Freude über mehr Blutspenden – Räumliche Abstände größer

Positives Signal in der Seuchenzeit: Mehr Menschen spenden Blut für Mitmenschen. Um dabei Ansteckungen zu vermeiden, ändert das Deutsche Rote Kreuz die Rahmenbedingungen.

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Eine Mitarbeiterin des DRK-Blutspendedienstes desinfiziert eine Behandlungsliege. Foto: Thomas Frey/dpa

KOBLENZ. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) freut sich in der Corona-Krise über mehr Blutspender. Diese werden wegen des Ansteckungsrisiko mit mehr Abstand voneinander in größeren Räumen empfangen, zum Beispiel am Mittwoch in der Rhein-Mosel-Halle in Koblenz. «Die Zahl unser Spender ist jetzt bis zu doppelt so groß wie vor der Corona-Zeit», sagte der Sprecher des DRK-Blutspendedienstes West in Koblenz und drei benachbarten Landkreisen, Lars Fischer.

Sein für Rheinland-Pfalz, das Saarland und Nordrhein-Westfalen zuständiger Kollege Daniel Beiser ergänzte: «Es ist klasse, dass die Menschen in diesen Zeiten zusammenhalten und Nächstenliebe zeigen.» Viele hätten nun auch mehr Zeit und Geduld. Das DRK werbe derzeit weniger um neue Blutspender, zumal gegenwärtig auch planbare Operationen beispielsweise an Knie oder Hüfte verschoben würden. «Wir dürfen aber nicht zu sehr bremsen», warnte Beiser. Es würden ständig neue Blutspenden benötigt, etwa für Krebspatienten sowie bei Geburtskomplikationen und Organtransplantationen. Blutpräparate sind in der Regel nur 42 Tage lang haltbar.

Die Koblenzer Blutspendeaktion am Mittwoch war laut Fischer der Auftakt für ein mehrwöchiges Pilotprojekt mit vorheriger Terminvergabe über das Internet in Rheinland-Pfalz, dem Saarland und in Nordrhein-Westfalen, um Wartezeiten zu verringern. «130 Blutspender haben sich für heute angemeldet. Natürlich können auch weitere nach wie vor ohne Anmeldung kommen.»

Nach Angaben von Beiser hat das DRK – anders als noch vor wenigen Wochen – mittlerweile keine Probleme mehr, eigentlich geschlossene Schulen für Blutspenden zu nutzen. «Viele Firmen haben uns auch schon Räume angeboten», ergänzte der Sprecher. Nur beispielsweise in Schulen und Pfarrheimen mit zu kleinen Räumen hätten wegen des Corona-Abstandsgebots einige Termine abgesagt werden müssen.

Spender brauchen nach Fischers Worten keine Angst haben, sich beim Blutspenden mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 anzustecken. Alle nötigen Sicherheits- und Hygienevorschriften würden eingehalten. Spender würden zwar nicht auf das Virus getestet, aber im Falle von Auslandsreisen in den vergangenen vier Wochen oder über 37,5 Grad Körpertemperatur zurückgewiesen. Für die Empfänger von Blutpräparaten gibt es laut dem Robert Koch-Institut (RKI) kein Ansteckungsrisiko.

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