Weniger Straßenkriminalität und Einbrüche in Corona-Krise

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MAINZ. Weniger Wohnungseinbrüche, Körperverletzungen, Sachbeschädigungen und Diebstähle: Die Kriminalität ist in der Corona-Krise in Rheinland-Pfalz deutlich zurückgegangen. Der Präsident des Landeskriminalamts (LKA), Johannes Kunz, warnte am Mittwoch in Mainz jedoch von einer Verlagerung der Straftaten ins Internet und vor neuen Betrugsmaschen.

Die Kriminalität habe im März um 38 Prozent unter dem Vorjahresniveau gelegen, sagte Kunz. «Es fehlt schlichtweg für die Täter an potenziellen Opfern.» Das Minus gelte für alle Delikte mit Ausnahme des Hausfriedensbruchs. Die Zahl der Wohnungseinbrüche etwa sei im März im Vergleich zum Vorjahresmonat um 27 Prozent gesunken. Schwarzfahren ging – auch wegen deutlich weniger Kontrollen – um 90 Prozent auf 36 Fälle zurück. Bei häuslicher Gewalt gebe es auch einen Rückgang um 20 Prozent. Als Grund vermutet Kunz, dass Konflikte in der derzeitigen Situation nicht sofort eskalierten. «Da kann sich aber noch etwas aufbauen», mahnte Innenminister Roger Lewentz (SPD).

Etwas zugenommen hätten Einbrüche in Arztpraxen, möglicherweise um Betäubungsmittel zu beschaffen, sagte Kunz. In Krankenhäusern seien bereits größere Mengen Desinfektionsmittel gestohlen worden und Diebe hätten schlügen immer wieder bei Schutzmasken zu.

Betrüger passten ihr Vorgehen der Corona-Krise an und gäben sich etwa als mit Covid-19 infizierte Enkel aus, die Geld für die medizinische Behandlung brauchten. Sie gäben sich an der Haustür als Gesundheitsamtsmitarbeiter aus und böten angebliche Tests gegen das Coronavirus für viel Geld an, manche späten dabei auch die Wohnung aus.

«Kriminelle verlagern sich in den digitalen Raum», mahnte Kunz. Jeder vierte Bürger in Deutschland sei bereits Opfer von Kriminellen im Internet geworden, eine Zunahme sei in der Corona-Krise zu erwarten, aber noch nicht konkret zu verzeichnen.

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