TBB Trier: Jarrett Howell neuer Spielmacher

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TRIER. Die wohl wichtigste Personalentscheidung ist gefallen: Ab der kommenden Saison wird der 28 Jahre alte und 1,80-Meter kleine  Aufbauspieler Jarrett Howell für die Trierer auf dem Parkett Regie führen und in die Fußstapfen von Dru Joyce treten. Howell kommt vom bulgarischen Erstligisten Levski Sofia und ist für seine Übersicht und große Stärken von jenseits der Dreipunktlinie bekannt. Der US-Amerikaner und die TBB einigten sich auf einen Einjahresvertrag.

Spätestens nachdem der Wechsel von Dru Joyce nach Oldenburg bekannt wurde, war klar, dass ein neuer Mann für die Position des Spielmachers nach Trier kommen würde. Rödl deutete schon letzte Woche an, dass die beiden letzten Spieler über Erfahrung in Europa verfügen und dem Team die nötige Stabilität verleihen sollen. Mit Jarrett Howell kommt ein Spieler an die Mosel, den wohl niemand auf dem Radar hatte und der bislang auch in eher kleinen europäischen Ligen seine Brötchen verdiente. Dort machte der 28-Jährige allerdings mit beachtlichen Statistiken und Auszeichnungen auf sich aufmerksam. Angesprochen auf seine Stärken, gibt sich das Kraftpaket selbstbewusst: „Ich bin schnell, habe eine gute Übersicht, bin ein guter Werfer und einfach ein Leader. Ein Gewinnertyp eben.“

Der Absolvent der University of Texas-Arlington hatte allerdings einen holprigen Start in seine Europakarriere. Als Ersatzspieler beim polnischen Erstligisten Kotwica Kolobrzeg wurde Howell nicht glücklich, weder die Quoten noch seine Einsatzzeit stimmten. Im Dezember 2006 verließ er das Team und setzte die Karriere erst in der darauf folgenden Spielzeit fort.

In Dänemark lief es wesentlich besser für Howell. Nicht nur seine Statistiken (22 Punkte und 5 Assists pro Spiel, bei einer Dreierquote von 48 Prozent) stimmten, sondern er führte sein Team, die Svendborg Rabbits, auch zum Pokalerfolg und Vizemeistertitel. Howell bekam die meisten Stimmen bei der Allstar-Nominierung und wurde zudem zum MVP des Pokals und zum Co-MVP der regulären Saison gekürt.

Jarrett Howell setzte seine Karriere in den osteuropäischen Ligen fort. Nach einem Jahr in der Ukraine (14,4 Punkte, 4 Assists bei 47 Prozent Dreierquote, nominiert für das All-Defense-Team) folgte ein zweieinhalbjähriges Gastspiel in Rumänien. Für Gaz Metan Medias, gecoached von Ex-BBL Trainer Bruno Soce, spielte Howell 2009/10 eine überragende Premierensaison (16,9 Punkte, 5,9 Assists, „Guard of the Year“-Award) und verlängerte seinen Vertrag. Auch 2010/11 und 2011/12 blieben seine Statistiken auf konstant hohem Niveau. Dennoch wechselte er Anfang Januar zum bulgarischen Team Levski Sofia. Mit knapp acht Punkten pro Partie konnte er als Backup überzeugen, will jetzt aber in Trier als Starter für Furore sorgen. „Der geborene Leader“, wie Rödl ihn bezeichnet, wurde Triers Chefcoach von seinem Ex-Teamkollegen Derrick Phelps empfohlen. Phelps spielte mit Howell gemeinsam in Rumänien.

Der kleine, stämmige US-Amerikaner erinnert anatomisch an Carl Brown – sollte er auch spielerisch an den Trierer Publikumsliebling herankommen, werden ihn die Fans schnell ins Herz schließen. Auf dem Papier sieht es – trotz der Auszeichnungen – nach einer risikoreichen Verpflichtung für die wichtige Point Guard Position aus. Howell verfügt über keinerlei Erfahrung in der BBL oder vergleichbar spielstarken Ligen. Kein Problem für ihn persönlich. „Ich liebe Herausforderungen und will Trier in die Playoffs führen. Die Spielphilosophie von Coach Rödl und mir stimmt überein. In Trier werde ich nicht so viel Scoringlast tragen müssen und versuchen meine Teamkollegen in Szene zu setzen.“

Henrik Rödl hat ihn beim Probetraining genau unter die Lupe nehmen können und der Headcoach bewies schon bei der Verpflichtung von Nate Linhart ein glückliches Händchen. „Jarrett ist ein klassischer Pass-First Point Guard und hat einen enorm guten Wurf und eine sehr gute Wurfauswahl. Außerdem hat er zwei Saisons unter Bruno Soce gespielt, ohne das Handtuch zu werfen oder ersetzt zu werden. Ich denke mit ihm haben wir einen guten Fang gemacht“, konstatiert ein zufriedener Henrik Rödl, gibt aber auch zu bedenken, „dass es nicht einfach ist, Dru Joyce zu ersetzen“.

Ob er den angesprochenen Dru Joyce gleichwertig ersetzen kann, werden die Trierer Basketballanhänger bald besser abschätzen können. In zwei Wochen startet das Training, weitere zwei Wochen später soll es die ersten Testspiele geben. Allerdings warten alle Fans noch vergebens auf den Vorbereitungsspielplan, und bislang ist nicht bekannt, ob die ersten Testspiele öffentlich sind. Mit einer Veröffentlichung ist allerdings in den nächsten Tagen zu rechnen.

Der Headcoach gibt zum Ende des Livestreams noch eine persönliche Einschätzung des neuen Teams ab. „Wir gehen unseren Weg konsequent weiter, und es ist uns gelungen, tolle Charaktere zu verpflichten. Jetzt müssen wir sehen, wie lange es dauert, bis das Team zusammenwächst. Da wir auf allen Positionen gut besetzt sind, bin ich sehr, sehr zufrieden mit unseren Entscheidungen im Sommer. Ich kann den Trainingsauftakt kaum abwarten.“ Damit dürfte der gebürtige Hesse nicht alleine sein.

Auch abseits der Personalentscheidung gab es ein paar Neuigkeiten. Michael Haubrich von der neuen Agentur Pyramid Sports Marketing, die sich um das Marketing der Trierer kümmert, verriet im Gespräch mit Chris Schmidt einige Details aus den bisherigen Verhandlungen. So habe man die vergangenen Monate viele Unternehmen angesprochen und auch das Thema Namenssponsor sei noch nicht ganz vom Tisch. Allerdings suche man nach einem Partner, der auch zur TBB Trier und dem Image des Bundesligisten passe. Es habe viele gute Gespräche gegeben, um Vollzug zu melden, sei es aber noch zu früh.

Deshalb konnte der Vorstandsvorsitzende Sascha Beitzel auch noch keine genaue Auskunft über den Etat geben. „Wir sind noch in laufenden Verhandlungen und haben einige heiße Eisen im Feuer. Alle bisherigen Verpflichtungen sind aber im Rahmen unserer finanziellen Möglichkeiten erfolgt, und wir machen keine Experimente. Unser Ziel ist es, die TBB auf solide finanzielle Füße zu stellen“, gab Beitzel einen Einblick in die Philosophie.

1 KOMMENTAR

  1. ich wollte nur mal sagen das ich es echt klasse finde was die jungs vom basketballstream so leisten , das is einmalig in der bbl und dafür vielen dank !!!

  2. Also ich finde diese Page sehr TBB-lastig und Basketball ist in Deutschland und auch Europa eine Randsportart. Ich will mehr Berichte über Fussball in der Region.

  3. Und ich finde fast alle Seiten und Medien viel zu fußballlastig und freue mich, dass hier über den TBB in der gebührenden Ausführlichkeit, Qualität und Kompetenz berichtet wird. Wer noch mehr Fußball möchte, wird ja auf allen Portalen und in allen Zeitungen ausreichend bedient. Ich will mehr Berichte über Basketball – schließlich ist Basketball in Trier mit Abstand Sportart Nr. 1! Randsportart ist hier eindeutig Fußball, den gibts in Trier und Umgebung nun mal nur unterklassig.

  4. Wikipedia schreibt:Die Saison 2007/08 beendete der TBB auf dem 17. Platz und war damit zunächst offiziell abgestiegen. Da allerdings der zweite Aufsteiger aus der Pro A, die Cuxhaven BasCats, aus finanziellen Gründen keine BBL-Lizenz beantragte, wurde die Lizenz per Wildcard vergeben. Auf diese Wildcard hatten sich bis zum Stichtag nur die Moselstädter beworben [1]. Mit einer 16:0 Entscheidung haben sich die Teams der BBL für die Vergabe der Wildcard an den TBB Trier entschieden.
    Die Eintracht ist sportlich 2X wegen einem fehlenden Tor abgestiegen, was sportlich absolut richtig ist.
    Sowas wie eine Wildcard gibts im herrlichsten Sport der Welt nicht. Würde mal gerne wissen wie es dann um die TBB stehen würde wenn die damals in die 2. Bundesliga abgestiegen wären.Vielleicht wären sie durchgereicht worden. Wir sehen mal wie es mittelfristig im Sport mit der Nr. 1 aussieht.

  5. So vergesslich können auch nur Fans vom Assiverein Einrracht Trier sein… In der Saison 2009/10 wurde Eintracht Trier abgeschlagen Tabellenletzter in der Regionalliga und durfte nur wegen den Lizenzentzügen für Essen, Bonn und Mannheim in der Liga bleiben. So was gibts halt nur im Fußball. Wärt ihr da abgestiegen, wärt ihr schon längst tot, aber das seit ihr ja sowieso bald was man so hört.

  6. @Zini, danke für Dein asoziales Verhalten, auf Dein Niveau gehe ich nicht runter. Viel Spass bei eurem Korbball in der 1.Korbball- Bundesliga.

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