Corona: Gesundheitsministerium nimmt Altenheime in den Blick

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MAINZ. Ein Besuchsverbot, ein Freiwilligenpool von Pflegern für Engpässe und mehr Prävention: So sollen die rund 40 000 besonders gefährdeten Menschen in den rheinland-pfälzischen Alten- und Pflegeheimen sowie die Beschäftigten besser vor dem Coronavirus geschützt werden.

Damit der Betrieb auch am Laufen gehalten werden kann, wenn Mitarbeiter in Quarantäne müssten, habe die Landespflegekammer einen Freiwilligenpool für Menschen aus den Gesundheitsberufen aufgebaut, sagte Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) am Freitag in Mainz. Mehr als 90 Menschen hätten sich bereits gemeldet. Sie hoffe aber, dass sich noch deutlich mehr registrieren ließen.

Rund 50 der meist hochbetagten Heimbewohner seien aktuell an dem Coronavirus erkrankt, und fast 40 der etwa 37 000 ambulanten und stationären Fachpflegekräfte.

Wenn das Personal nicht ausreiche, dürften in Ausnahmefällen und Absprache mit den Gesundheitsämtern Pflegekräfte nach einem Kontakt mit einem Infizierten die 14-tägige Quarantäne verkürzen. Sie würden dann regelmäßig getestet – von Mitarbeitern.

Über einen Aufnahmestopp von Heimbewohnern werde nicht nachgedacht. Vom Besuchsverbot gebe es auch Ausnahmen etwa für Ehepartner oder wenn ein Bewohner im Sterben liege.

Um die Infektion frühzeitig zu erkennen, würden die Heimbewohner genauer überwacht und befragt, sagte Silke Basenach vom Gesundheitsamt Bad Dürkheim. Mit mehr Ansprache, zusätzlichen Beschäftigungsangeboten sowie Kommunikation mit Angehörigen über digitale Medien, sollen die Bewohner der Heime aus ihrer Isolation geholt und etwa demente Menschen möglichst wenig verunsichert werden. «Fensterln wird wiederbelebt», sagte die Ministerin. Gemeint sind Besuche an der Fensterscheibe.

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