Tholey rechnet wegen Richter-Fenstern mit Besucheransturm

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Die Benediktinerabtei St. Mauritius in Tholey (Saarland). Foto: picture alliance / dpa/Archivbild

THOLEY. Das Benediktinerkloster im saarländischen Tholey stellt sich wegen der neuen Kirchenfenster des Künstlers Gerhard Richter auf einen großen Besucherandrang ab September ein.

Nach einem Gutachten der Kommune zur Verkehrsinfrastruktur werde mit 100 000 Gästen im ersten Jahr gerechnet, sagte der Geschäftsführer der neu gegründeten «Stiftung Abtei Tholey», Thorsten Klein, am Freitag. «Nach all den Erfahrungswerten rund um Gerhard Richters Schaffen halten wir diese Zahl für realistisch.»

Die Abteikirche soll nach längeren Sanierungsarbeiten in der zweiten Septemberhälfte mit den drei großen Richter-Chorfenstern geöffnet werden, kündigte Abt Mauritius Choriol an. Bisher sind nur die Entwürfe der Fenster bekannt. Ein erstes Fenster wird am 6. März in München in den Glaswerkstätten Gustav van Treeck vorgestellt. Dort werden die jeweils 1,95 mal 9,30 Meter großen Werke gefertigt.

Die neue «Stiftung Abtei Tholey» werde sich nun um die touristische Erschließung kümmern. Dazu gehöre unter anderem die Errichtung eines Besucherzentrums oder die Ausbildung von Gästeführern. «Es handelt sich um die größte touristische Erschließung im Saarland seit 25 Jahren, seit des Weltkulturerbes Völklinger Hütte», sagte Geschäftsführer Klein. Jüngst hat die Gemeinde Tholey den Bau von 242 neuen Parkplätzen beschlossen.

Der weltberühmte Künstler Richter (88) hatte den dort lebenden elf Mönchen seine Kunst geschenkt. Tholey gilt mit der urkundlichen Ersterwähnung im Jahr 634 als das älteste Kloster Deutschlands. Richter hatte zuvor schon mal ein Fenster für den Kölner Dom entworfen, das 2007 eingeweiht wurde.

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