RLP: Anstieg der Corona-Infektionen schwächt sich etwas ab

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MAINZ. In den ersten drei Märzwochen ging es auch in Rheinland-Pfalz steil nach oben mit den Fallzahlen. Seit der vierten Märzwoche geht der prozentuale Zuwachs neuer Fälle von Covid-19 zurück.

Seit einem Monat blickt die Öffentlichkeit in Rheinland-Pfalz gespannt auf die täglichen Fallzahlen zur Ausbreitung des Coronavirus. In dieser Woche ist die Steigerung von zuvor zweistelligen auf einstellige Prozentwerte am Tag zurückgegangen. Der Mainzer Virologe Bodo Plachter spricht von einem gewissen Trend, der aber noch mit Vorsicht zu betrachten sei.

Den ersten positiven Test auf das Coronavirus in Rheinland-Pfalz gab es am 27. Februar im Westpfalz-Klinikum Kaiserslautern. Am 2. März nahm das Gesundheitsministerium die täglichen Mitteilungen zur Entwicklung der Fallzahlen auf, damals waren es zwei Fälle. Unter der nüchternen Überschrift «Information der Landesregierung zum aktuellen Stand hinsichtlich des Coronavirus» liest sich die Mitteilung wie das tägliche ärztliche Bulletin für den Patienten Rheinland-Pfalz.

In der ersten Märzwoche stieg die Zahl der bestätigten Infizierten um 1000 Prozent, also um das Elffache, auf 22. In der zweiten Woche schnellte die Zahl um 1236 Prozent nach oben, auf 297. In der dritten Woche waren es dann 333 Prozent auf 1285. In der vierten Woche bis zum 30. März sank die Steigerungsrate auf 109 Prozent.

Aber noch scheint die Entwicklung nicht ganz stabil zu sein: Am Montag betrug die tägliche Steigerung 5,5 Prozent, am Dienstag 5,7 und am Mittwoch 6,9 Prozent – auf inzwischen mehr als 3000 Infizierte. Eine Woche zuvor lag der tägliche Anstieg aber noch im zweistelligen Bereich.

Bis Mittwoch (Stand: 10.30 Uhr) registrierte das Ministerium den Tod von 25 Menschen in Rheinland-Pfalz an der durch das Virus Sars-CoV-2 verursachten Krankheit Covid-19, drei mehr als am Vortag. Darunter waren allein sechs in der Stadt Koblenz. Die Region am Zusammenfluss von Mosel und Rhein ist ein Hotspot der Infektionen in Rheinland-Pfalz. So zählt auch der Landkreis Mayen-Koblenz die meisten Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 – allein dort wurden bis Mittwoch (10.30 Uhr) 244 Fälle registriert. Danach folgen die Stadt Mainz (187) und der Kreis Bad Dürkheim (170).

Die relative Häufigkeit der Infektionen im Kreis Mayen-Koblenz liegt damit bei 113,9 bezogen auf 100 000 Einwohner. Das ist über dem Landesdurchschnitt von 71,2 infizierten Rheinland-Pfälzern auf 100 000 Einwohner. Nach Erhebungen des Robert-Koch-Instituts gehört Rheinland-Pfalz damit zu den Ländern im oberen Mittelfeld der Pandemie-Ausbreitung: Im Vergleich zu 25,2 Fällen je 100 000 Einwohner in Mecklenburg-Vorpommern, 55,2 in Hessen, 83,4 im Saarland und 126,9 in Bayern.

Die Daten für die tägliche Zahl der bestätigten Infektionen werden von den Gesundheitsämtern der Kommunen erhoben und dann über die dafür vorgesehene Meldesoftware an das Landesuntersuchungsamt übermittelt. Von dort werden die gebündelten Daten an das Gesundheitsministerium in Mainz und an das dem Bundesgesundheitsministerium unterstehende Robert-Koch-Institut in Berlin geschickt.

Die Daten sind aggregiert, das heißt sie erfassen die mit Tests bestätigten Infektionen seit dem ersten Auftreten des Virus. Die Zahl kann daher nur steigen oder gleichbleiben, nicht zurückgehen. Zudem muss nach Angaben von Experten berücksichtigt werden, dass die Daten dem tatsächlichen Infektionsgeschehen um etwa zehn Tage hinterher hinken – mit etwa fünf Tagen Inkubationszeit, drei Tagen Diagnosezeit und zwei Tagen Meldezeit.

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