Höfe auch froh über freiwillige Erntehelfer

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Erntehelferin Lydia Berthold sticht Spargel. Foto: Uwe Anspach/dpa

KANDEL. Nach der Lockerung des Einreisestopps für Saisonarbeiter schöpfen die Landwirte in Rheinland-Pfalz Hoffnung – auch durch das spürbare Engagement aus der Bevölkerung. Um dem befürchteten Mangel an Helfern entgegenzuwirken, hatte unlängst der Bundesverband der Maschinenringe eine Initiative mit dem Bundeslandwirtschaftsministerium gestartet. Arbeitskräfte werden auf der Internet-Plattform «Das Land hilft» an Landwirte vermittelt.

Laut einem am Donnerstag auf Bundesebene vereinbarten Konzeptpapier zur begrenzten Einreise von Saisonarbeitern sollen von April bis Mai 80 000 Arbeiter einreisen dürfen. Aufgestockt werde die Anzahl an Arbeitskräften pro Monat mit je rund 10 000 Freiwilligen aus Deutschland. Um den Bedarf zu decken, seien weiterhin zielgerichtete Aktivitäten der Verbände und Online-Plattformen hilfreich, hieß es.

«Wir begrüßen den Beschluss auf jeden Fall», sagte Andreas Köhr vom Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd am Freitag. Zwar könne damit der Bedarf wohl nicht komplett gedeckt werden, allerdings dürften die Arbeiter künftig 115 statt nur 70 Arbeitstage bleiben.

Auch der Obst- und Spargelhof Zapf aus Kandel hat die Plattform «Das Land hilft» genutzt. Der Betrieb setzt normal von April bis Juni rund 60 Arbeiter aus Rumänien ein. Nach dem Gesuch auf der Plattform war der Betrieb positiv überrascht von der Vielzahl an Rückmeldungen. «Wir haben täglich 60 bis 80 E-Mails bekommen, die Resonanz war wirklich groß», hieß es. Derzeit arbeiten dort rund 20 Freiwillige.

Eine von ihnen ist Lydia Berthold. Die 26-Jährige kommt aus der Gegend und kauft auch privat dort ein. Seit Montag hilft sie mit ihrem Bruder auf dem Zapf-Hof bei der Spargelernte. Zwar sei das Spargelstechen leicht zu lernen, aber «die ersten Tage waren echt böse», meint die selbstständige Augenoptikermeisterin. Solange sie in Kurzarbeit sei und der Hof Bedarf habe, möchte sie helfen.

Für den Obst- und Spargelhof klingt die bedingte Lockerung des Einreisestopps gut, allerdings ist man dort auch skeptisch. Der Betrieb wolle erst abwarten, wie die Saisonarbeiter verteilt werden, heißt es. Mindestens so lange sind sie wohl auch auf freiwillige Helfer aus der Region angewiesen. In Rheinland-Pfalz werden über das Jahr verteilt 42 000 Saisonarbeiter benötigt. Noch gilt als unklar, wie viele der wohl bald einreisenden Helfer ins Bundesland kommen.

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