Rehkitze sind da: Hunde anleinen und Vorsicht beim Mähen

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Boris Roessler

RLP. Die ersten Rehkitze dieses Jahres sind geboren: Rehwild wie auch Hasen und Bodenbrüter sind mit Brut und Aufzucht ihrer Jungen beschäftigt. Einige Städte appellieren daher an Hundehalter und Spaziergänger, in der Setz-, Brut- und Aufzuchtzeit bis Mitte Juli auf den Wegen zu bleiben und Hunde angeleint zu lassen.

Rehkitze seien besonders gefährdet, weil ihre Mütter sie zum Schutz vor Fressfeinden wie dem Fuchs gut getarnt und nahezu geruchlos im hohen Gras zurückließen, heißt es in einer Mitteilung der Stadt Bingen. Die Ricke erscheine nur zum Säugen. «In keinem Fall sollten Spaziergänger vermeintlich allein gelassenes Jungwild anfassen». Das schrecke die Muttertiere ab und mache den Nachwuchs zu Waisen. «Die Folge: Die Tierkinder müssen verhungern.»

Rehkitzen droht aber noch eine andere tödliche Gefahr: das Mähen des hohen Grases, das ihnen zum Schutz dient. Die Landwirte ergriffen in der Graserntesaison verschiedene Schutzmaßnahmen, um Rehkitze und andere Wildtiere zu schützen, sagte der Sprecher des Bauern- und Winzerverbands Rheinland-Pfalz Süd, Andreas Köhr.

Die Information des Jagdpächters im Vorfeld der Mahd, damit dieser die Fläche absuchen kann, nannte Köhr als Beispiel. Zudem würden die Flächen von innen nach außen gemäht, um Wild die Chance zur Flucht zu geben. Die Schnitthöhe werde begrenzt, «also nicht zu tief». Vor der Mahd werde zudem mit Knistertüten, Flatterbändern oder akustischen Geräten versucht die Wildtiere zu vertreiben. Mancherorts würden auch Drohnen mit Infrarotkameras eingesetzt, um die Rehkitze zu finden.

5 KOMMENTARE

  1. Wird ganz öffentlich von Jägern praktiziert – Störung der Brut- und Setzzeit/ Abrichtung der Hunde in genau dieser Zeit auf freiem Feld – ohne Leine und Co. „Nehmt die Hunde an die Leine,stört das Wild nicht, es ist Brut- und Setzzeit…“
    Appelle der Jägerschaft an Otto Normalverbraucher.
    Unzählige Ausbildungseinheiten und Prüfungen für Jagdhunde laufen gerade im Frühjahr, natürlich auf freiem Feld.
    Hat die Feldlerche (rote Liste !) denn nu‘ endlich mal in ausgeräumter Landschaft eine geeignete Fläche gefunden, treten Leute wie er auf den Plan. (Stefanie F.)
    Dahinter steht übrigens der getriebene Wildtier-Killer P.R. – schon von 2017, aber immer noch aktuell.
    https://www.facebook.com/JagdhundeimEinsatz/videos/699630356882584/
    -2:01

  2. Sehr gute Antwort, die Jäger wollen scheinheilig die Kitze schützen und schießen sie später ab. Die Jagd ist ein naturschädigendes Hobby, viele Wildtiere haben ihr Verhalten dadurch geändert. Rehe sind eigentlich Tagtiere, die auf Lichtungen verschiedene Kräuter äsen. Durch das Schießhobby wurden sie in den Wald verdrängt und haben dort nur die Bäume zur Verfügung. Sie gehen sogar nachts aus dem Mondlicht, um von Jägern nicht gesehen zu werden. Wie fühlt sich wohl so ein Leben in ständiger Angst an? Warum haben manche Leute es nötig, ihr Selbstwertgefühl aus dem Schießeisen zu beziehen? Jäger Paul Parin: „Die Jagd eröffnet einen Freiraum für Verbrechen bis zum Mord.“

    • Schwachsinn! Wer denn den Lebensraum weggenommen? Der Mensch!
      Das Wild lebt jetzt in einem Raum mit uns und dann kommt es automatisch zu Konflikten. Das Wild wird immer der Verlierer sein.

  3. Das ist hier schon teilweise doppelt bis dreifach Moral.
    Jeder der Fleisch aus einem Supermarkt konsumiert, ist ein normaler Mensch. Obwohl er an koordinierten „Massenmord“ Beteiligt ist. Wenn ein Jäger etwas schießt und konsumiert ist er ein Mörder.
    Mm nach hätten wir viel weniger Fleisch Esser wenn jeder das was er zu sich nimmt, selbst töten, ausnehmen und zubereiten würde.
    Man kann sich über Massentierhaltung beschweren, aber weniger über die Jäger, die gesetzlich an die Hege und Pflege gebunden sind.
    Kommt mal zurück ins reale Leben.

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