Wofür verschreiben Ärzte Sildenafil?

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FOTO: SILDENAFIL-ARZT Rechte: Marian Weyo - shutterstock.com

Sildenafil ist ein Medikament in Tablettenform, welches hauptsächlich Männern mit Erektionsstörungen verschrieben wird. Doch wann genau verschreiben Ärzte Sildenafil und welches Anwendungsgebiet gibt es für den Wirkstoff noch?

Sildenafil: Am häufigsten bei erektiler Dysfunktion


Der Wirkstoff Sildenafil (bekannt aus Viagra) wird wie bereits erwähnt bei Erektionsstörungen eingenommen, um den Geschlechtsverkehr zu ermöglichen. Der Wirkstoff zeigt nach etwa 40 bis 60 Minuten für bis zu 5 Stunden seine Wirkung. Einfach erklärt, können Männer durch eine verbesserte Durchblutung wieder leichter eine ERektion aufbauen und diese auch halten.
Ohne Sexuelle Stimulation ist dies im übrigen nicht möglich. Die Angst vor einer Dauererektion ohne Anlass, ist daher unbegründet.

Wann liegt überhaupt eine Erektionsstörung vor?


Nicht immer sollte man bei der kleinsten Enttäuschung von einer derartigen Störung ausgehen. Medizinsch ist erst dann von einer erektilen Dysfunktion die Sprache, wenn in über 70% der Fällen über einem Zeitraum von 6 Monaten keine zufriedenstellende Erektion aufgebaut oder gehalten werden kann.

Zur Behandlung ist es auf sinnvoll, sich einem Urologen vorzustellen. Dieser kann mittels Untersuchungen mögliche Ursachen für eine Erektionsstörung ermitteln.

Die Wirkungsweise von Sildenafil


Ist der männliche Körper erregt, wird im Schwellkörper des Penis Stickstoffoxid freigesetzt. Das Stickstoffoxid erhöht wiederum die Menge eines anderen Botenstoffs.


Dieser wird cyclisches Guanosinmonophosphat genannt (cGMP). Erhöht sich dieser Wert, entspannen sich die Muskeln und die Blutgefäße weiten sich. Strömt mehr Blut durch die Gefäße, kann sich der Penis leichter und schneller versteifen. Das Enzym Phospodiesterase 5 baut den Botenstoff wiederum ab und der Schwellkörper erschlafft. Jetzt kommt Sildenafil zum Einsatz.


Das Medikament inaktiviert das Enzym Phospodiesterase 5 wodurch das erektionsfördernde cGMP im Körper vorhanden bleibt und nicht abgebaut wird. Somit bleiben die Blutgefäße länger entspannt und geweitet sodass der Penis länger steif bleibt.

Sildenafil als Lungenmedikament?


Die gleiche Wirkungsweise kann für die Behandlung von Lungenhochdruck genutzt werden. Genauer gesagt hat Sildenafil die Zulassung bei primärer PAH, wie auch einer pulmonaler Hypertonie mit einer Bindegewebskrankheit.

Hierfür wurde Sildenafil in einer Tagesdosis von 3 x 20 mg zugelassen. Wenn Patienten Sildenafil gegen Lungenhochdruck verordnet bekommen, können Krankenkassen die Kosten übernehmen.

Zur Behandlung einer erektilen Dysfunktion müssen Patienten leider in die eigene Tasche greifen. Sildenafil gilt hier als Lifestyleprodukt, sodass die Kosten von keiner Krankenkasse getragen werden. Kann man jedoch durch einen ärztlichen Nachweis einen krankhaften Lungenhochdruck geltend machen, zahlt die Krankenkasse die entsprechenden Kosten.

Das Medikament ist verschreibungspflichtig, daher ist ein Arztbesuch meist unumgänglich. Von illegalen Angeboten im Netz wird trotz dessen abgeraten. Lediglich die Telemedizin kann für seriöse Anfragen auch im Internet genutzt werden, hierfür ist allerdings mit einem Aufpreis zu rechnen.


Quelle: Sildenafil for Chronic Obstructive Pulmonary Disease: A Randomized Crossover Trial – https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4904720/.

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