigen Durchschnitt», sagt Ernst Büscher vom Deutschen Weininstitut. In Rheinland-Pfalz, dem Bundesland mit der größten Anbaufläche, wurden im März 175 Stunden Sonnenschein registriert, im langjährigen Mittel sind es nur 110 Stunden.

«Je früher die Vegetation startet und die Temperaturen warm bleiben, desto eher werden wir vermutlich auch eine frühe Blüte erleben», erwartet Büscher. Diese ist dann eher Anfang als Mitte Juni. Die Rebblüte beeinflusst direkt den Zeitpunkt der Weinlese – die Trauben sind ungefähr 100 Tage nach der Blüte reif. Allerdings ist mit einem frühen Austrieb auch die Gefahr von Spätfrösten größer. Bis Mitte Mai müssen die Winzer damit rechnen, dass es nochmal kalt werden kann.

Nach Abschluss des Rebenbiegens folgt in den Weinbergen die Arbeit, überzählige Triebe wegzubrechen. Danach müssen neue Zweige mit dem Wachstum an den Drahtrahmen geheftet werden. «Es bleibt spannend, wie sich das mit den Schädlingen entwickelt», sagt die rheinhessische Winzerin Hanneke Schönhals. In diesen Tagen geht sie mit freiwilligen Helfern durch die Weinberg und entfernt die Raupen des Rhombenspanners, in Rheinhessen «Krebbelwurm» genannt. Für andere Schädlinge wie Traubenwickler hängt sie Pheromonfallen auf, die natürliche Duftlockstoffen enthalten.

Insektizide sind für das Bioweingut keine Möglichkeit. Stattdessen setzt die Winzerin im Rhythmus der saisonalen Arbeiten auf die Natur: «Die Rebe ist direkt verbunden mit den Jahreszeiten und der Witterung, sie ist eine sehr ausgleichende Pflanze.»

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