Verstärkte Corona-Prävention für Heime – Hoffnung auf positive Entwicklung bei Fallzahlen

Zur Eindämmung der Lungenkrankheit Covid-19 sollen die Alten- und Pflegeheime in Rheinland-Pfalz besser geschützt werden. Experten hoffen nach dem wohl frühlingshaften Wochenende auf eine Fortsetzung der positiven Entwicklung bei den Fallzahlen.

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Foto: dpa-Archiv

MAINZ. Besonders Ältere und Pflegebedürftige gelten in der Corona-Krise als gefährdet. Hier will das rheinland-pfälzische Gesundheitsministerium den Schutz verstärken. Unterdessen warnt die Polizei vor Verstößen gegen die Corona-Beschränkungen an dem wohl sonnigen Wochenende. Die Themen des Tages im Überblick:

ZAHLEN – Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen in Rheinland-Pfalz ist am Freitag (Stand: 10.00 Uhr) auf 3466 gestiegen – das waren 190 mehr Fälle als am Tag zuvor. 363 Menschen werden derzeit in Krankenhäusern behandelt, wie Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) sagte. Bis Freitag (Stand: 10.00 Uhr) registrierte das Ministerium den Tod von 30 mit dem Coronavirus infizierten Menschen, das waren drei mehr als am Vortag.

APPELL – Am Wochenende wird es in Rheinland-Pfalz sonnig und frühlingshaft mild – allerdings erinnert das Innenministerium in Mainz mit Nachdruck an die Beschränkungen in der Corona-Krise. Ordnungsämter und Polizei würden verstärkt Präsenz zeigen und insbesondere Ausflugsziele wie Parks, Flussufer, Wandergebiete und Sehenswürdigkeiten im Blick behalten, kündigte das Ministerium an.

BEHANDLUNG GESICHERT – In Rheinland-Pfalz ist die zahnärztliche Notfallversorgung für Patienten, die an Covid-19 erkrankt sind oder unter häuslicher Quarantäne stehen, gesichert. Wie die Kassenzahnärztliche Vereinigung Rheinland-Pfalz am Freitag mitteilte, haben ab sofort 18 Zahnarztpraxen und Zahnkliniken im Bundesland die Notfallbehandlung für diese Patienten übernommen.

PFLEGE – Ein Besuchsverbot, ein Freiwilligenpool von Pflegern für Engpässe und mehr Prävention: So sollen die rund 40 000 besonders gefährdeten Menschen in den rheinland-pfälzischen Alten- und Pflegeheimen sowie die Beschäftigten besser vor dem Coronavirus geschützt werden. Damit der Betrieb auch am Laufen gehalten werden kann, wenn Mitarbeiter in Quarantäne müssten, habe die Landespflegekammer einen Freiwilligenpool für Menschen aus den Gesundheitsberufen aufgebaut, sagte Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD). Mehr als 90 Menschen hätten sich bereits gemeldet. Sie hoffe, dass sich deutlich mehr registrieren ließen.

GEGEN GEWALT – Fachleute gehen von einer Zunahme der häuslichen Gewalt in der Corona-Krise aus – Rheinland-Pfalz hat deshalb die Plätze in den Frauenhäusern aufgestockt. Zu den 286 gut ausgelasteten Plätzen für Frauen in den 17 Einrichtungen des Landes kämen ab sofort 34 Plätze in einem Haus im Norden des Landes hinzu, sagte Frauen- und Familienministerin Anne Spiegel (Grüne). Die Finanzierung dieser Plätze – inklusive zweier pädagogischer Fachkräfte – sei zunächst für drei Monate bis Ende Juni gesichert. Einzelheiten zu der Einrichtung und dem Standort nannte Spiegel nicht, um Opfer nicht zu gefährden.

VOLLE KIRCHE – Die Basilika Sankt Severus in Boppard ist auch in der Corona-Krise voll. Freundliche Gesichter lächeln von den Bänken – aber es sind nur ausgedruckte Fotos, befestigt auf Holzlatten. Etwa 150 Menschen, darunter sogar aus Kanada und Brasilien, haben Bilder von sich an die katholische Kirchengemeinde geschickt, manche haben sie vorbeigebracht. Diese sind nun in DIN-A4-Größe ausgedruckt.

HILFE AUS DER LUFT – Zur Bewältigung der Corona-Krise ist in Rheinland-Pfalz ein zusätzlicher Hubschrauber im Einsatz – zunächst bis Ende September. «Die temporäre Erweiterung am Standort Ludwigshafen sichert bundeslandübergreifend die Versorgung der Bevölkerung bei medizinisch notwendigen Notfall- und Verlegungsflügen und ist damit eine wichtige Ergänzung in Zeiten der Corona-Krise», sagte Innenminister Roger Lewentz (SPD) am Freitag in Mainz.

FINANZEN – Kleinbetriebe und Selbstständige in Rheinland-Pfalz können zeitnah mit Geld aus dem Soforthilfeprogramm des Bundes rechnen. Wie die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) mitteilte, sind die ersten Auszahlungen vorgenommen worden. «Die Abwicklung der Anträge läuft auf Hochtouren, um den Selbstständigen, Freiberuflern und Kleinunternehmen so schnell wie möglich die nötigen Liquiditätshilfen bereitstellen zu können», sagte Wirtschaftsminister Volker Wissing (FDP). Die ersten Auszahlungen seien am Freitag erfolgt. Anträge auf Soforthilfe könnten weiter bei der ISB gestellt werden.

MASKEN GESTOHLEN – Aus einer Lagerhalle in Ludwigshafen sind Kartons mit insgesamt 1800 Atemschutzmasken im Wert von 12 000 Euro gestohlen worden, teilte die Polizei mit. Von den Dieben, die in die Halle schon am Wochenende eingedrungen waren, fehlte zunächst jede Spur.

AMBULANZEN – In einer Sporthalle in Mainz-Mombach startet am Montag eine Corona-Ambulanz. Sie richtet sich an Patientinnen und Patienten mit Verdacht auf eine Covid-19-Infektion und bereits bestätigte Fälle. Auch im ehemaligen Stiftungskrankenhaus in Speyer öffnet am Montag eine solche Stelle. In der Ambulanz sind von der Kassenärztlichen Vereinigung zugelassene Vertragsärztinnen und -ärzte tätig, die sich freiwillig für den Dienst gemeldet haben. Ähnliche Ambulanzen gibt es bereits an mehreren Orten in Rheinland-Pfalz.

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