Warum leiden junge Männer unter Impotenz?

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FOTO: JUNGE MAENNER IMPOTENZ Quelle: Syda Productions - shutterstock.com

Oft wird festgestellt, dass junge Männer vornehmlich an seelisch bedingten Potenzstörungen leiden. Männer im höheren Alter haben es eher mit den Folgen von chronischen Erkrankungen zu tun. Doch warum genau leiden immer mehr junge Männer unter Impotenz? Wir möchten die möglichen Ursachen etwas genauer unter die Lupe nehmen.

Psychologische Ursachen für Impotenz

Junge Männer gehen mit Sex vermeintlich locker um. So locker wie sie behaupten, sind die meisten jungen Männer aber nicht. Sie möchten gegenüber den Kumpels mit ihren Eroberungen prahlen. Sie möchten junge Frauen beeindrucken. Stress, Leistungsdruck, Komplexe, Hemmungen oder Versagensängste belasten die Psyche. Das sind genau die Faktoren, die zu einer Impotenz bei jungen Männern führen können.

Auch Liebespartner können zu belastenden Faktoren werden. Sie können die freie Entfaltung der Sexualität hemmen. Junge Frauen haben oft überhöhte Erwartungen an ihren aktuellen Freund. Sie sprechen mit ihren Freundinnen über Intimes. Dabei spotten sie nicht selten über verunglückte Bettgeschichten oder körperliche Merkmale. Für den Mann bedeutet das Stress pur.

Seelische Ursachen? Ich doch nicht!

Dass seelische Verursacher Grund für ihre Impotenz sein könnten, trifft junge Männer hart. Sie möchten sich nicht als Versager oder „Weichei“ sehen. Zudem löst Impotenz Schamgefühle und Ängste aus. Viele junge Männer kompensieren ihre Ängste mit Aufschneiderei oder sexuellen Anspielungen. Sie haben nie gelernt, dass die Seele ein wichtiger Faktor im Liebesleben ist. Aus der Sicht mancher junger Männer sind Frauen für seelische Angelegenheiten zuständig.

Die falsche Selbstsicht junger Männer begründet, warum es zu Leistungsdruck, Stress, Hemmungen, Komplexen, Versagensangst und falschen sexuellen Vorbildern kommt. Junge Männer orientieren sich oft an Typen, die „immer können“ oder „gut gebaut“ sind. Sie vergleichen ihren Körper und ihre sexuelle Performance damit. Keine gute Idee!

Stress ist der Vater vieler Potenzstörungen

Junge Männer schätzen häufig die Erwartungen und Bedürfnisse von Frauen falsch ein. Wenn sie sich vor einem Date mit Marihuana oder anderen Drogen locker machen, addieren sie weitere Ursachen einer Erektionsstörung hinzu.

Sie setzen sich schon vor den Sex unter Druck. Stress ist geeignet, alle Funktionen des Körpers auf diesen Alarmzustand einzustellen – und nicht auf den sexuellen Akt.

Tatsächlich liegt bei Lustmangel keine echte Impotenz vor, sondern stressbedingtes Versagen. Eine erektile Dysfunktion oder Potenzstörung wird erst dann angenommen, wenn jemand ein halbes Jahr lang keine ausreichende Erektion mehr hinbekommt. Dann sind Potenzmittel eine Hilfe. Vorher aber nicht. Ohne Lust funktionieren diese Medikamente nämlich nicht. Es ist also keine gute Idee, gelegentliche Potenzschwächen sofort mit Viagra zu beheben.

Vielmehr sollten Betroffene sich in ruhigen Stunden fragen, warum sie beim Sex gestresst sind. Indikatoren für Stress sind beispielsweise, ob jemand sich ängstlich und unter Leistungsdruck fühlt. In diesem Fall ist es ratsam, dem Stresspegel entgegenzuarbeiten. Das kann zum Beispiel mit Ausdauersport, meditativen Kampfsportarten oder anderen Hobbys erfolgen.

Versagensangst – eine unbewusste Hemmschwelle

Versagensangst basiert auf unbewusstem Leistungsdruck.

Sie entsteht oft aufgrund von Vergleichen mit anderen. Junge Männer sind sexuell noch unerfahren. Sie haben falsche Vorstellungen von ihrer sexuellen Leistungskraft. Oftmals haben sie trotz aller Prahlerei Ängste. Diese werden überspielt. Kindheits-Erfahrungen spielen bei Selbstwertproblemen genauso mit hinein, wie überzogene Erwartungen von Sexualpartnern.

Auch die Prahlereien von Freunden können hohen Erwartungsdruck aufbauen. Sie führen zu Versagensängsten. Nichts weckt hinderlichere Erwartungen, als Pornos anzusehen. Je mehr diese sich mit ungewöhnlichen Sexualpraktiken befassen, desto unsicherer werden die jungen Männer. Sie gehen nicht auf ihr Gegenüber ein. Stattdessen orientieren sie sich an dem, was sie gehört oder gesehen haben. Junge Männer müssen oft erst lernen, über Ängste und Erwartungen zu sprechen.

Komplexe, Depressionen und andere seelische Belastungen

Viele junge Männer haben Komplexe. Sie finden sich zu klein, zu dick oder zu dünn. Sie glauben, einen zu kleinen Penis zu haben. Trotz coolem Gehabe und angesagtem Haarschnitt empfinden sie sich nicht als gut aussehend.

Gefühlt sind es immer die anderen, die die tollen Bräute abschleppen. Mit solchen Sichtweisen blockiert man sich selbst. Am Ende fühlen solche Gedanken in die Depression. Hin und wieder depressiv zu sein, ist normal. Fühlt sich jemand aber dauerhaft niedergeschlagen oder antriebslos, sollte er einen Psychotherapeuten aufsuchen. Blockierende Denkweisen begünstigen den Alkohol-Rausch an Wochenende. Sie rechtfertigen den täglichen Nikotin- oder Drogenbrauch. All das sind aber Faktoren, die eine Impotenz bei jungen Männern auslösen können.

Ausgemachte Partyhengste sorgen eigenhändig dafür, dass sie früher oder später ihre sexuelle Potenz verlieren. Häufiger Marihuana-Konsum hat – bezogen auf Sex – kein besseres Ergebnis. Marihuana-Konsumenten fühlen sich zwar entspannt und locker. Sie stellen sich aber ihren seelischen Problemen nicht. Sobald das geschieht, werden auch die Potenzprobleme besser.

Pornos sind keine Hilfe – im Gegenteil

Viele junge Männer schauen sich Pornoheftchen und -filme an. Viele besuchen Bordelle. Der Reiz des Verbotenen führt zu einem falschen Menschenbild. Zwanghafter Porno-Konsum und ständiges Masturbieren haben kontraproduktive Wirkung. Wenn es darauf ankommt, klappt es nicht mehr. Das Masturbieren führt zwar zu einer Erektion und zum Erguss, nicht aber das Zusammensein mit einer Frau.

Fazit

Potenzstörungen sind ein komplexes Problemfeld – und die Seele spielt dabei eine nicht unwesentliche Rolle. Jede Überreizung durch falsche Impulse führt zu gesteigertem Desinteresse an echten Liebespartnerinnen. Zum Trost sei gesagt, dass es gegen jede seelische Ursache, auch passende Behandlungsmethoden gibt.

Quelle: Erectile dysfunction in fit and healthy young men: psychological or pathological? https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5313296/

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