Digitaler Hochschulbetrieb: Unis in Rheinland-Pfalz optimistisch

Der Semesterstart an den Unis in Rheinland-Pfalz steht im Zeichen der Digitalisierung. Aufgrund der Corona-Pandemie finden die meisten Lehrveranstaltungen vorerst digital statt - das Ministerium sieht schon ein «Überdenken traditioneller Wege der Wissensvermittlung».

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Foto: Universität Trier

TRIER/MAINZ. Die Universitäten in Rheinland-Pfalz blicken trotz der coronabedingten Einschränkungen zuversichtlich auf das erste größtenteils digital ablaufende Semester. Für die Studierenden beginnen in der kommenden Woche wieder die Lehrveranstaltungen – diesmal jedoch hauptsächlich im Internet. Das stellt die Hochschulen vor große Herausforderungen. Lob kommt vom Wissenschaftsministerium, das in der Krise auch eine Chance sieht.

An der Uni Trier beispielsweise werden in diesem Sommersemester rund 90 Prozent der geplanten Lehrveranstaltungen digital angeboten, wie Sprecher Peter Kuntz sagte. Es sei in kurzer Zeit gelungen, die Infrastruktur der Uni entsprechend zu erweitern und zu optimieren.

Auch die Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) und andere Hochschulen im Land sehen sich gerüstet. JGU-Präsident Georg Krausch sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Wir merken ein sehr hohes Engagement. Man bemüht sich und hilft sich gegenseitig.» Die Unis waren im Zuge der Corona-Krise in eine Art Notbetrieb übergegangen. Der Start des Sommersemesters 2020 war wegen der Pandemie vom 14. auf den 20. März verschoben worden.

Die Uni Koblenz-Landau hat nach Angaben von Sprecher Gerhard Lerch auf dem Gebiet E-Learning «sehr viel Kompetenz und Erfahrung». Beispiele hierfür seien das Institut für Wissensmedien und die Hochschuldidaktische Arbeitsstelle, die Dozenten dabei unterstützen, Lehrveranstaltungen bestmöglich digital anzubieten.

Das Wissenschaftsministerium in Mainz schaut auch positiv auf den kommenden Semesterstart: «Die Hochschulen befinden sich grundsätzlich auf einem guten Weg und nutzen bereits vorhandene Programme für eine Umstellung auf eine möglichst vielfältige digitale Lehre.»

Übereinstimmend berichten die Unis, dass Veranstaltungen vermehrt aufgezeichnet würden. Sie können dann zeitversetzt abgerufen werden. Aber auch am Einsatz von Livestreams wird gearbeitet. Die Orientierungstage für Erstsemester sind diesmal allesamt ins Internet gewandert. Doch nicht alles ist ein digitaler Selbstläufer. Die Uni Koblenz-Landau erklärte beispielsweise, schwierig sei eine digitale Umsetzung beim Hochschulsport oder bei Laborpraktika. Auch die Bibliotheken werden den Sprechern zufolge zunächst geschlossen bleiben. An einem Ausbau des digitalen Angebots werde gearbeitet.

Das Wissenschaftsministerium betonte: «Durchaus bietet die Krise auch eine Chance, hier ist insbesondere ein Schub in der Digitalisierung zu nennen, und auch insgesamt findet ein Überdenken traditioneller Wege der Wissensvermittlung statt.»

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