Solidarität in der Coronakrise: HWK und DGB fordern entschlossenes Handeln

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Foto: dpa-Archiv

TRIER. Gerade mittlere und kleine Handwerksbetriebe sind eine tragende Säule der Deutschen Wirtschaft. Sie tragen zur Beschäftigungssicherung der Versorgung von Kunden und der Ausbildung von Fachkräften bei. Doch plötzlich steckt das Handwerk mitten in einer der größten Krisen. Zahlreiche Unternehmen und deren Mitarbeiter sorgen sich um ihre wirtschaftliche Existenz.

Die Handwerkskammer (HWK) Trier und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Region Trier richten daher einen gemeinsamen Appell an Betriebsinhaber. Kammerpräsident Rudi Müller und DGB-Chef James Marsh rufen alle Akteure aus Wirtschaft und Politik dazu auf, angemessen, entschlossen und schnell zu handeln. Nur so könne die kritische Lage stabilisiert und verbessert werden, so das Ergebnis ihres Austausches anlässlich der wachsenden Krise.

„Viele Baustellen können nicht fertiggestellt und abgerechnet werden, teilweise muss die Arbeit komplett eingestellt werden“, beschreibt HWK-Präsident Müller die Situation. „Der Luxemburger Markt ist total eingebrochen. Bei Betriebsinhabern und Mitarbeitern herrscht Unsicherheit – ja, Panik greift um sich!“ Derzeit würden die Weichen für den wirtschaftlichen Erfolg nach der Coronakrise gestellt, betonte er. Solidarität sei in dieser Lage das A und O: „Es gilt jetzt, mit den Mitarbeitern zusammenzurücken und alle Möglichkeiten zu nutzen. Da geht es um den Abbau von Überstunden sowie die Nutzung von Kurzarbeitsregelungen. Die Handwerksbetriebe müssten jetzt alle Möglichkeiten ausschöpfen, ihre Mitarbeiter zu halten. Sonst werden sie nach der Krise fehlen“, so Müller.

Auch Vizepräsident Gröber setzt auf Solidarität. Wichtig sei zudem die Einbindung der Belegschaft: „Die Betriebe müssen ihre Mitarbeiter in die Vorbereitung und Abwicklungen der Aufträge nach der Krise einbinden und ihr Know-how nutzen. Außerdem gilt es, betriebliche Abläufe, die Kommunikation untereinander und die Arbeitsharmonie zu verbessern.“ Auf Zusammenhalt setzt auch DGB-Regionsgeschäftsführer James Marsh: „Für unsere Kolleginnen und Kollegen bedeutet Kurzarbeit eine erhebliche Minderung des Einkommens. Mit Menschlichkeit und sozialer Verantwortung füreinander meistern wir gemeinsam diese große Herausforderung“, ist er überzeugt.

Diese Auffassung teilt auch Kammerpräsident Müller: „In diesen schwierigen Zeiten für unsere Gesellschaft, vor allem auch für unsere Betriebe und deren Beschäftigte müssen wir gemeinsam an einem Strang ziehen!“ Dieses Zusammenspiel funktioniere nicht nur zwischen Kammer und Gewerkschaftsbund gut, sondern auch den regionalen Banken und Sparkassen, der Arbeitsagentur und der Politik. Die Spitzen von HWK und DGB betonen: „Wir arbeiten gut und vertrauensvoll miteinander.“

4 KOMMENTARE

  1. Sollten sich lieber mal Gedanken um die Gesundheit Ihrer Handweker machen, das trotz Kontaktverbot, Versammlungsverbot ect… 15 Leute und mehr aus sämtlichen Nationen sich ein Dixieklo teilen ohne Waschtisch oder min. Desinfektionsmittel und sich ein Abstand von 1,5 Metern sich wohl schlecht oder kaum realisieren lässt.

  2. die weltweit einzigartige deutsche Zwangsverkammerung der IHKn, Hwkn usw gehört abgeschafft. Kammern ja, aber auf freiwilliger Mitgliedschaft. Die Kammern sollen sich auf ihre Aufgaben gemäß § 1 ihrer selbstgebastelten Gesetze beschränken. Viele Betriebe würden sich über die Abschaffung des Zwangs freuen.
    Sie hätten mehr Geld für die Ausbildung und die Altersversorgung ihrer Mitarbeiter übrig.

    • Die Gedanken hierzu hat man sich gemacht. Schon in den 70ern. Nennt sich Arbeitsstättenverornung. Nur soviel: 1 Dixi für 15 Leute ist nicht zulässig. Ein kleiner Hinweis an die Gewerbeaufsicht sollte in der heutigen Zeit binnen Stunden das ausschalten.

  3. Ja es gibt mehrere Situationen.
    Kassiererinen tragen keine Handschuhe, husten in die Hände und reichen dann die Waren weiter.
    Ich weiß nicht ob die Kassenkräfte infiziert sind und umgekehrt.

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