Corona-Krise mit Sonnenschein, neuen Infektionen und Sorgen

Das Osterwochenende zieht die Menschen nach draußen. Während die Polizei überwiegend «keine Probleme» meldet, gibt es an anderer Stelle große Sorgen.

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MAINZ. Die Menschen in Rheinland-Pfalz müssen trotz Sonnenscheins am Osterwochenende angesichts der Corona-Beschränkungen auf einige gewohnte Aktivitäten verzichten. Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle steigt weiter an. Und auch an anderer Stelle werden die Folgen der Pandemie immer deutlicher. Ein Überblick der Entwicklungen vom Samstag:

POLIZEI AUF CORONA-STREIFE

Die Menschen haben sich am Samstag größtenteils an die Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie gehalten. Die Polizeipräsidien in Rheinland-Pfalz meldeten bis zum Nachmittag «keine Probleme» oder größeren Verstöße. Zwar seien mehr Menschen als noch am Karfreitag unterwegs, hieß es etwa aus Mainz. Es seien aber «alle gesittet», sagte ein Polizeisprecher. «Die Menschen haben das offenbar akzeptiert», sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums in Trier mit Blick auf die Kontakt- und Abstandsregelungen. Es seien zwar ein paar Leute «zu viel» angetroffen worden, hieß es aus Koblenz. Aber das habe sich im Rahmen gehalten.

MEHR INFEKTIONEN

Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle in Rheinland-Pfalz steigt weiter. Mittlerweile seien nachgewiesen 4701 Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert, teilte das Gesundheitsministerium in Mainz mit (Stand: 10.00 Uhr). Das waren 109 mehr als am Vortag. Die Zahl der mit dem Virus in Verbindung gebrachten Todesfälle stieg um fünf auf 65. Die meisten Infektionen – 348 – betrafen die Landeshauptstadt Mainz. Die geringste Zahl mit 26 wurde in Zweibrücken gemeldet.

PERSPEKTIVE FÜR DIE WIRTSCHAFT

Die Wirtschaft braucht nach Ansicht des rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministers Volker Wissing bald ein Zeichen, wann das ökonomische Leben wieder anlaufen kann. «Das größte Problem für die Unternehmen ist die offene Frage, wie lange der Shutdown anhält», sagte der FDP-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. «Die Wirtschaft braucht so schnell wie möglich greifbare Signale. Es muss eine Perspektive eröffnet werden. Ansonsten sind die Emotionen schwer kanalisierbar.»

VOLKSHOCHSCHULEN IN SORGE

Einnahmen brechen weg, Kursleiter stehen ohne Geld da – die Volkshochschulen (VHS) in Rheinland-Pfalz sind in der Corona-Krise mit einer Reihe von Herausforderungen konfrontiert. Die Mainzer VHS verliert derzeit nach eigenen Angaben pro Woche rund 50 000 Euro, denn Betriebskosten fallen weiter an. Direktor Christian Rausch nennt die Situation für manchen auf Honorarbasis arbeitenden Kursleiter dramatisch.

CORONA UND PARTEIEN

Oppositionsparteien haben es nach Ansicht des Trierer Politologen Uwe Jun in der aktuellen Corona-Krise schwer. Krisen seien immer die Stunde der Exekutive – also von Regierung und öffentlicher Verwaltung, weil sie durch Handeln bewältigt werden müssten, sagte Jun der Deutschen Presse-Agentur. Davon profitiere auch die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD). «Sie ist die bestimmende Person derzeit in Rheinland-Pfalz, durch ihre Präsenz ist sie entsprechend in guter Position.» Für Oppositionsparteien seien solche Situationen schwierig – etwa auch für die CDU mit ihrem Spitzenkandidaten Christian Baldauf.

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